Staatsangehörigkeit

Einbürgerungsfeier des Landes Baden-Württemberg

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Die Installation „Kunstprojekt für den Frieden“ auf der Gustav-Heinemann-Brücke in Berlin zeigt die Flaggen der Staaten der Vereinten Nationen (Bild: dpa).

2020 wurden 15.945 Personen aus insgesamt 139 Nationen 2020 eingebürgert. Stellvertretend empfing Innenminister Thomas Strobl 90 Eingebürgerte aus 40 verschiedenen Nationen im Neuen Schloss in Stuttgart.

„Eine Einbürgerung ist ein Bekenntnis zu unserem Land und zu unseren Werten. Sie bedeutet weit mehr als den Erhalt einer Urkunde. Eine Einbürgerung schenkt den Eingebürgerten eine neue Heimat, gibt Orientierung und schafft Vertrautheit“, sagte Innenminister Thomas Strobl in Stuttgart. Anlass war die Einbürgerungsfeier des Landes Baden-Württemberg, zu der rund 90 Eingebürgerte mit Begleitpersonen aus 40 verschiedenen Nationen von Minister Thomas Strobl im Neuen Schloss begrüßt wurden. 

Innerer Zusammenhalt einer pluralistischen Gesellschaft

„Von heute an tragen Sie als Staatsbürgerinnen und Staatsbürger Ihren Teil zu einem gemeinsamen Miteinander bei. Sie haben einen wichtigen Schritt für unseren Staat, aber auch für sich ganz persönlich getan. Aristoteles hat vor etwa 2.300 Jahren gesagt: Eine Stadt besteht aus unterschiedlichen Arten von Menschen. Ähnliche Menschen bringen keine Stadt zuwege. Dieses Zitat ist heute fast noch aktueller als damals. Auch heute geht es um Vielfalt in der Polis, ja im ganzen Gemeinwesen. Es geht um den inneren Zusammenhalt einer pluralistischen Gesellschaft, um Einheit in Vielfalt. Mit ihrer Einbürgerung stärken Sie die Gemeinschaft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, erklärte Innenminister Thomas Strobl dazu.

Ein Vorbild ist die Festrednerin der diesjährigen Einbürgerungsfeier: Die bekannte Schauspielerin und Botschafterin von TERRE DES FEMMES, Sibel Kekilli, Kind türkischer Einwanderer. Sie wurde 2017 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sie hat eine bemerkenswerte Schauspielkarriere durchlaufen. Für ihre Darstellungen erhielt Frau Sibel Kekilli zwei Mal den Deutschen Filmpreis und mehrere Auszeichnungen als beste Schauspielerin. Sibel Kekilli hat einmal über Menschen mit Zuwanderungsgeschichten gesagt, sie habe die Erfahrung gemacht „für Türken zu deutsch, für Deutsche nicht deutsch genug“ zu sein. In diesem Spannungsverhältnis bewegt sich jede Einbürgerung und es liegt an jedem von uns, es aufzulösen und die Schubladen im Kopf zuzuklappen.

Vorteile der deutschen Staatsbürgerschaft

Die Corona-Pandemie wirkte sich 2020 auch auf die Einbürgerungszahlen aus. Im Jahr 2020 wurden 15.945 Personen aus insgesamt 139 Nationen 2020 eingebürgert. Die Zahlen gingen um 17 Prozent gegenüber 2019 zurück (19.109). Die meisten der neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger stammen aus der Türkei (3.084), dem Kosovo (1.287) sowie Rumänien (864).

Durch die Einbürgerung werden die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger Staatsbürgerin oder Staatsbürger Deutschlands – mit allen Rechten und Pflichten. Sie können etwa in ihrem Bundesland und auf Bundesebene sowie auf europäischer Ebene an Wahlen teilnehmen und auch selbst für das Parlament kandidieren. Zudem besteht ein freier Zugang zu allen Berufen.

Die deutsche Staatsangehörigkeit bietet auch im Ausland zahlreiche Vorteile: Deutsche Staatsangehörige können in der EU und der Schweiz uneingeschränkt studieren und arbeiten. In vielen außereuropäischen Staaten ist es mit dem deutschen Reisepass leichter, ein Visum zu erhalten und dorthin zu reisen. Gerade in unsicheren Zeiten wie der gegenwärtigen Corona-Pandemiesituation kann das von hoher praktischer Bedeutung sein. Die Bedeutung des deutschen Reisepasses bestätigt auch der Henley-Pass-Index 2021. Danach nimmt der deutsche Reisepass im Ranking aller Reisepässe der Welt nach der Anzahl der Reiseziele, die ihre Inhaber ohne vorheriges Visum betreten können, den dritten Rang von 191 Ländern ein.

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