Artenschutz

Bewerbungen für „Natur nah dran“ ab sofort möglich

Das NABU-Projekt „Natur nah dran“ unterstützt Städte und Gemeinden dabei, Grünflächen artenreich und klimafit zu gestalten. Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember 2025.

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Hummeln und andere Tiere finden auf den „Natur nah dran“-Flächen reichlich Nahrung.

Bis 31. Dezember 2025 können sich Städte und Gemeinden um Unterstützung bei der naturnahen Gestaltung ihrer Grünflächen bewerben.

Bis zu 15.000 Euro Förderung

Hitze, Trockenheit, Artensterben: Das öffentliche Grün ist in vielen Kommunen bedroht. Das Projekt „Natur nah dran“ unterstützt Städte und Gemeinden dabei, Grünflächen artenreich und klimafit zu gestalten – mit bis zu 15.000 Euro Förderung, Schulungen und fachlicher Beratung. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und der Naturschutzbund Deutschland Landesverband Baden-Württemberg e.V. (NABU Baden-Württemberg) fördern mit Unterstützung des Städtetags und des Gemeindetags weitere 15 Kommunen in Baden-Württemberg. Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember 2025.

Der Nutzen für die Kommunen

  1. Vielfalt auch in heißen Sommern: Heimische Wildpflanzen kommen besser mit Hitzeperioden zurecht und sind damit besser für die Folgen des Klimawandels gewappnet.
  2. Weniger Aufwand und Kosten: Naturnahe Grünflächen benötigen langfristig weniger Pflege – das spart Geld und entlastet die häufig angespannte Personalsituation.
  3. Schmuckstücke mit Vorbildcharakter: Mit Wildpflanzen im öffentlichen Grün zeigen Kommunen, dass sie Verantwortung für die Biodiversität übernehmen – und regen Privatpersonen zum Nachmachen im eigenen Garten an.

Bereits zehn Prozent der Kommunen unterstützt

Umweltministerin Thekla Walker wirbt für die Teilnahme: „Lange Trockenphasen bringen die Natur in Bedrängnis. Um der Tier- und Pflanzenwelt auch mit fortschreitendem Klimawandel Lebensraum zu bieten, müssen wir aktiv werden. Naturnah gestaltete Grünflächen leisten dabei einen wichtigen Beitrag und tragen zugleich zur Attraktivität von urbanen Bereichen bei. Über zehn Prozent aller Kommunen in Baden-Württemberg konnten wir mit dem Erfolgsmodell ‚Natur nah dran‘ bereits unterstützen. Für weitere 15 Kommunen bietet sich nun noch einmal die Chance auf die Förderung ihrer Vorhaben.“

Kommunen übernehmen Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt

Der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle betont die wichtige Funktion der Biotope im Siedlungsbereich: „Knapp die Hälfte der in Baden-Württemberg lebenden Wildbienenarten ist gefährdet, 16 Prozent sind sogar vom Aussterben bedroht. Kommunen können mit ‚Natur nah dran‘ Verantwortung übernehmen und vormachen, wie man auf verhältnismäßig kleinen Flächen Großes bewirken kann. Das inspiriert auch Bürgerinnen und Bürger vor Ort, mehr Natur im privaten Garten zuzulassen.“

Refugien mit Wohlfühlfaktor für Tiere und Menschen

Frank Mentrup, Präsident des Städtetags, unterstreicht, dass von naturnahen Flächen nicht nur Tiere profitieren: „Aus der nachhaltigen Stadtentwicklung sind Grünflächen nicht wegzudenken. Richtig angelegt, werden Städte und Dörfer nicht nur zu Refugien für Tiere und Pflanzen, Grünflächen steigern gleichzeitig das Wohlbefinden der Menschen und kühlen aktiv ihre Umgebung. Mit ‚Natur nah dran‘ bekommen Kommunen weitere Ideen und Impulse, wie sie das kreativ angehen können.“

„Natur nah dran“ entlastet Bauhöfe und Stadtgärtnereien auf lange Frist

Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg, weist auf den Mehrwert von naturnah gestalteten Flächen für alle Beteiligten hin: „Naturnahe Grünflächen kommen besser mit Hitzestress zurecht, brauchen langfristig weniger Pflege, bringen Natur in den bebauten Bereich und sind ein Segen für die Artenvielfalt – sozusagen eine ‚Win-hoch-vier-Situation‘. Zudem können diese Flächen für die Bauhöfe vor Ort auf Dauer eine spürbare Arbeitserleichterung schaffen, selbst wenn sie im ersten Jahr etwas aufwändiger zu pflegen sind.“

Ablauf der Bewerbung

Bis Ende Dezember können Kommunen ihre Bewerbungsunterlagen beim NABU einreichen. Anfang 2026 entscheidet die Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Landesverbände, des Umweltministeriums und des NABU über die Bewerbungen. Die ausgewählten Kommunen erhalten im März Bescheid und starten Ende April in die einjährige Projektlaufzeit.

Online-Bewerbungssprechstunde

Für Kommunen finden am 22. Oktober 2025 von 10.00 bis 11.30 Uhr und am 13. November 2025 von 14.00 bis 15.30 Uhr Online-Sprechstunden statt, in denen das NABU-Team Fragen zum Bewerbungsverfahren beantwortet. Interessierte Mitarbeitende der Städte und Gemeinden können sich dazu ab sofort online anmelden.

„Natur nah dran“

Das NABU-Projekt „Natur nah dran 2.0“ wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Seit 2016 wandelten 121 Kommunen bereits fast 300.000 Quadratmeter naturnah um. Bis 31. Dezember 2025 können sich Städte und Gemeinden zum vorläufig letzten Mal bewerben.

NABU Baden-Württemberg: Die „Natur nah dran“-Kommunen

Quelle:

Gemeinsame Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und des NABU Baden-Württemberg

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