Migration

Europäische Asylreform muss echte Wirkung zeigen

Justizministerin Marion Gentges fordert mehr Ordnung, mehr Verlässlichkeit und klare Zuständigkeiten im europäischen Asylsystem.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Justizministerin Marion Gentges hält am Pult des Bundesrates eine Rede.
Archivbild

Die baden-württembergische Ministerin der Justiz und für Migration, Marion Gentges, äußerte im Bundesrat ihre Erwartungen an die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS). Sie betonte die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit, mahnte aber zugleich realistische und praktikable Regelungen an.

„Mit der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems geht die Europäische Union einen wichtigen Schritt. Zum ersten Mal seit vielen Jahren haben sich die Mitgliedstaaten auf ein umfassendes Vertragswerk geeinigt. Damit hat Europa an entscheidender Stelle seine Handlungsfähigkeit bewiesen,“ sagte Gentges.

Reform darf kein Etikettenschwindel werden

Die Ministerin warnte jedoch davor, dass die Reform des europäischen Asylsystems nicht einfach eine Umbenennung alter Strukturen sein dürfe, und sagte: „Die Reform des europäischen Asylsystems darf kein Etikettenschwindel werden, der Probleme nur verschiebt, anstatt sie zu lösen. Die Reform müsse sicherstellen, dass die Probleme der Sekundärmigration, die aus einem starren Zuständigkeitsprinzip, reaktiven Überstellungsverfahren und faktischer Reisefreiheit resultieren, effektiv gelöst werden.“

Sie führte weiter aus, dass die Probleme des Dublin-III-Systems nicht allein durch eine Verschiebung in die Asyl- und Migrationsmanagement-Verordnung (PDF) gelöst werden können.

Gentges betonte: „Wir brauchen – bei aller gebotenen Humanität – mehr Ordnung, mehr Verlässlichkeit und klare Zuständigkeiten in unserem europäischen Asylsystem. Denn nur dann ist Europa stark und es kann mehr Vertrauen in die europäische Asylpolitik wachsen.“

Faire Lastenteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen

Gentges machte deutlich, dass das nun vorliegende GEAS-Anpassungsgesetz und das GEAS-Anpassungsfolgegesetz nur dann erfolgreich sein werden, wenn die Lasten fair zwischen Bund, Ländern und Kommunen aufgeteilt werden.

„Die konkrete Umsetzung des Grenzverfahrens, des Verfahrens der Sekundärmigration und des Screeningverfahrens führt zu erheblichen finanziellen, personellen und infrastrukturellen Aufwänden auf der Landesebene“, so Gentges. „Der Bund muss bei der Umsetzung seiner Verantwortung gerecht werden, damit diejenigen, die vor Ort handeln müssen, dies auch können.“

Weitere Meldungen

v.l.n.r.: Landespolizeipräsidentin Dr. Stefanie Hinz, Leitender Kriminaldirektor Ralf Keller, Polizeivizepräsident Ralf Keppler und Innenstaatssekretär Thomas Blenke MdL
Polizei

Neuer Polizeivizepräsident beim Polizeipräsidium Reutlingen

Ein Netzwerk-Kabelstecker leuchtet in der Netzwerkzentrale einer Firma zu Kontrollzwecken rot. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Sicherheit

Strobl begrüßt Einigung zur Speicherfrist von IP-Adressen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) und Tadeusz Matacz (rechts) stehen vor Fahnen und präsentieren die Verleihungsurkunde.
Auszeichnung

Ehrentitel Professor an Tadeusz Matacz

Renato Gigliotti
Polizei

Neue Leitung für das Polizeipräsidium Ravensburg

Ein Mitarbeiter von Kawasaki führt bei der Industriemesse Hannover Messe am Messestand von Microsoft die Überwachung und Steuerung einer Maschine mit einer AR-Brille (Augmented Reality) vor.
Industrielle Innovation

Baden-Württemberg auf der Hannover Messe 2026

Projektteam, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges (Dritte von links), Direktorin des Amtsgerichts Nürtingen Dr. Sabine Kienzle-Hiemer (Vierte von links), Dr. Markus Volz Vizepräsident des Landgerichts Stuttgart (5. v. l.)
Justiz

Pilotprojekt „Zivilgerichtliches Online-Verfahren“ gestartet

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) überreicht Dr. Edwin Ernst Weber (rechts) die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg.
Auszeichnung

Staufermedaille an Dr. Edwin Ernst Weber

Euro-Banknoten
Krankenversicherung

Versicherungsfremde Leistungen endlich aus Bundeshaushalt finanzieren

Polizeistreife bei Verkehrsunfall
Polizei

Bilanz des europaweiten Speedmarathons 2026

Lasergestützes Schießstrainingssystem für die Polizei Baden-Württemberg
Polizei

Lasergestützte Schießtrainingssysteme für die Polizei

Erläuterungen für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) und Umweltministerin Thekla Walker (rechts)
Nationalpark

Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald

Ministerpräsident Winfried Kretschmann sitzt am Schreibtisch.
Ministerpräsident

Serenade zur Verabschiedung von Ministerpräsident Kretschmann

In einer braunen Biomülltonne liegen Lebensmittel.
Ernährung

Zweite Runde der Lebensmittelretter-Challenge startet

Ein Mann setzt sich eine Spritze mit Heroin in den Arm.
Sicherheit

Zahl der Drogentoten leicht zurückgegangen

Blick über Hohenlohe
Landwirtschaft

Hauk kritistiert EU-Wiederherstellungsverordnung