Radverkehr

Fahrradfahren soll sicherer werden

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Radfahrer fährt über eine Fahrradspur in der Innenstadt von Karlsruhe. (Bild: dpa)

Mit der vom Bundesrat beschlossenen Novelle der Straßenverkehrsordnung soll das Radfahren sicherer werden, etwa durch einen Mindestabstand bei Überholmanövern zwischen Autos und Radverkehr. Verkehrsminister Winfried Hermann sprach sich für eine weitergehende Förderung und Sicherung des Rad- und Fußverkehrs aus.

Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, den Radverkehrsanteil bis 2030 zu verdoppeln. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein Rechtsrahmen erforderlich, der ein besseres Miteinander im Verkehr unterstützt. Eine entsprechende Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) wurde im Bundesrat beschlossen. Verkehrsminister Winfried Hermann erklärt dazu: „Die nun beschlossene StVO-Novelle baut wichtige Konfliktpunkte zwischen Auto- und Radverkehr ab und verbessert damit den Schutz der Radfahrerinnen und Radfahrer. Nebeneinander zu fahren wird grundsätzlich erlaubt und macht Radfahren attraktiver. Natürlich darf damit nicht mutwillig der KFZ-Verkehr behindert werden. Aber so, wie man in Bus, Auto und Fußwegen nebeneinander unterwegs ist, so geht es nun auch auf dem Rad.“

Baden-Württemberg stößt Fahrradnovelle an

Bei wesentlichen Gefahrenquellen gibt es konkret Verbesserungen. Der Überholabstand, den Autos gegenüber dem Radverkehr einhalten müssen, wird zukünftig mit anderthalb Metern innerorts und zwei Meter außerorts in der StVO verankert. Lkw dürfen an Kreuzungen nur noch mit Schrittgeschwindigkeit rechts abbiegen. Damit Radfahrerinnen und Radfahrer an Kreuzungen nicht durch parkende Autos verdeckt werden, sind zukünftig die letzten acht Meter vor einer Kreuzung für parkende Autos Tabu. Auf Schutzstreifen für den Radverkehr darf nicht mehr gehalten werden und die Bußgelder für das Parken auf Rad- und Gehwegen werden spürbar erhöht. So steigt beispielsweise die Geldbuße für das Parken auf Gehwegen von bisher 20 Euro auf nun 55 Euro, Parken in der zweiten Reihe hat ebenfalls ein Bußgeld von 55 Euro statt bisher 15 Euro zur Folge.

Das Verkehrsministerium hat vor zwei Jahren die Initiative übernommen und über den Bundesrat eine Fahrradnovelle der StVO beim Bund eingefordert. 2019 wurden Eckpunkte für eine entsprechende Fahrradnovelle durch den Bundesrat einstimmig verabschiedet. Die nun beschlossenen Änderungen der StVO greifen wesentliche Punkte der Länder auf. Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg begrüßt diese Änderungen als ersten Schritt.

Verkehrsminister Hermann fordert weitere Änderungen

Noch nicht umgesetzt wurden bereits angekündigte Schritte, die den Kommunen mehr Handlungsmöglichkeiten für eine Förderung und Sicherung des Rad- und Fußverkehrs geben. Dazu Verkehrsminister Winfried Hermann: „Diese StVO-Novelle ist ein erster Schritt. Weitergehende Veränderungen müssen folgen. Die StVO muss den Verkehrsbehörden und den Kommunen mehr Handlungsmöglichkeiten geben, um Tempo 80 auf schmalen Landstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften und Tempo 30 auf Straßen ohne Radwege innerhalb geschlossener Ortschaften anzuordnen und Flächen zugunsten des Rad- und Fußverkehrs umzuverteilen. Dies sind zentrale Handlungsfelder einer kommunalen Verkehrswende.“

Leider bleibt der Entwurf insbesondere in Punkten mit großer Relevanz für die Sicherheit des Radverkehrs hinter den Forderungen der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zurück. Hier muss der Bund nach Auffassung von Verkehrsminister Winfried Hermann noch in diesem Jahr nachlegen.  „Eine Verkehrswende und damit wichtige Klimaschutzziele lassen sich – vor allem auf kommunaler Ebene – nur dann verwirklichen, wenn nachhaltige und umweltverträgliche Verkehrsformen sicher geführt werden und ihnen ein deutlich größerer Anteil des öffentlichen Verkehrsraums zugestanden wird“, so der Verkehrsminister abschließend.

Weitere Meldungen

Verkehrsminister Winfried Hermann
Online-Dialog

Online-Dialog mit Verkehrsminister Winfried Hermann

Blick in den Saal bei der Eröffnung des 11. Donausalons in der Landesvertretung Baden Württemberg durch Verkehrsminister Winfried Hermann
11. Donausalon

Wirtschaftliche Resilienz und stärkerer Zusammenhalt im Donauraum

Im Energiepark Mainz ist der verdichtete grüne Wasserstoff aus einem Elektrolyseur in Tanks gelagert.
Wasserstoff

Bundesweite Abfrage des Strom- und Wasserstoffbedarfs

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Bundesrat

Land setzt sich für landeseigene Forschungsinstitute ein

Bundesrat
Bundesrat

Strobl setzt sich für Schutz der Kritischen Infrastruktur ein

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Klimawandel

2025 deutlich zu warm und mit ausgeprägter Hitzephase

Landtagsgebäude von Baden-Württemberg in Stuttgart.
Landtagswahl

Wahlaufruf der Landeswahlleiterin

Eine Fernwärme-Anlage im Keller eines Gebäudes.
Energieversorgung

Länder fordern entschlossenes Handeln für bezahlbare Energie

Wirtschaft

Hoffmeister-Kraut kritisiert Industrial Accelerator Act

Stuttgart, 03.03.2026: Staatssekretär Andre Baumann (zweiter von links) mit den Gründern des Ombudsverein Erdwärme e. V. (von links): Dr. Herbert Pohl (Geschäftsführer, Deutsche ErdWärme GmbH), Staatssekretär Dr. Andre Baumann, Dr. Horst Kreuter (Vulcan Energie Ressourcen GmbH), Andreas Mühlig (Leiter GE Erzeugung Betrieb EnBW Energie Baden-Württemberg AG), Dr. Hansjörg Roll (Mitglied des Vorstands, MVV Energie AG), Klaus Preiser (Geschäftsführung, badenova Wärmeplus GmbH & Co. KG), Jürgen Scheurer (Geschäftsführer, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.), Jörg Dürr-Pucher, (Vorsitzender, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.)
Energiewende

Ombudsverein Erdwärme für schnelle Schlichtungen gegründet

Ein Schild weist in einem Wahlbüro auf eine Wahlurne für die Briefwahl  hin.
Landtagswahl

Letzte Hinweise zur Briefwahl

Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur.
Gesundheit

Landesregierung beschließt neuen Krankenhausplan

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 3. März 2026

Schriftzug „MEDI:CUS“ auf einer Bühne
Gesundheit

Gesundheitscloud MEDI:CUS wird verstetigt

Collage aus sechs Personen vor blauem Hintergrund
Schule

3 Fragen 3 Antworten: mit Gewinnerinnen und Gewinner des Lehrkräfte