Verbraucherschutz

Ältere Verbraucher für bewusstes Online-Verhalten sensibilisieren

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Algorithmen - Sei unberechenbar

Ziel der Regionalen Konferenzen Verbraucher 60+ „Unberechenbar online unterwegs“ ist es, ältere Verbraucher für einen bewussten Umgang mit Algorithmen und persönlichen Daten im Internet zu sensibilisieren. Nach der Auftaktveranstaltung in St. Leon-Rot werden sämtliche Expertenvorträge des Livestreams als kurze Informationsfilme aufgearbeitet.

„Die Digitalisierung ist für uns alle ein Gewinn an Komfort und zusätzlichen Angeboten im Alltag. Besonders seit Beginn der Corona-Pandemie hat sie uns einiges erleichtern können. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass Verbraucher diesen Komfort letztlich mit ihren Datenspuren bezahlten, die sie im Internet hinterlassen. Wer sich im Netz bewegt, wird ständig analysiert und bewertet“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, in St. Leon-Rot (Rhein-Neckar-Kreis) anlässlich der Auftaktveranstaltung der Regionalen Konferenzen Verbraucher 60+. Diese Analysearbeit übernehmen sogenannte Algorithmen, deren Funktionsweise für die Internetnutzer in der Regel nicht nachvollziehbar sei. Es gebe gute und schlechte Seiten von Algorithmen.

„Wer nicht unentwegt analysiert werden oder seine Identität und seine Konsumgewohnheiten vor unbemerkter kommerzieller Verwertung schützen möchte, kann hierzu Vorkehrungen treffen. Diese Kompetenz vermittelten die Experten der Regionalen Konferenzen kostenlos“, betonte Minister Hauk.

Konferenzreihe Unberechenbar online unterwegs – Herausforderungen und Potentiale von Algorithmen

Aktuellen Studien zufolge könnten sich zwei Drittel der Verbraucher über 65 Jahre ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. „Mit dem Start der aktuellen Konferenzreihe ,Unberechenbar online unterwegs – Herausforderungen und Potentiale von Algorithmen‘ bieten wir im Rahmen unserer Algorithmen-Kampagne ein Format speziell für die Verbraucher ab 60 Jahren an“, erklärte der Minister. Der Dank gehe dabei für die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit an die Kooperationspartner. Dies seien der Landessseniorenrat Baden-Württemberg e.V., die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sowie der Bundesverband Die Verbraucher Initiative e.V..

„Seit 2009 erfreuen sich die Regionalen Konferenzen Verbraucher 60+ ungebrochener Beliebtheit und das ist neben dem passenden Format für diese Zielgruppe nicht zuletzt dem ehrenamtlichen Engagement der Seniorinnen und Senioren vor Ort zu verdanken, die in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern diese Vormittage auf die Beine stellen“, betonte der Verbraucherschutzminister.

Expertenvorträge im Nachgang als Informationsfilme verfügbar

Mit Blick auf die aktuelle Corona-Lage stehe die Planung und Durchführung dieses Jahr unter ganz anderen Vorzeichen. „Wir haben uns daher entschieden, in St. Leon-Rot nur einen kleinen Zuschauerkreis unter Einhaltung der Hygienevorschriften vor Ort zuzulassen und das Gros der Zuschauer via Livestream teilhaben zu lassen“, erläutere Hauk. Da davon auszugehen sei, dass aufgrund des Corona Geschehens die eigentlich angedachten vier weiteren Konferenzen der Reihe vorerst nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden könnten, würden sämtliche Expertenvorträge des Livestreams im Nachgang als kurze Informationsfilme aufgearbeitet und über die Kampagnenseite dem Landesseniorenrat Baden-Württemberg und anderen Interessierten zur Verfügung gestellt.

„Nachdem wir von 2009 bis 2019 bei 63 Regionalen Konferenzen inzwischen insgesamt über 5.000 Besucher bei den Veranstaltungen vor Ort begrüßen durften, müssen wir auch im Bereich der Verbraucherbildung und -information auf andere Kommunikationskanäle umsteigen“, stellte Hauk klar.

Algorithmen im Internet

Ein Algorithmus ist eine fest definierte Vorgehensweise, mit der ein Problem oder eine Frage in endlicher Zeit gelöst werden kann. Algorithmen analysieren Nutzerdaten und ziehen daraus Schlussfolgerungen. Bei vielen Internetdiensten funktioniert die Ausrichtung auf den Nutzer umso besser, je mehr Informationen und Daten im Internet hinterlassen werden. Beispielsweise entscheidet auf dieser Grundlage ein Suchalgorithmus wie Google oder andere Suchmaschinen, welche Inhalte dem Nutzer angezeigt werden. So erklärt sich, warum zwei Nutzer unterschiedliche Ergebnisse erhalten, obwohl sie in der Suchmaschine den gleichen Begriff eingeben. Der Algorithmus der Suchmaschine berücksichtigt im Regelfall das bisherige Suchverhalten im Internet und präsentiert häufig nicht nur, was am besten passen könnte, sondern zeigt auch Werbung, die zur Suchanfrage passt. Es wird Geld damit verdient, dass Werbeanzeigen gezielt zugeschnitten werden. Algorithmen können also das Verhalten von Internetnutzerinnen und -nutzern und insbesondere deren Konsumentscheidungen beeinflussen.

Verbraucherportal Baden-Württemberg: Regionalen Konferenzen Verbraucher 60+

Algorithmen-Kampagne #seiunberechenbar

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Verbraucherschutz

Weitere Meldungen

Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
Europäischer Sozialfonds

Mehr Frauen mit Migrationserfahrung in Arbeit

Kleinkind auf Rutsche
Stadtentwicklung

Land fördert drei nichtinvestive Städtebauprojekte

Organspendeausweis
Organspende

Bundestag diskutiert über Widerspruchsregelung bei der Organspende

Luftbild vom Quartier Kanadaring in Lahr
Flächenmanagement

Land entwickelt kostenloses Tool zum Digitalen Flächenmanagement

Ein fahrendes schwarzes Auto mit gelber Aufschrift "Deine Mutter fährt nicht betrunken" und Team Vision Zero.
Verkehrssicherheit

Mehr Unfälle rund um die Feiertage

Ein Mädchen watet durch die überschwemmte Innenstadt von Veringenstadt.
Gesellschaft

Menschen besser auf Krisen vorbereiten

Traktor auf dem Feld
Landwirtschaft

Stichtagsregelung für Ackerflächen kommt

Holzbau
Forst

Fünfter Fachkongress Holzbau

Der Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm, und Gesundheitsminister Manne Lucha sitzen nebeneinander und unterzeichnen jeweils ein Dokument.
Gesundheit

Gesundheitssystem im Land auf Krisenfälle vorbereiten

Biosphärengebiet Schwäbische Alb - Blick von Teck
Naturschutz

Erfolgsmodell Biosphärengebiet Schwäbische Alb wächst

Weinreben im Frühling
Flurneuordnung

Land stärkt Weinbau in Brackenheim-Haberschlacht

Landschaft von oben im Neckar-Odenwald-Kreis
Ländlicher Raum

Flurneuordnung Schefflenz-Oberschefflenz (Nord) fortgesetzt

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Neue Fortbildung im Weinbau

Symbolbild einer Kirche
Ländlicher Raum

Kirchliche Räume als Orte der Zukunft

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Süddeutscher Biogasgipfel in Ulm