Rohstoffe

2. Phosphor-Kongress in Stuttgart

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (Bild: © dpa)

In Stuttgart findet heute und morgen der Kongress „Phosphor – ein kritischer Rohstoff mit Zukunft“ statt. Fachleute aus dem In- und Ausland beraten dabei, wie rohstoffarme Länder wie Deutschland ihren Bedarf an lebenswichtigem Phosphor langfristig sichern können.

Mit der zweitägigen Fachtagung unterstreiche Baden-Württemberg seine Rolle als europaweit führende Region in Forschung und Entwicklung von Verfahren zur Phosphor-Rückgewinnung, erklärte Umweltminister Franz Untersteller: „Unser Wirtschaftsstandort ist leider noch vollkommen abhängig vom Import von Rohphosphaten und den daraus hergestellten Mineraldüngern – und das, obwohl in unseren Abfällen viel nutzbares Phosphor steckt. Gleichzeitig belastet der Abbau des Rohstoffes die Umwelt in den wenigen Lieferstaaten in immer größerem Maße. Diese Länder sind politisch nicht unbedingt als stabil zu bezeichnen und können als Lieferanten auch ausfallen. Wir müssen es daher schaffen, unsere strategische Abhängigkeit von diesen Staaten zu verringern und die lebenswichtige Ressource Phosphor aus unseren Abfällen zurückgewinnen.“

Vor diesem Hintergrund habe er kein Verständnis dafür, warum der Bund bei der aktuellen Novelle der Klärschlammverordnung die Betreiber größerer Kläranlagen erst ab dem Jahr 2029 dazu verpflichten möchte, Phosphor aus dem Klärschlamm zurückzugewinnen, betonte der Minister. Untersteller weiter:„Wir haben in Offenburg eine große Kläranlage, die zeigt, dass uns schon heute die Technik zur Verfügung steht, den wichtigen Stoff wiederzugewinnen. Warum möchte der Bund hier weitere zwölf Jahre zuwarten und wertvolle Zeit vergeuden?“

Ebenso wenig nachvollziehbar seien die aktuellen Pläne des Bundes, kleinere Kläranlagen von der Pflicht zur Wiedergewinnung ganz freizustellen und es ihnen zu erlauben, den Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen auszubringen. „Die aktuellen Diskussionen um großflächige PFC-Belastungen in Mittel- und Nordbaden oder um Mikrokunststoffe in den Gewässern zeigen, dass wir mit dem Unsinn aufhören müssen, zuerst mit großem Aufwand Schadstoffe aus dem Abwasser zu fischen, nur um sie nachher wieder in die Umwelt freizusetzen“, betonte Untersteller. Das Ziel müsse sein, erst den wertvollen Phosphor aus dem Klärschlamm zurückzuholen und danach den Klärschlamm zu 100 Prozent zu verbrennen. Schon heute erreiche Baden-Württemberg eine Verbrennungsquote von 95 Prozent, damit lande hier so wenig Klärschlamm auf den Feldern wie nirgendwo sonst in Europa.

Damit habe Baden-Württemberg die Basis gelegt, den Wirtschaftsstandort so gut wie möglich aus den im Land vorhandenen Phosphor-Quellen versorgen zu können, so Umweltminister Untersteller. „Wir werden uns auch weiterhin auf Bundesebene für den Aufbau einer möglichst umfassenden Kreislaufwirtschaft sowie der notwendigen Infrastruktur zur Phosphorrückgewinnung einsetzen. Mit einem umfangreichen Förderprogramm machen wir dazu in Baden-Württemberg den Anfang und werden weitere große Recyclinganlagen für Phosphor aufbauen.“

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Phosphor-Rückgewinnung

Weitere Meldungen

IHK Heilbronn
Start-up BW

Krumm Engineering UG im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

IW JUNIOR Landeswettbewerb - Dorfgemeinschaftsladen
Start-up BW

Zwei Schülerfirmen beim Landeswettbewerb ausgezeichnet

ELR
Ländlicher Raum

Entwicklungsprogramm Länd­licher Raum 2027 ausgeschrieben

Neu gebaute Häuser stehen hinter einer noch unbebauten Fläche eines Neubaugebiets.
Bauen

Fristen für Förderaufrufe verlängert

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
Flurneuordnung

Bescheidübergaben in drei Flurneuordnungsverfahren

Hunde im Tierheim. (Bild: Norbert Försterling / dpa)
Tierschutz

Land fördert Tierheim Dreherhof im Ostalbkreis

Ein Ausbilder erklärt in einem Techniklabor jugendlichen Auszubildenden etwas.
Ausbildung

13 Millionen Euro für überbetriebliche Berufsausbildung

Ministerin für den Ländlichen Raum, Marion Gentges MdL
Verwaltung

Amtsübergabe im Ministerium Ländlicher Raum

Broschüre Kulturdenkmale und Photovoltaikanlagen
Denkmalpflege

Neue Broschüre zu Photovoltaik auf Kulturdenkmalen

Kleinkind auf Rutsche
Stadtentwicklung

Land fördert drei nichtinvestive Städtebauprojekte

Holzbau
Forst

Fünfter Fachkongress Holzbau

Eine Hand hält einen in augmented Reality illustrierten Kopf.
Digitalisierung

Land fördert Digital Hubs Bodensee und Region Bruchsal

Mitarbeiter des Bereichs der atmosphärischen Aerosolforschung beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT) arbeiten im Wolkenlabor an der Anlage für Aerosol Interaktionen und Dynamik in der Atmosphäre (AIDA). (Foto: dpa)
Innovation

Land fördert kommunale Innovationsinfrastrukturen

Biosphärengebiet Schwäbische Alb - Blick von Teck
Naturschutz

Erfolgsmodell Biosphärengebiet Schwäbische Alb wächst

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Süddeutscher Biogasgipfel in Ulm