Forschung

13 neue Partnerschaften für Forschung und Entwicklung

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Frau forscht an Brennstoffzelle (© Fraunhofer Institut)

Die Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Aalen, Furtwangen, Heilbronn, Offenburg, Reutlingen und Ulm erhalten eine Förderung zum Technologietransfer in die kleinen und mittelständischen Unternehmen in ihrer Region. Insgesamt bekommen 13 Vorhaben in den Zukunftsfeldern „Erneuerbare Energien und Ressourceneffizienz“ sowie „Biotechnologie“ und „Industrie 4.0/Digitalisierung“ eine Förderung für zwei Jahre.

Alle zwei Minuten ereignet sich auf Deutschlands Straßen ein Wildunfall, pro Stunde verunglücken durchschnittlich neun Fahrradfahrer. Um solche Unfälle zukünftig zu vermeiden, entwickelt die Hochschule Ulm gemeinsam mit der Hochschule Heilbronn sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) eine intelligente Straßeninfrastruktur. Diese erfasst Wildtiere und Fahrradfahrer über eine Radar-Sensorik und setzt eine Warnung an andere Verkehrsteilnehmer ab – und rettet so Leben. Möglich macht das ein Förderprogramm, das den Technologietransfer zwischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stärkt.

„Baden-Württemberg ist die innovativste Region in Europa. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Innovationstärke leisten die Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Mit ihrer anwendungsorientierten Forschung, die sie gemeinsam mit den regionalen kleinen und mittelständischen Unternehmen durchführen, leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer in die Wirtschaft. Das wollen wir weiter stärken. Deshalb fördern wir gemeinsam mit dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erfolgversprechende Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft mit insgesamt sechs Millionen Euro“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Insgesamt werden 13 Vorhaben in den Zukunftsfeldern „Erneuerbare Energien und Ressourceneffizienz“ sowie „Biotechnologie“ und „Industrie 4.0/Digitalisierung“ für zwei Jahre gefördert.

.„Mit diesem neuen Programm unterstützten wir die HAW darin, ihr Innovationspotenzial noch effektiver auszuschöpfen und ihre Wettbewerbsfähigkeit im Wissenschaftssystem wie auch in der Kooperation mit der Wirtschaft noch weiter zu stärken“, unterstrich Bauer.

Technologietransfer: Wirtschaft und Wissenschaft Hand in Hand

Mit ihrer anwendungsnahen Forschung und ihrer flächendeckenden Verteilung im gesamten Land sind die HAW geradezu prädestiniert, die ebenfalls landesweit verorteten KMU als Partner in Forschung und Entwicklung voranzubringen. „Deshalb wollen wir über gemeinsame Forschungsvorhaben die gezielte Vernetzung und die Etablierung von strategischen Kooperationen der HAW mit dem unternehmerischen Mittelstand in der gemeinsamen Region stärken“, so Bauer. Durch die gemeinsamen Verbundvorhaben ergeben sich Impulse für die Hochschulen und in gleicher Weise für die KMU. „Dadurch erhöht sich auch die Sichtbarkeit der baden-württembergischen HAW in der regionalen und nationalen Hochschullandschaft. Gleichzeitig wird deren Rolle als leistungsstarke Partner für innovative Kooperationsvorhaben mit den Unternehmen in der Nachbarschaft betont“, so Wissenschaftsministerin Bauer.

Erneuerbare Energien und Ressourceneffizienz, Biotechnologie sowie Industrie 4.0 und Digitalisierung

An der Hochschule Aalen dreht sich alles um Energie, etwa um Qualität, Lebensdauer und Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien zu verbessern und Kosten bei der Herstellung zu senken. Denn Batterien als Energiespeicher sind für zahlreiche Anwendungsbereiche von besonderer Bedeutung – etwa bei der Elektromobilität. Mit diesen Batterien beschäftigt sich auch die Hochschule Offenburg: Im Projekt „LIBlife“ werden zuverlässige und schnelle Diagnosemethoden für die Untersuchung von Lithium-Ionen-Batteriesystemen entwickelt – um in Echtzeit Aussagen zu Kapazität, Leistungsfähigkeit oder Ladezustand zutreffen.

Die zunehmende Interaktion zwischen Fahrzeugen, Nutzern und dem Internet macht eine immer größere Anzahl von Bedienelementen notwendig, wodurch Fahrzeuge am Ende schwerer werden. Dem wirkt die Hochschule Reutlingen mit leichteren, textilen Bedienoberflächen entgegen. Durch grüne Gestaltungsmerkmale soll der umweltbewusste Nutzer nachhaltige Materialien und Produkte zudem leichter identifizieren und gezielt auswählen können.

Im Zeichen der Gesundheit stehen die Projekte der Hochschule Furtwangen und der Hochschule Heilbronn. Das Projekt „3D TuMo-Print“ an der Hochschule in Furtwangen zielt darauf, Entwicklung und Testzyklen von Medikamenten für die Krebsbehandlung zu beschleunigen und frühzeitig eine bessere Voraussagbarkeit ihrer therapeutischen Wirksamkeit zu erzielen. Mit der gesundheitsgefährdenden Wirkung von Aerosolnebeln, die bei verschiedenen industriellen Prozessen entstehen, beschäftigt sich die Hochschule Heilbronn: Hier werden energetisch höchsteffiziente, textile Aerosolnebelfilter entwickelt. Mittels Simulationen werden verschiedene mechanische und chemische Filteroptionen entwickelt, die passgenau auf die Bedarfe der Produktionsprozesse ausgelegt werden und einen hohen Wirkungsgrad erzielen.

Technologietransfer und Förderprogramm

Aus den gemeinsamen Verbundvorhaben ergeben sich sowohl für die KMU als auch die HAWen diverse Vorteile. Die KMU können in der Kooperation ihre oftmals nur begrenzt vorhandenen personellen und finanziellen Kapazitäten im Forschungs- und Entwicklungsbereich ausbauen. Die HAWen schärfen durch die Kooperation mit der Wirtschaft ihr Forschungsprofil, anwendungsrelevante Forschungsinhalte fließen schneller in die Lehre ein, und den Studierenden wird ermöglicht, Kontakte zu möglichen Arbeitgebern aufzubauen.

Insgesamt wurden 43 Förderanträge eingereicht, deren thematische Schwerpunkte in den Bereichen „Erneuerbare Energien“ und Ressourceneffizienz sowie „Biotechnologie“ und „Industrie 4.0/Digitalisierung“ liegen. In dem hochkompetitiven Wettbewerb setzten sich 13 Vorhaben durch, deren Umsetzung das Wissenschaftsministerium hälftig aus Mitteln der EFRE Regionalförderung 2014 bis 2020 und aus Mitteln des Landes in den kommenden zwei Jahren mit insgesamt bis zu sechs Millionen Euro fördert.

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