Bildung

Förderung virtueller Führungen durch Ausschwitz-Birkenau

Mit einem Sonderprogramm ermöglicht Baden-Württemberg Schulen virtuelle Führungen durch das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.

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Als erstes Bundesland greift Baden-Württemberg den Impuls der Bildungsministerkonferenz auf und ermöglicht Schulen virtuelle Führungen durch das vor 81 Jahren befreite, ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, mit einem Sonderprogramm für Schülerinnen und Schüler. Das neue Angebot ergänzt die schulische Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Unrecht und vermittelt Schülerinnen und Schülern einen eindrücklichen Zugang zu den Verbrechen des NS-Regimes.

„Es ist bedrückend, wie viele junge Menschen kaum noch etwas über den Holocaust – diesen monströsen Zivilisationsbruch – wissen“, sagt Kultusministerin Theresa Schopper. „Der heutige Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus mahnt uns Deutsche, dass wir alles daran setzen müssen, dass sich ein solches Menschheitsverbrechen niemals wiederholt, dass wir nicht wegschauen, wenn es wieder etwas zu sehen gibt, dass wir handeln, wenn sich Antisemitismus und anderer gruppenbezogener Hass Bahn brechen.“

Baden-Württemberg übernimmt Vorreiterrolle

Am 27. Januar 2026 startet ein neues Angebot für die Schulen in Baden-Württemberg. „Erinnern und Begreifen gibt unseren nachwachsenden Generationen die Möglichkeit, aufkeimende Bedrohungen zu erkennen und sich diesen entgegenzustellen“, betont Schopper. „Gemeinsam mit der Auschwitz-Birkenau Foundation – der ich für dieses innovative Angebot und die hervorragende Zusammenarbeit danke – ermöglichen wir unseren Schulen durch die virtuellen Führungen durch die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau dieses erschütternde Begreifen.“

Wojciech Soczewica, Generaldirektor der Auschwitz-Birkenau Foundation, unterstreicht: „Ich bin froh und dankbar, dass die Stiftung Auschwitz-Birkenau in Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg das virtuelle Angebot ‚Auschwitz. In front of your eyes‘ nun gezielt in die Schulen tragen kann. Baden-Württemberg übernimmt hier eine entscheidende Vorreiterrolle: Es zeigt, wie moderne Technologie genutzt werden kann, um der jungen Generation die Geschichte von Auschwitz – angesichts wachsender antisemitischer Vorfälle und gesellschaftlicher Konflikte – unmittelbar nahezubringen. Ich hoffe sehr, dass dieses Beispiel Schule macht. Nur wenn sich weitere Länder und Staaten zu einem solch klaren Engagement bekennen, können wir sicherstellen, dass die Lehren der Vergangenheit auch in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spannungen ein Fundament für Demokratie und Humanität bleiben.“

Neue Wege der historischen Bildung

Mit dem Projekt „Auschwitz. In front of your eyes“ geht die Auschwitz-Birkenau Foundation neue Wege der historischen Bildung. Bei einer virtuellen Führung gehen speziell geschulte deutschsprachige Guides mit einer Kamera durch die Anlagen, erläutern die Stationen und beantworten auch Fragen. Durch diese moderne Form der Vermittlung können auch Bereiche des Lagers gezeigt werden, die für Besucher vor Ort nicht zugänglich sind. Die etwa zweistündigen Führungen werden dabei auch durch Videoeinspielungen und Zeitzeugeninterviews ergänzt.

„Die virtuellen Führungen durch Auschwitz sind ein wichtiger Baustein, um den Schülerinnen und Schülern eindrücklich vor Augen zu führen, was nie hätte geschehen dürfen – und was sich niemals wiederholen darf“, betont Kultusministerin Schopper. „Die Erinnerung an dieses Unrecht wachzuhalten, ist unsere dauerhafte Verpflichtung.“

Förderung von Schulfahrten

Das Kultusministerium fördert außerdem auch Fahrten von Schüler- und Jugendgruppen zu weiteren Gedenkstätten nationalsozialistischen Unrechts. Bezuschusst werden Fahrten innerhalb Baden-Württembergs sowie ins Elsass oder nach Dachau. Die jährlichen Aufwendungen belaufen sich inzwischen auf etwa 600.000 Euro und haben sich innerhalb von acht Jahren verfünffacht.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: Gedenkstättenfahrten

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