Klimawandel

2025 deutlich zu warm und mit ausgeprägter Hitzephase

In Baden-Württemberg ist es zu warm. Dieser Trend hielt auch im Jahr 2025 an. Besonders der Juni sticht mit ungewöhnlich hohen Temperaturen und einer Hitzewelle hervor.

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Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Symbolbild

In Baden-Württemberg ist es zu warm. Dieser Trend hielt auch im Jahr 2025 an. Besonders der Juni sticht mit ungewöhnlich hohen Temperaturen und einer Hitzewelle hervor. Die erste Jahreshälfte war geprägt von einer ausgeprägten Trockenphase, die unter anderem für niedrige Wasserstände sorgte. Der Klimatische Jahresrückblick der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) zeigt, wie sich der Klimawandel hier vor Ort auswirkt.

Widerstandsfähigkeit stärken

Umweltministerin Thekla Walker: „Es ist wichtig, im Blick zu haben, wie sich unser Klima verändert und welche Folgen das mit sich bringt. Die Entwicklung ist klar: Es wird wärmer, Extremwetter nimmt zu. Das macht der Natur und den Menschen immer mehr zu schaffen. Klimaschutz muss deshalb unbedingt weiter ganz oben auf unserer Prioritätenliste stehen. Gleichzeitig gilt es, uns bestmöglich für die bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels aufzustellen. Bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen wir die Kommunen in Baden-Württemberg – von der Erstellung von Anpassungskonzepten bis zu deren Umsetzung. So gelingt es uns, widerstandsfähiger zu werden.“

Mehr Hitze-, weniger Kältephasen

Das Jahr 2025 war in Baden-Württemberg wieder deutlich zu warm. Die durchschnittliche Jahrestemperatur lag bei 9,8 Grad Celsius. Damit war es 1,9 Grad wärmer als im Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Alle Monate des Jahres waren wärmer als die jeweiligen Vergleichswerte. Besonders herausragend war der Juni: Mit einer Durchschnittstemperatur von 19,4 Grad war er nicht nur der wärmste Monat des Jahres, sondern auch der zweitwärmste Juni seit 1961. Die Temperatur lag 4,4 Grad über dem langjährigen Mittel. Ende Juni kam es außerdem zu einer starken Hitzewelle. Dr. Ulrich Maurer, Präsident der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, erklärt dazu: „Im Jahr 2025 gab es landesweit 16 Heiße Tage mit 30 Grad Celsius oder mehr. Das sind viermal so viele wie im Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Gleichzeitig gab es weniger Frost- und Eistage als früher. Das zeigt deutlich: Extreme Hitze tritt immer häufiger auf, strenge Kältephasen werden seltener. Der Erwärmungstrend in Baden-Württemberg setzt sich fort.“

Trockenes Frühjahr mit früh einsetzendem Niedrigwasser

In der ersten Jahreshälfte gab es in Baden-Württemberg eine ausgeprägte Trockenphase. Insbesondere das Frühjahr wies deutlich zu wenig Niederschläge auf. Das führte bereits früh im Jahresverlauf zu Niedrigwasser in vielen Fließgewässern des Landes. Schon ab Mai befanden sich über die Hälfte der Pegel des Niedrigwasser-Informationszentrums Baden-Württemberg mindestens in der Vorstufe Niedrigwasser. Im Juni und Juli lagen zeitweise über 60 Prozent dieser Pegel in den Klassen „sehr niedrig“ oder „extrem niedrig“. Die Niedrigwasserlage hielt über mehrere Monate an. Der Gemeingebrauch von Oberflächengewässern wurde teilweise eingeschränkt, Schiffe konnten nicht wie gewohnt verkehren. Erst ab Ende Juli sorgten wiederkehrende Niederschläge für eine spürbare Entspannung der Situation.

Frühe Apfelblüte und hohe Wassertemperaturen

Die Witterungsverhältnisse des Jahres 2025 wirkten sich deutlich auf die natürlichen Systeme aus. Die Vegetationsperiode begann außergewöhnlich früh. Die Apfelblüte setzte landesweit bereits am 15. April ein und damit rund 18 Tage früher als im Mittel der Referenzperiode. Gleichzeitig war die Entwicklungsphase bis zur Pflückreife mit 118 Tagen eine der längsten seit Beginn der Auswertungen. Die Frühjahrstrockenheit dämpfte vermutlich die Entwicklung und sommerliche Niederschläge zögerten die Reife hinaus.

Auch die Gewässer reagierten auf die hohen Temperaturen und das Niedrigwasser. Während der sommerlichen Hitzeperioden erreichten die Wassertemperaturen im Rhein bei Karlsruhe Spitzenwerte von bis zu 27 Grad Celsius. Solche hohen Temperaturen stellen insbesondere in Kombination mit niedrigen Abflüssen eine Belastung für aquatische Lebensgemeinschaften dar und verändern langfristig die ökologischen Rahmenbedingungen in Flüssen und Seen.

Klimaanpassung für mehr Klimaresilienz

Die Ergebnisse zeigen klar: Der Klimawandel ist in Baden-Württemberg deutlich messbar. Er verändert den Wasserhaushalt, die Temperaturen und auch natürliche Abläufe in der Tier- und Pflanzenwelt. Das macht deutlich, dass Handlungsbedarf besteht.

Das Land hat mit den neuen Vorgaben im Klimagesetz Baden-Württemberg (KlimaG BW) seit August 2025 daher die flächendeckende Erstellung von kommunalen Anpassungskonzepten auf den Weg gebracht und dafür auskömmliche Finanzmittel für die Kommunen bereitgestellt. Im Rahmen dieser Anpassungskonzepte soll auch die notwendige Eigenvorsorge der Bürgerinnen und Bürger adressiert werden. Die Stadtkreise, Großen Kreisstädte und die Landkreise erstellen für sich beziehungsweise für sich und die kreisangehörigen Gemeinden sukzessive Konzepte, um die notwendigen Anpassungsmaßnahmen in den jeweiligen Kommunen zu identifizieren. Baden-Württemberg ist damit bundesweit Vorreiter bei der Regelung systematischer Anpassung an den Klimawandel auf kommunaler Ebene.

Mit dem neuen, vereinfachten und finanziell aufgestockten  Förderprogramm KLIMOPASS 2025 für Kommunen wird auch die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen – insbesondere im Bereich blau-grüne Infrastruktur – weiter vorangetrieben.

Umgang mit dem Klimawandel

In der 2023 fortgeschriebenen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel hält das Land klimatische Veränderungen und die Auswirkungen von Hitze, Trockenheit und Niedrigwasser, Starkregen und Hochwasser sowie Wandel von Lebensräumen und Arten in Baden-Württemberg fest. In rund 100 Maßnahmen sind für elf Handlungsfelder Anpassungsschritte zum Umgang mit dem Klimawandel formuliert.

Die LUBW beobachtet und analysiert fortlaufend die Wetterdaten und Umweltindikatoren im Land. Der jährliche Klimatische Jahresrückblick fasst aktuelle Erkenntnisse zu Temperaturentwicklung, Niederschlagsmustern, Wasserständen und Luftqualität zusammen. Er dient als Grundlage, um Trends zu erkennen und Vorsorgemaßnahmen zu planen.

Quelle:

Gemeinsame Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg

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