Nationalpark

Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Umweltministerin Thekla Walker haben das Erweiterungsgebiet des Nationalparks Schwarzwald besucht. Am Abend wurde die Erweiterung mit einem Festakt in Stuttgart gefeiert.

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Erläuterungen für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) und Umweltministerin Thekla Walker (rechts)
Erläuterungen für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) und Umweltministerin Thekla Walker (rechts) bei einer Wanderung durch das Erweiterungsgebiet des Nationalparks Schwarzwald

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Umweltministerin Thekla Walker haben am Montag, 13. April 2026, eine Wanderung durch das Erweiterungsgebiet unternommen, das die beiden bisher getrennten Teile des Nationalparks Schwarzwald seit Anfang des Jahres miteinander verbindet. Die Exkursion führte unter anderem rund um den Schurmsee und auf den Diebaukopf als höchstem Punkt des Erweiterungsgebiets. Durch den vollzogenen Lückenschluss hat der erste und einzige Nationalpark in Baden-Württemberg rund 1.200 Hektar Fläche dazu gewonnen. Am Abend wurde die Erweiterung mit einem Festakt im Neuen Schloss in Stuttgart gefeiert.

Mehr Fläche bedeutet mehr Naturschutz

„Wir hatten diese Erweiterung aus gutem Grund gemeinsam in unseren Koalitionsvertrag (PDF) geschrieben. Denn mehr Fläche bedeutet mehr Naturschutz und zudem auch mehr Nutzen für die Region. Nun können wir sagen: Wir haben unser Versprechen gehalten – dank guter Gespräche und guter Kompromisse“, betonte Ministerpräsident Kretschmann im Anschluss an die gemeinsame Wanderung, die unter anderem vom Leitungsteam des Nationalparks begleitet wurde. 

Die Erweiterung des Nationalparks stärkt die Artenvielfalt im Land und sie stärkt die Anziehungskraft des Schwarzwaldes als Ausflugsziel. Natur und Mensch gewinnen gleichermaßen.
Umweltministerin Thekla Walker

Umweltministerin Thekla Walker sagte: „Die Erweiterung des Nationalparks stärkt die Artenvielfalt im Land und sie stärkt die Anziehungskraft des Schwarzwaldes als Ausflugsziel. Natur und Mensch gewinnen gleichermaßen. Der intensive Austausch mit der Region und ihren Vertretern im Vorfeld hat dazu den Boden bereitet.“

Rechtliche Grundlage für den Ausbau des Schutzgebiets zu einer zusammenhängenden Fläche ist die Änderung des Nationalparkgesetzes, die der Landtag am 12. November 2025 beschlossen hat. Begleitet worden waren die Verhandlungen von einem breit angelegten Beteiligungsprozess. Die Waldflächen im Erweiterungsgebiet, die nun Landeseigentum sind, fungieren als wichtige Verbindung der Lebensräume unter anderem des streng geschützten Auerhuhns im Norden und Süden des Nationalparks. Zudem bietet das Habitat ökologisch wertvolle Lebensräume für seltene Moorgesellschaften, urwaldartige Waldbestände, wertvolle Pilzarten und den äußerst seltenen Dreizehenspecht. Durch das neue Kerngebiet umfasst der Nationalpark Schwarzwald nun eine Gesamtfläche von rund 11.500 Hektar.

Gesamtfläche von rund 11.500 Hektar

Mit dieser Größe erfüllt der Nationalpark auch perspektivisch die internationalen Kriterien, die von der Internationalen Union zum Schutz der Natur (IUCN) vorgegeben sind. Bisher lag das Schutzgebiet nur knapp über der vorgeschriebenen Mindestfläche für Nationalparks. Dass die Fläche zudem auf zwei nicht zusammenhängende Gebiete verteilt war, wurde als fachlicher Mangel eingestuft. Zusammenhängende Flächen sind entscheidend für den Schutz natürlicher Prozesse. Sie ermöglichen eine ungestörte Waldentwicklung und stärken die Biodiversität sowie die ökologische Resilienz des Nationalparks nachhaltig. All das ist nun durch die Zusammenlegung gewährleistet.

Der Nationalpark ist ein Ort der Forschung und der Bildung, in dem Wissenschaftler aus aller Welt neue Erkenntnisse gewinnen.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann

„Der Nationalpark ist ein Ort der Forschung und der Bildung, in dem Wissenschaftler aus aller Welt neue Erkenntnisse gewinnen“, betonte Ministerpräsident Kretschmann in seiner Festrede vor rund 130 geladenen Gästen im Neuen Schloss in Stuttgart. Forscher hätten im Nationalpark bisher bereits mehr als 10.000 verschiedene Arten ausgemacht, darunter 5.000 Insektenarten und 200 Vogelarten, so Kretschmann. Das Schöne am Naturschutz sei: „Er wirkt!“.

Besuchermagnet und Wirtschaftsfaktor

Mit seinen Erlebnispfaden, dem Besucherzentrum und dem Nationalparkhaus Herrenwies mit seiner Dauerausstellung sei der Nationalpark zudem ein echter Besuchermagnet und Wirtschaftsfaktor. Bei bis zu 800.000 Besuchen pro Jahr stünde aktuell ein touristischer Umsatz von jährlich knapp zehn Millionen Euro zu Buche, Tendenz steigend. All diese Zahlen würden zeigen, so der Ministerpräsident: „Der Nationalpark Schwarzwald ist ein Riesenerfolg für unser Land.“

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