Ehrung

Fit im Alter mit dem Sportabzeichen

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Ein 81-jähriger Mann trainiert auf einem Sportplatz die Disziplin Kugelstoßen. (Foto: © dpa)

Staatssekretär Volker Schebesta hat 358 Frauen und Männer für den mindestens 30- beziehungsweise 40-fachen Erwerb des Deutschen Sportabzeichens geehrt. Die Ausgezeichneten zeigten, dass Fitness und Alter kein Widerspruch sind, betonte er im Rahmen der Verleihung.

Kurt Latzina aus Waldenbuch (Landkreis Böblingen) ist 1926 auf die Welt gekommen. Er steht demnach in seinem 93. Lebensjahr. Sein Alter ist für ihn kein Grund, sich nicht sportlich zu betätigen. Das zeigt die Tatsache, dass auch er für die hohe Wiederholungszahl des Sportabzeichens des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) geehrt wurde – als ältester Teilnehmer. 50 Wiederholungen hat er bereits erbracht. Insgesamt haben 358 Frauen und Männer im vergangenen Jahr das Sportabzeichen mit hoher Widerholungszahl abgelegt. Kurt Latzina musste dafür beispielsweise mindestens 4,50 Meter weit eine Drei-Kilogramm-Kugel stoßen, durfte maximal 29:50 Minuten für 3.000 Meter zu Fuß benötigen oder 60 Sekunden für 25 Meter Schwimmen. Dafür erhält ein Mann, der älter als 90 Jahre ist, das DOSB-Sportabzeichen in Bronze. 6,25 Meter sind übrigens notwendig, um im Alter von 90 Jahren und mehr im Kugelstoßen das Sportabzeichen in Gold zu bekommen – und um die heute von Staatssekretär Volker Schebesta verliehene Auszeichnung zu erhalten, müssen Frauen mindestens 30 Mal, Männer mindestens 40 Mal das DOSB-Sportabzeichen geschafft haben. 

Fitness und Alter sind kein Widerspruch

„Menschen wie Kurt Latzina sind Vorbilder – für Senioren und Junioren zugleich. Sie zeigen, dass man sein Leben lang mit Freude Sport treiben kann und dass Bewegung gut tut“, sagt der Staatssekretär und ergänzt: „Die Ausgezeichneten verdienen Respekt und Anerkennung für ihre Leistungen – und sie sind zugleich ein Grund zur Freude, weil ihre Sportabzeichen zeigen, dass Fitness und Alter kein Widerspruch sind.“ Die älteste Teilnehmerin am DOSB-Sportabzeichen kommt aus Fellbach bei Stuttgart und ist Jahrgang 1929. Auch Frida Haag hat in den Kategorien Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination besondere Leistungen vollbracht, 40 Wiederholungen stehen in ihrem Leistungsheft. Dazu zählt eine Übung auf dem Schwebebalken, wenn man älter als 70 ist und sich in der Kategorie Koordination für das Geräteturnen entscheidet. Eine Frau im Alter von Frida Haag darf zudem mit dem Rad maximal 93 Minuten für 20 Kilometer benötigen, wenn sie mit Bronze ausgezeichnet werden will. Für das Zurücklegen der Strecke unter 72:30 Minuten gibt es Gold. „Es sind in jedem Fall beeindruckende Leistungen – zudem werden sie ausdauernd über einen längeren Zeitraum erbracht. ‚Hut ab‘ kann man da nur sagen. Das zeugt von großer Liebe zum Sport“, sagt Volker Schebesta.

Gold in neun Disziplinen

Die jüngsten ausgezeichneten Sportler heißen Margit Traub (Jahrgang 1970) und Reinhold Berberich (1961). Sie kommt auf 30 DOSB-Sportabzeichen, er auf 40 Wiederholungen. Unter den Geehrten sind zudem einige Ehepaare. Zu erwähnen ist auch Bruno Schneider aus Schlier im Landkreis Ravensburg. Er ist Jahrgang 1940 und hat im vergangenen Jahr gleich in neun Disziplinen die Anforderungen für das Sportabzeichen in Gold erfüllt. Zudem hat er seit 1967 mehr als 1.000 Sportabzeichen als Prüfer abgenommen. „Ein guter Anlass, um auch allen Helferinnen und Helfern zu danken, die das Sportabzeichen überhaupt erst möglich machen. Ihre Leistungen sind genauso nennens- und lobenswert wie die der Sportler selbst. Ein weiterer Beleg, dass gerade der Sport ohne das Ehrenamt nicht existieren könnte“, sagt Staatssekretär Schebesta.

Das Deutsche Sportabzeichen besitzt Ordenscharakter und wurde erstmals 1913 abgenommen. Die Leistungsanforderungen sind nach Alter und Geschlecht abgestuft. Das Sportabzeichen ist das weltweit bedeutendste und erfolgreichste Auszeichnungssystem außerhalb des Wettkampfsports. Jährlich nehmen fast eine Million Vereins- und Freizeitsportler an den Prüfungen zum Deutschen Sportabzeichen teil. Bis heute haben es mehr als 37 Millionen Menschen erworben. 2018 haben fast 27.000 Erwachsene in Baden-Württemberg ein Sportabzeichen abgelegt, zudem mehr als 60.000 Kinder und Jugendliche. Die Zahlen steigen.

Die Namensliste der Sportlerinnen und Sportler, die 2018 das Sportabzeichen mindestens 30 Mal erworben haben, erhalten Sie auf Anfrage bei der Pressestelle.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: Bilder der Preisverleihung
Sportabzeichen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

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