Justizministerkonferenz

Beschleunigung asylgerichtlicher Verfahren beschlossen

Die Justizminister der Länder haben auf der 96. Justizministerkonferenz einen Antrag zur Beschleunigung asylgerichtlicher Verfahren beschlossen.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine bronzene Figur der Justitia.
Symbolbild

Auf der 96. Justizministerkonferenz haben die Justizministerinnen und Justizminister den Antrag aus Baden-Württemberg, Sachsen und Hessen zur „Konzentration nach Abschiebungszielstaaten“ zur Beschleunigung asylgerichtlicher Verfahren beschlossen. Ziel ist es, Verfahren nach Abschiebungszielstaat zu bündeln, sodass sich Verwaltungsgerichte jeweils für bestimmte Zielstaaten, in die Abschiebungen gehen sollen, spezialisieren können.

Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges betont: „Durch die Konzentration gerichtlicher Verfahren können wir eine Spezialisierung und damit eine Effizienzsteigerung erreichen. Was wir in Baden-Württemberg bereits umgesetzt haben, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Um den nächsten Schritt gehen zu können, benötigen wir jedoch eine Gesetzesänderung auf Bundesebene.“

Anpassung des Asylgesetzes gefordert

Der Beschlussvorschlag zielt auf eine Anpassung des Paragrafen 83 Absatz 3 Satz 1 des Asylgesetzes (AsylG) ab, um es den Ländern zu ermöglichen, durch Rechtsverordnung einem Verwaltungsgericht Streitigkeiten hinsichtlich bestimmter Abschiebungszielstaaten für die Bezirke mehrerer Verwaltungsgerichte zuzuweisen.

Bisher können die Landesregierungen einem Verwaltungsgericht durch Rechtsverordnung bestimmte Asylverfahren hinsichtlich bestimmter Herkunftsstaaten an einem Verwaltungsgerichtsstandort zuweisen. Die Justizministerinnen und Justizminister sprechen sich nunmehr dafür aus, den Ländern auch die Möglichkeit zu eröffnen, einem Verwaltungsgericht Streitigkeiten hinsichtlich bestimmter Abschiebungszielstaaten für die Bezirke mehrerer Verwaltungsgerichte zuzuweisen. Eine solche neue Regelung würde vor allem auf Dublin-Verfahren oder Verfahren nach der Asyl- und Migrationsmanagementverordnung ab dem 1. Juli 2026 zielen.

Ministerin Gentges betont: „In diesen Verfahren kommt es nicht auf die Bedrohungslage im Herkunftsstaat an, sondern auf die jeweiligen Aufnahmebedingungen im Zielstaat der Abschiebung. Eine Konzentration nach Abschiebungszielstaaten würde eine vergleichbare Spezialisierung wie die Verfahrenszuweisung nach bestimmten Herkunftsstaaten bewirken.“

Asylverfahren signifikant verkürzt

Das Ministerium der Justiz und für Migration in Baden-Württemberg beschleunigt asylgerichtliche Verfahren erfolgreich mit einem Maßnahmenbündel. Durch eine personelle Stärkung der Verwaltungsgerichte und vorausschauende organisatorische Maßnahmen wie die Schaffung von Spezialzuständigkeiten und der Errichtung von Spezialkammern konnten die Laufzeiten von Asylsachen vor den Verwaltungsgerichten signifikant verkürzt werden, wobei die hohen rechtsstaatlichen Standards weiterhin gewährleistet bleiben. Diese lagen in Hauptsacheverfahren zuletzt bei durchschnittlich 7,6 Monaten und in Eilverfahren bei 1,5 Monaten.

Ergänzend kommen in Baden-Württemberg bereits intelligente Softwarelösungen zum Einsatz, um die Verfahren noch effizienter zu gestalten.

Weitere Meldungen

Fünf Exemplare der Publikation „Kabinettsausschuss für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung – Abschlussbericht“
Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung im Land weiter gestärkt

Straßenbaustelle an der B31 im Schwarzwald (Bild: © dpa).
Straßenverkehr

500 Millionen Euro für Straßenerhalt im Land

von links nach rechts: Herr Knödler von der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall, Justizministerin Marion Gentges und Herr Mack von der Justizvollzugsanstalt Heimsheim
Justiz

108 neue Justizvollzugsbeamte im Land

Bauarbeiter laufen in Stuttgart an Neubauten der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) vorbei. (Foto: © dpa)
Wohnraumförderung

Bau von 3.367 Sozialwohnungen bewilligt

Gruppenbild mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (vorne, Mitte) und den Ordensprätendentinnen und Ordensprätendenten
Auszeichnung

Verdienstorden des Landes an 27 verdiente Persönlichkeiten

Landtag, Plenarsaal von oben
Landtagswahl

Endgültiges Ergebnis der Landtagswahl 2026

Wappen von Baden-Württemberg auf dem Ärmel einer Polizeiuniform. (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)
Polizei

Verstärkung für die Polizei nach erfolgreichem Studienabschluss

Neue Herausforderungen für die Kriminaltechnik in Bayerns
Wirtschaft

Länder fordern Anpassung der Chemieagenda 2045

Verleihung des Bevölkerungsschutz Ehrenzeichen
Auszeichnung

Bevölkerungsschutz-Ehrenzeichen verliehen

Deutsche Delegation beim 4. Treffen der deutsch-polnischen Freundschaftsgruppen
Europa

Treffen der deutsch-polnischen Freundschaftsgruppen

Gruppenfoto der Teilnehmenden der 53. Sportministerkonferenz auf Norderney
Sport

53. Sportministerkonferenz auf Norderney

Die Fahnen von Deutschland (links) und Polen (rechts)
Internationales

Delegation bei Treffen der deutsch-polnischen Freundschaftsgruppen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Innenminister Thomas Strobl am Grab des früheren Ministerpräsidenten Lothar Späth auf dem Waldfriedhof in Stuttgart-Degerloch
Gedenken

Zehnter Todestag von Lothar Späth

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) überreicht Prof. Dr. Hubert Klausmann (rechts) die Staufermedaille in Gold.
Auszeichnung

Staufermedaille in Gold an Prof. Dr. Hubert Klausmann

Volker Stier, Polizeivizepräsident PP Stuttgart
Polizei

Neuer Polizeivizepräsident beim Polizeipräsidium Stuttgart