Polizei

Weniger Unfälle im ersten Halbjahr 2019

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Polizist geht an einem Warndreieck mit der Aufschrift „Unfall“ vorbei. (Foto: © dpa)

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum ersten Halbjahr des vergangenen Jahres gesunken, ebenso die Zahl der Verletzten. Allerdings verzeichnet die Verkehrsunfallbilanz mehr Unfalltote.

„Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im ersten Halbjahr dieses Jahres erneut leicht zurückgegangen. Es gibt auch weniger verletzte Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Leider verzeichnet die Verkehrsunfallbilanz mehr getötete Menschen. Innenminister Thomas Strobl: „Der positive Trend von weniger Unfällen zeigt sich leider nicht bei den schweren Folgen. Zu viele Menschen lassen ihr Leben im Straßenverkehr. Dabei ist unser ambitioniertes Ziel klar. Wir wollen möglichst gar keine verletzten und getöteten Personen im Straßenverkehr.“

Zahl der Verkehrsunfälle sinkt leicht 

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 von 159.347 auf 158.718 gesunken (-0,4 Prozent). Bei diesen Unfällen sind 18.064 Personen leicht verletzt (2018: 18.856; -4,2 Prozent), 3.758 Personen schwer verletzt (2018: 3.989; -5,8 Prozent) sowie 214 Menschen (2018: 211; +1,4 Prozent) getötet worden.

Ein Rückgang ist bei den Unfällen unter Beteiligung von Motorrädern (von 2.476 auf 2.107; -14,9 Prozent) festzustellen. „Leider spiegelt sich dieser Trend nicht in den Unfallfolgen wieder“, so Minister Strobl: „Im ersten Halbjahr 2018 sind 44 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer ums Leben gekommen. Jetzt müssen wir leider bereits 50 Tote registrieren. Das ist ein trauriger Anstieg um 14 Prozent. Wir werden deshalb unseren im vergangenen Jahr eingeschlagenen Weg unseres Fünf-Punkte-Plans zur Reduzierung von Motorradunfällen konsequent fortführen. Mit einer intensiven Überwachung, mit verstärkter Präventionsarbeit, kostenlosen Technikchecks, einer offensiven Öffentlichkeitsarbeit und einer Entschärfung gefährlicher Strecken wollen wir diesem negativen Trend und den Folgen entschlossen entgegenwirken. Mit der Entwicklung der Zahl von tödlichen Motorradunfällen bin ich nicht zufrieden.“

Mehr Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer unter den Unfallopfern

Bei Unfällen unter Beteiligung von Fahrrädern oder Elektrofahrrädern ergibt sich ein ähnliches Bild: Zwar sind die Unfälle insgesamt auf 4.878 gesunken (-5,8 Prozent), es sind dabei jedoch 33 Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer (+18 Prozent) getötet worden. „Bei den getöteten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern trugen mehr als zwei Drittel keinen Helm“, erklärte der Minister. Die Zahlen der Leichtverletzten (3.325, -6,0 Prozent) und Schwerverletzten (855, -6,0 Prozent) sind hingegen rückläufig.

„Die Schutzwirkung eines Fahrradhelms ist glasklar und unbestritten. Wir werden weiter für das Tragen des Fahrradhelms werben. Mit unseren Kampagnen ‚Schütze dein BESTES’ und ‚Helm tragen. Vorbild sein.’ wollen wir Schülerinnen und Schüler sowie Eltern und Großeltern genau darauf aufmerksam machen. Jedem muss klar sein: Helme können Leben retten“, betonte Innenminister Thomas Strobl.

„Die Gefahren im Straßenverkehr sind allgegenwärtig und jedem bekannt. Die traurigen Spitzenreiter bei den Unfallursachen mit tödlichem Ausgang sind überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit, gefolgt von Vorfahrtsunfällen sowie der mangelnden Verkehrstüchtigkeit der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Insgesamt verloren 109 Menschen ihr Leben, weil einer der Unfallbeteiligten betrunken war oder mit viel zu hoher Geschwindigkeit gefahren ist“, mahnte Innenminister Strobl.

Geschwindigkeitsverstöße als Unfallursache Nummer 1

„Deshalb beteiligten wir uns intensiv an der vom europäischen Verkehrsnetzwerk European Traffic Police Network (TISPOL) koordinierten Kontrollwoche Anfang Juni zum Thema ‚Alkohol’.  Dabei konnten wir 385 Fahrerinnen und Fahrer unter Alkoholeinfluss feststellen. Bei der Kontrollwoche Ende Juli, die den Schwerpunkt auf die Geschwindigkeit gelegt hat, wurden 18.250 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Dabei mussten 405 Fahrerinnen und Fahrer ihren Führerschein abgeben“, sagte der Innenminister. Darüber hinaus beteiligte sich Baden-Württemberg am europaweiten „Speedmarathon“ Anfang April. „Allein an diesem Tag setzten wir für die Bekämpfung der Hauptunfallursache Nummer 1 mehr als 1.100 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte ein. Bei 173.000 gemessenen Fahrzeugen wurden insgesamt 7.730 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt“, erklärte Innenminister Thomas Strobl.

Fakten zur Unfalllage in Baden-Württemberg im ersten Halbjahr 2019

  • 214 Tote: Mehr als 35 im Monat, mehr als einer am Tag.
  • Jede Stunde ereigneten sich mehr als 36 Unfälle.
  • Jeden Tag wurden 93 Menschen bei einem Verkehrsunfall verletzt.

Die Polizei Baden-Württemberg und die landesweite Verkehrsaktion „Gib Acht im Verkehr“ geben Tipps rund um das Thema Verkehrssicherheit.

Grafiken zur Verkehrsunfallbilanz im ersten Halbjahr 2019

Weitere Meldungen

Wasserrückhalt im Wald
Forst

Wälder speichern Wasser und schützen vor Erosion

Ein Mann geht mit Kinderwagen und Hund auf einem Gehweg in Heidelberg.
Fußverkehr

Land startet Modellprojekt für barrierefreie und sichere Gehwege

Das Flügelrad für Radioaktivität ist auf einer sogenannte Ringleitung für hochkonzentriertes Radon zu sehen.
Strahlenschutz

Ergebnisse des Radon-Messprogramms

Straßenverkehr in Stuttgart
Bundesrat

Gegen erneute Verbote für Automobilbranche

Eine Hand hält am 18.04.2016 an einer Tankstelle in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Tankstutzen.
Verbraucherschutz

Hauk fordert schnelle Entlastungen bei Energiepreisen

Verkehrsminister Winfried Hermann
Online-Dialog

Online-Dialog mit Verkehrsminister Winfried Hermann

Im Energiepark Mainz ist der verdichtete grüne Wasserstoff aus einem Elektrolyseur in Tanks gelagert.
Wasserstoff

Bundesweite Abfrage des Strom- und Wasserstoffbedarfs

Bundesrat
Bundesrat

Strobl setzt sich für Schutz der Kritischen Infrastruktur ein

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Klimawandel

2025 deutlich zu warm und mit ausgeprägter Hitzephase

Eine Fernwärme-Anlage im Keller eines Gebäudes.
Energieversorgung

Länder fordern entschlossenes Handeln für bezahlbare Energie

Stuttgart, 03.03.2026: Staatssekretär Andre Baumann (zweiter von links) mit den Gründern des Ombudsverein Erdwärme e. V. (von links): Dr. Herbert Pohl (Geschäftsführer, Deutsche ErdWärme GmbH), Staatssekretär Dr. Andre Baumann, Dr. Horst Kreuter (Vulcan Energie Ressourcen GmbH), Andreas Mühlig (Leiter GE Erzeugung Betrieb EnBW Energie Baden-Württemberg AG), Dr. Hansjörg Roll (Mitglied des Vorstands, MVV Energie AG), Klaus Preiser (Geschäftsführung, badenova Wärmeplus GmbH & Co. KG), Jürgen Scheurer (Geschäftsführer, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.), Jörg Dürr-Pucher, (Vorsitzender, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.)
Energiewende

Ombudsverein Erdwärme für schnelle Schlichtungen gegründet

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Mehr Förderung und Flexibilität für den Weinbau

Ein Brennstoffzellen-Hybridbus der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) steht in Stuttgart an einer Bushaltestelle.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Kommunale Wärmeversorgung mit Biogas in Weikersheim