Umwelt

Gemeinsam die Folgen der Klimaveränderung bewältigen

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Um die Folgen der Klimaveränderung bewältigen zu können, arbeiten Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst in dem Kooperationsvorhaben „KLIWA – Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft“ zusammen.

Um die Folgen der Klimaveränderung bewältigen zu können, ist ein enger Schulterschluss der Länder und des Bundes erforderlich. Das betonten die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf, der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller, der rheinland-pfälzische Umweltstaatssekretär Dr. Thomas Griese sowie der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes Dr. Paul Becker zum Auftakt des 6. KLIWA-Symposiums in Baden-Baden. Um insbesondere die Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft in Süddeutschland wissenschaftlich genauer zu erforschen, arbeiten Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz seit 2007 gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst in dem Kooperationsvorhaben „KLIWA – Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft“ zusammen.

Umsetzung der Klimabeschlüsse von Paris

Die Politikerin und Politiker forderten heute eine konsequente Umsetzung der Klimabeschlüsse von Paris: „Das Jahrhunderthochwasser 2013, der extreme Trockensommer 2015 und die Starkregenereignisse 2016 bestärken uns in dieser Forderung. Zudem war 2016 weltweit das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Daher brauchen wir neben unseren regionalen Anstrengungen ehrgeizige Klimaschutzziele weltweit. Die Ergebnisse der Weltklimakonferenz von Paris sind ein Meilenstein, hinter den die Weltgemeinschaft nicht zurückfallen darf.“

Anpassung an Klimawandel ist Zukunftssicherung

Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf betonte: „Anpassung an den Klimawandel ist Zukunftssicherung. Dürreperioden in Unterfranken und Hochwasserkatastrophen durch Starkregen haben uns die Herausforderungen durch den Klimawandel in jüngster Zeit drastisch aufgezeigt. Extremereignisse kommen öfter und sie kommen heftiger. Das bedeutet für uns, wir müssen uns darauf einstellen und anpassen. Je schneller desto besser. Dazu brauchen wir ein strategisches Vorgehen. In Bayern haben wir deshalb im letzten Jahr unsere Klimaanpassungsstrategie aktualisiert. Sie ist Ideenhandbuch für unsere Zukunft.“

Klimawandel als Fakt anerkennen

Franz Untersteller, Umweltminister von Baden-Württemberg, forderte dazu auf, den Klimawandel endlich weltweit als Fakt anzuerkennen und nicht durch interessengeleitete Zweifel den globalen Kampf gegen die Erderwärmung zu behindern: „Der Klimawandel ist eine Tatsache. Er lässt sich ernsthaft weder ignorieren noch wegdiskutieren. Wer ihn immer noch leugnet, handelt in höchstem Maße unverantwortlich gegenüber künftigen Generationen. In Baden-Württemberg übernehmen wir mit Klimaschutzgesetz, ambitionierten Klimaschutzzielen und konkreten Handlungskonzepten unseren Teil der Verantwortung für den Klimaschutz. Das erwarten wir von allen Nationen dieser Erde, erst Recht von ökonomisch starken Ländern, die eine Führungsrolle in der internationalen Politik für sich beanspruchen.“

Ursachen des Klimawandels entgegenwirken

Thomas Griese, Umweltstaatssekretär in Rheinland-Pfalz, erklärte: „Klimaanpassung und Klimaschutz sind zwei Seiten einer Medaille. So ist es wichtig, nicht nur die Symptome zu behandeln, sondern auch den Ursachen des Klimawandels entgegenzuwirken. Diese Notwendigkeit muss erkannt werden. Nur gemeinsam wird es möglich sein, die Folgen des Klimawandels durch geeignete Klimaschutzmaßnahmen zu begrenzen. Darum haben wir in Rheinland-Pfalz mit dem Klimaschutz ernst gemacht. Mit unserem Klimaschutzkonzept zeigen wir, dass jede Region, jedes Bundesland seinen Beitrag zur Erreichung der deutschen und internationalen Klimaschutzziele leisten kann.“

Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, betonte: „Eine erfolgreiche Anpassung an den Klimawandel muss aus mehreren Facetten bestehen. Neben präventiven Maßnahmen und treffsicheren Wetterwarnungen spielt die Eigenvorsorge der Bevölkerung eine entscheidende Rolle.“

Weitere Informationen

Das Kooperationsvorhaben „KLIWA“ wurde im Jahr 1999 ins Leben gerufen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserwirtschaft in Süddeutschland zu untersuchen. Im Rahmen von KLIWA erstellen Experten Prognosen zu möglichen Veränderungen des Wasserhaushalts in den Flussgebieten und Grundwasserlandschaften in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und leiten hieraus wasserwirtschaftliche Handlungsempfehlungen ab. Das KLIWA-Symposium wird von den Umweltministerien Bayerns, Baden-Württembergs und Rheinland-Pfalz sowie dem Deutschen Wetterdienst veranstaltet.

KLIWA – Klimaveränderung und Wasserwirtschaft

Quelle:

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland Pfalz
Deutscher Wetterdienst

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