Radverkehr

Förderung für Radschnellweg Heidelberg-Schwetzingen

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Radfahrer fahren auf dem neuen Radschnellweg zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart (Bild: picture alliance/Christoph Schmidt/dpa)

In Baden-Württemberg sollen bis 2030 mindestens 20 Radschnell-Routen entstehen. Mit der Zusage aus dem Bundesverkehrsministerium erhält neben 15 weiteren Projekten nun auch der Radschnellweg Heidelberg-Schwetzingen Bundesmittel.

Radschnellwege bieten durch direkte Streckenführung und größere Breite für den Radverkehr ein neues Qualitätsniveau. Im Land Baden-Württemberg sollen bis 2030 mindestens 20 Routen für den zügigen Radverkehr entstehen. 15 Projekte in Baden-Württemberg werden bereits durch den Bund finanziell unterstützt. Mit der Zusage aus dem Bundesverkehrsministerium durch den Parlamentarischen Staatssekretär Michael Theurer erhält nun auch der Radschnellweg Heidelberg-Schwetzingen (RS16) Bundesmittel.

Verkehrsminister Winfried Herrmann freute sich über die Förderzusage: „Das ist ein weiterer wichtiger Baustein für den Ausbau der Radinfrastruktur in Baden-Württemberg. Radschnellwege sind wichtige Verbindungsachsen für Alltagsradlerinnen und -radler. Die Steigerung des Fahrradanteils am Verkehr ist ein zentraler Punkt für die aus Klimaschutzgründen notwendige Verkehrswende. Deshalb treibt das Land diese Projekte auch mit eigenen Fördermitteln voran. Gleichzeitig bauen wir unsere Spitzenposition bei der Planung von Radschnellwegen im bundesweiten Vergleich weiter aus. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die neuen Wege für den Alltagsradverkehr möglichst vorzeitig durch Teilstreckeneröffnungen zu realisieren.“

In der Region Rhein-Neckar soll ein zusammenhängendes Netz an Radschnellverbindungen mit einer Gesamtlänge von etwa 110 Kilometer entstehen. Für den Korridor Heidelberg–Eppelheim–Schwetzingen wurde ein Potential von 2.900 Radfahrten pro Tag ermittelt.

Geplanter Verlauf des Radschnellwegs

In Heidelberg beginnt die Trasse am südlichen Rand der Bahnstadt und bildet so einen Übergang zu der bereits bestehenden Radachse am Südwestrand der Bahnstadt. In Richtung Heidelberg ist über die geplante Gneisenaubrücke (Brücke über die Bahngleise südlich des Neckars) und die zukünftige Rad- und Fußbrücke über den Neckar die Anbindung in Richtung Norden gegeben. Der Anschluss an die Radschnellverbindung Heidelberg-Mannheim (RS 2) soll über eine Rampe auf der südlichen Seite der neuen Neckarbrücke erfolgen. In Schwetzingen liegt der Beginn der Trasse auf der Ostseite der Bahn. Durch die bestehende Unterführung am Bahnhof ist eine Anbindung an die Innenstadt gegeben. Eine direkte Anbindung an die vorgesehene Radschnellverbindung Mannheim-Schwetzingen-Walldorf-Wiesloch wird bei der Planung angestrebt. Die Trassenvarianten innerhalb des Untersuchungskorridors verlaufen zwischen den genannten Start- und Endpunkten und verbinden die Städte Heidelberg, Eppelheim und Schwetzingen, die Gemeinden Plankstadt und Oftersheim sowie das Patrick-Henry-Village (PHV).

Baulastträger der Radschnellverbindung Heidelberg–Schwetzingen ist das Land Baden-Württemberg. Die Belegenheitsgemeinden Heidelberg, Eppelheim, Plankstadt und Schwetzingen übernehmen die Planung bis zur Genehmigungsplanung unter der Federführung der Stadt Schwetzingen. Das Land begleitet die Planung.

Die Planungskosten belaufen sich auf 791.350 Euro. Der Bund stellt Fördermittel in Höhe von 593.512,50 Euro (75 Prozent) bereit. Die verbleibenden Kosten übernimmt das Land Baden-Württemberg.

Voraussetzungen für förderfähige Radschnellwege

Förderfähige Radschnellwege zeichnen sich aus durch:

  • Mindestens zehn Kilometer Gesamtstrecke
  • Sind in der Regel drei Meter (Einrichtungsverkehr) oder vier Meter (Zweirichtungsverkehr) breit; Interkommunale, weitgehend kreuzungsfreie Verbindung
  • Bevorrechtigte Führung der Radfahrenden
  • Sind von anderen regelmäßig zu erwartenden Verkehrsteilnehmenden (insbesondere Fußgängern) baulich getrennt
  • Bedeutende Verbindung für Alltagsradverkehr: Mindestens 2.000 Radfahrer in 24 Stunden auf dem überwiegenden Teil der Gesamtstrecke
  • Haben eine hohe Belagsqualität und eine geringe Steigung
  • Werden dauerhaft und verkehrssicher betrieben und unterhalten – einschließlich Winterdienst.

Radschnellwege sind aufgrund direkter Führungen mit wenigen Stopps und großer Breiten besonders attraktiv, gerade auch für das Radfahren auf längeren Distanzen. Sie haben insbesondere aufgrund der steigenden Nutzung von Elektro-Bikes und Pedelecs großes Potenzial, um die Hauptverkehrsachsen auf Straßen und Schienen zu entlasten, Staus zu vermeiden und zur Luftreinhaltung beizutragen. Bei Radschnellwegen wird die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit dadurch erhöht, dass durch kreuzungsfreie oder bevorrechtigte Führungen die Radfahrerinnen und Radfahrer weniger oft anhalten und warten müssen.

Ministerium für Verkehr: Radschnellverbindungen

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