Forschung

Baden-Württemberg heißt ausländische Forschende willkommen

Mit einer neuen Partnerschaft zwischen der US-Spitzenuniversität Harvard und der Exzellenzuniversität Heidelberg bekennt sich Baden-Württemberg klar zur Internationalität der Wissenschaft und zur Wissenschaftsfreiheit.

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Rückansicht von drei Personen mit schwarzen Doktorhüten und weißen Hemden.

Das Land fördert die internationale Zusammenarbeit der Wissenschaft mit einer rund 24 Millionen Euro starken Initiative. Zentral ist dabei eine in der Europäischen Union (EU) einzigartige Partnerschaft der US-Spitzenuniversität Harvard und der deutschen Exzellenzuniversität Heidelberg.

Mit dem Zukunftspaket „Global Partnership in Science“ erweitert Baden-Württemberg die Möglichkeiten, Spitzen- und Nachwuchsforschende aus dem Ausland interessante Perspektiven zu bieten. Das Land baut damit seine Strategie zur Stärkung von Innovationskraft und Forschungsexzellenz gezielt weiter aus. Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski präsentierten ihre Pläne am Dienstag, 23. September 2025, dem Kabinett in Stuttgart.

Klares Bekenntnis zur Wissenschaftsfreiheit

„Als Wissenschaftsland mit Tradition und Exzellenz heißen wir internationale Forschende herzlich willkommen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach der Ministerratssitzung. „Ganz besonders freut uns natürlich die Vereinbarung zwischen der Harvard University und der Universität Heidelberg. Wir geben ein klares Bekenntnis zur Wissenschaftsfreiheit und zur Internationalität der Wissenschaft in Baden-Württemberg. Wir wollen unser Land noch stärker zu einem Magneten für internationale Spitzenforschung machen. Außerdem bieten wir mit einem Programm der Baden-Württemberg-Stiftung Forschungsmöglichkeiten für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Ländern mit zunehmend eingeschränkter Wissenschaftsfreiheit. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Zukunft unseres Landes zu gestalten und unsere Wettbewerbsfähigkeit im globalen Markt zu stärken. Es soll aber auch ein Zeichen setzen für die Freiheit von Forschung, Lehre und das Streben nach Erkenntnis.“

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski ergänzte: „Dass sich die Harvard University eine Universität in Baden-Württemberg für eine exklusive Partnerschaft ausgesucht hat, beweist, dass unser Forschungs- und Wissenschaftsstandort zu den besten der Welt gehört. Wir schaffen im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe und Ideen attraktive Rahmenbedingungen für unabhängige und verlässliche Forschung und für Innovationen. Sie sind die Grundlage für unseren Wohlstand und die Weiterentwicklung unseres Landes.“

Strategisch zukunftsweisende Kooperation mit Harvard

Die Rektorin der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Frauke Melchior, erklärte: „Die institutionell verankerte Partnerschaft mit Harvard University ist strategisch zukunftsweisend. Die Kooperation soll als Modell für eine vertiefte transatlantische Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA dienen. Von dieser Kooperation profitiert perspektivisch auch die Wissenschaft in ganz Baden-Württemberg, auch weil wir unseren zahlreichen Partnern Zugang zu diesem hochkarätigen Netzwerk ermöglichen können.“

Zukunftspaket „Global Partnership in Science“

Das im Kabinett verabschiedete Paket „Global Partnership in Science“ umfasst diese drei Förderungen:

  • Zehn Millionen Euro für das Global Institution-Programm unterstützen den Ausbau der bereits langjährig bestehenden Kontakte zwischen der Universität Heidelberg und der Harvard University in den USA zu einer festen Partnerschaft. Die strukturelle und nachhaltige Vertiefung der Kooperation leistet einen herausragenden Beitrag, die Position des Wissenschaftsstandorts Baden-Württemberg auf internationaler Ebene weiter zu erhöhen. Die geplanten Fördermaßnahmen umfassen Forschungsaufenthalte für bis zu 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Harvard an der Universität Heidelberg, sowie zusätzliche Maßnahmen, wie beispielsweise die Einrichtung eines gemeinsamen Innovation Hub.
  • Zehn Millionen Euro für das Global Professorship-Programm ermöglichen es den Universitäten, schnell und flexibel besonders attraktive, individuell zugeschnittene Berufungsangebote an internationale Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu machen. Die Initiative setzt auf bestehenden Förderprogrammen des Wissenschaftsministeriums auf und entwickelt diese weiter.
  • 3,6 Millionen Euro fließen in das Global Fellowship-Programm. Es bietet zeitlich begrenzte Forschungsaufenthalte für internationale Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Die drei international ausgerichteten baden-württembergischen Institutes for Advanced Studies (IAS) in Freiburg, Tübingen und Konstanz ermöglichen thematisch offene Gastaufenthalte/Forschungsstellen von bis zu zwei Jahren, für bis zu 14 Postdoktorandinnen und Postdoktoranden. Sie sollen es erlauben, herausragende Forschung unter besten Bedingungen fortzusetzen, sowie sich im exzellenten baden-württembergischen Forschungsumfeld zu vernetzen.

„Wir sind überzeugt, dass sich diese Investitionen auszahlen werden, um die internationale Spitzenstellung von Baden-Württemberg als führender Wissenschaftsstandort weiter zu erhöhen“, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. „Wir steigern damit die Attraktivität unserer Universitäten für Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus aller Welt, stärken die internationale Zusammenarbeit und fördern den Austausch von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern.“

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