Verkehr

eWayBW – Pilotprojekt nimmt Fahrt auf

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Ein oberleitungsbetriebener Hybrid-Lkw steht in einer Halle. (Foto: dpa)

Das Pilotprojekt eWayBW mit elektrisch betriebenen Hybrid-Oberleitungs-Lkw nimmt zunehmend Fahrt auf. Bei einer großen Informationsveranstaltung in Kuppenheim hat Verkehrsminister Winfried Hermann mit Vertretern des Bundes die Öffentlichkeit über das Projekt informiert.

Verkehrsminister Winfried Hermann hat gemeinsam mit Vertretern des Bundes in einer groß angelegten Informationsveranstaltung die Öffentlichkeit über das Pilotprojekt eWayBW informiert. Insbesondere, welche Rolle elektrisch betriebene Hybrid-Oberleitungs-Lkw in der Zukunft spielen können, wie der aktuelle Projektstand ist und wie es konkret weitergeht. „Das breite Interesse und die Bereitschaft zur Mitwirkung an unserem Pilotversuch zeigen eine Aufbruchsstimmung, die wir nun gerne nutzen möchten, den Straßengüterverkehr umweltverträglicher zu machen. Ich bin mir sicher, dass dieses für das Land einmalige und herausragende Projekt eWayBW hierzu einen wertvollen Beitrag leisten wird“, sagte Verkehrsminister Hermann bei der Informationsveranstaltung im badischen Kuppenheim (Landkreis Rastatt).

Teststrecke zwischen Gernsbach-Obertsrot und Kuppenheim

Im Rahmen von eWayBW soll im Murgtal zwischen Gernsbach-Obertsrot und Kuppenheim bis Ende 2019 eine Teststrecke für elektrisch betriebene Hybrid-Oberleitungs-Lkw entstehen. Hierzu wird die B 462 in zwei Elektrifizierungsabschnitten auf einer Länge von insgesamt rund 6 Kilometern in jede Fahrtrichtung mit Oberleitungen, wie man sie aus dem Bahnbereich kennt, ausgestattet. In diesen Elektrifizierungsbereichen beziehen die Hybrid-Oberleitungs-Lkw ihren Traktionsstrom aus der Oberleitung und laden parallel noch ihre Batterie auf, die dann außerhalb der Elektrifizierungsbereiche den weiteren Antrieb sicherstellt. Die Speditionen Fahrner Logistics und Huettemann Logistics, werden die Hybrid-Oberleitungs-Lkw ab 2020 in ihrem Unternehmen innerhalb realer Logistikprozesse einsetzen.

Daimler AG beteiligt sich an Versuch

Die Daimler AG hat zwischenzeitlich entschieden, sich am Pilotprojekt eWayBW ebenfalls zu beteiligen. So wird Daimler bis zum Jahr 2020 eine rein batteriebetriebene Sattelzugmaschine mit einer Reichweite von bis zu 200 Kilometer entwickeln, die dann innerhalb des Pilotprojekts eWayBW parallel zu den Hybrid-Oberleitungs-Lkw die gleichen logistischen Aufgaben erfüllen wird. Somit ergibt sich die einmalige Chance, zwei unterschiedliche Antriebskonzepte unter gleichen Einsatzbedingungen im Realbetrieb zu testen und direkt miteinander zu vergleichen. „Wir haben immer betont, dass der pilothafte Einsatz der Hybrid-Oberleitungs-Lkw im Rahmen von eWayBW ergebnisoffen erforscht werden und hierdurch keine Vorfestlegung erfolgen soll. Der direkte Systemvergleich bringt uns nun zwei Schritte auf einmal nach vorne“, betonte Minister Hermann. Der Systemvergleich wird wissenschaftlich begleitet durch das Konsortium Forschung eWayBW, das aus dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung Fraunhofer ISI, der PTV Transport Consult GmbH, dem FZI Forschungszentrum Informatik und dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie besteht. Die Kosten für die Einbindung der Daimler AG teilen sich der Automobilhersteller sowie das Land Baden-Württemberg.

Zeitplanung

Die Entwurfsplanung soll nun zügig vorangebracht werden, so dass das Vergabeverfahren für die Bauleistung der beiden zu elektrifizierenden Bereiche in der zweiten Jahreshälfte 2018 durchgeführt werden kann. Die bauliche Umsetzung sowie die Inbetriebnahme der Anlage ist für das Jahr 2019 vorgesehen. Im Anschluss daran folgt über drei Jahre hinweg der Realbetrieb. Nach derzeitigem Stand wird die Anlage nach Abschluss des Pilotversuchs wieder rückgebaut.

Weitere Informationen

Am 11. September 2017 hat Landesverkehrsminister Winfried Hermann von der damaligen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks den Förderbescheid des Bundes in Höhe von 16,8 Millionen Euro für das Pilotprojekt eWayBW überreicht bekommen.

Auf der Pilotstrecke zwischen Gernsbach-Obertsrot und Kuppenheim (Landkreis Rastatt) werden jährlich über 500.000 Tonnen Papier und Pappe im 24 Stunden/7 Tage-Betrieb von drei Papierherstellern in Obertsrot in ein Logistikzentrum nach Kuppenheim verbracht. Damit ergibt sich pro Kalendertag die hohe Anzahl von durchschnittlich 64 Umläufen. In Summe werden die Oberleitungs-Lkw damit pro Jahr über 250.000 Kilometer im Bereich der Oberleitungen zurücklegen.

Verkehrsministerium Baden-Württemberg: eWayBW

eWayBW: Häufig gestellte Fragen (PDF)

Virtuelle Testfahrt Pilotprojekt

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