Energie

Erster deutsch-dänischer Dialog zu Wärmenetzen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim vor einem Strommast. (Bild: Patrick Seeger/dpa)

In Stuttgart haben sich Experten und Vertreter aus Baden-Württemberg und Dänemark getroffen, um über kommunale Wärmekonzepte und über innovative Ansätze bei der kommunalen Wärmeplanung zu diskutieren. Dänemark ist ein Vorbild beim Ausbau von Wärmenetzen.

Baden-Württemberg und Dänemark haben ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Energiepolitik weiter intensiviert. In Stuttgart haben sich Experten sowie Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen und Unternehmen beider Partnerländer getroffen, um über kommunale Wärmekonzepte und über innovative Ansätze bei der kommunalen Wärmeplanung zu diskutieren.

Dänemark ist Vorbild beim Ausbau von Wärmenetzen

Dänemark, sagte Umweltstaatssekretär Andre Baumann zum Auftakt des zweitägigen Kongresses, sei ein Vorbild beim Ausbau von Wärmenetzen und dem Einsatz erneuerbarer Energien bei der Wärmeerzeugung: „Dänemark gelingt es bewundernswert gut erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung einzusetzen und beispielsweise industrielle Abwärme für Heizung und Warmwasserbereitung zu nutzen. Davon können wir lernen und möglicherweise einiges für Baden-Württemberg übernehmen“, so Baumann.

Der effiziente Umgang mit Energie bei der Erzeugung und Nutzung von Wärme sei ein entscheidender Faktor, wenn Klimaschutz gelingen soll. „Ohne Wärmewende werden wir die Klimaschutzziele auf breiter Front verfehlen“, warnte Baumann. „Das bedeutet, dass wir im Wärmebereich an Tempo zulegen müssen – und zwar in ganz Deutschland.“

In einem wesentlichen Bereich sei Baden-Württemberg deutlich weiter als der Bund oder andere Bundesländer, führte Baumann aus. In Baden-Württemberg gebe es nämlich ein Gesetz, das den Einsatz erneuerbarer Energien im Gebäudebestand voranbringe, das EWärmeG. „Damit schreiben wir verbindlich vor, dass beim Heizungstausch in Gebäuden etwas für den Klimaschutz getan wird, das ist ein wichtiges Instrument der Wärmewende.“ Derzeit werde das EWärmeG evaluiert, sagte Baumann. Aufbauend auf der Evaluation werde man sehen, ob und wie es weiterentwickelt werden müsse.

Daneben fördere Baden-Württemberg auch bereits massiv den Ausbau von Wärmenetzen und die kommunale Wärmeplanung im Land, etwa mit dem Förderprogramm „Energieeffiziente Wärmenetze“: „In den letzten zwei Jahren haben wir 37 neue Wärmenetze oder Erweiterungen von bestehenden Netzen gefördert und dafür insgesamt sieben Millionen Euro an Zuwendungen bewilligt. 100 Kilometer neue Wärmeleitungen werden gebaut, 2.000 Gebäude an ein Wärmenetz angeschlossen und umgerechnet acht Millionen Liter Heizöl pro Jahr eingespart. Das ist ein beachtlicher Erfolg.“

Wärmenetze seien eine hervorragende Möglichkeit, Wärme aus unterschiedlichen erneuerbaren Energieträgern sowie aus Abwärme nutzbar zu machen. Der Einsatz fossiler Energieträger könne dann auf die Absicherung der Versorgung beschränkt werden, wenn erneuerbare Energien zeitweise nicht verfügbar sind. „So geht Klimaschutz“, sagte der Umweltstaatssekretär.

Kooperation zwischen Dänemark und Baden-Württemberg

Seit 2014 kooperieren Dänemark und Baden-Württemberg im Bereich der Energiepolitik. 2015 reiste Umweltminister Franz Untersteller an der Spitze einer Wirtschaftsdelegation nach Dänemark, in den vergangenen Jahren haben mehrere gemeinsame Workshops und Fachexkursionen im Rahmen gegenseitiger Besuche stattgefunden.

Im Juni 2017 reiste eine Delegation aus Baden-Württemberg nach Dänemark, um sich umfassend über die dortigen Wärmenetze zu informieren. Im April dieses Jahres informierte sich eine Delegation über die Energieeffizienz von Gebäuden in Dänemark.

Auf der Weltklimakonferenz in Bonn (November 2017) haben Baden-Württemberg und Dänemark eine „Declaration of Intent“ unterzeichnet und ihre Bereitschaft erklärt, im Bereich der Energieeffizienz und Wärmenetze ihre Zusammenarbeit fortzusetzen und zu intensivieren.

Der heute und morgen stattfindende Kongress wird vom Kompetenzzentrum Wärmenetze der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg gemeinsam mit der Dänischen Botschaft und der Dänischen Energieagentur organisiert.

Weitere Meldungen

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Masterplan Wasserversorgung

Beirat für sichere Wasserversorgung gegründet

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 verliehen

Ein Mitarbeiter montiert im Porsche Werk in Stuttgart-Zuffenhausen eine Vorderachse mit Elektromotor. (Foto: © dpa)
Automobilindustrie

Anpassungen bei EU-CO₂-Regulierung gefordert

Einsatzkräfte der Feuerwehr errichten am Nonnenbach in Bad Saulgau im Ortsteil Moosheim einen Damm mit Sandsäcken gegen das Hochwasser.
Klimawandel

Land rüstet sich für Extremwasserereignisse

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Bodenverunreinigungen

1,2 Millionen Euro für PFAS-Forschung

German Expo Pavilion / Hotaka Matsumura - German Pavilion - to download, click on "high-res download"
Kreislaufwirtschaft

Expo-Ausstellung aus Osaka kommt nach Stuttgart

Windräder
Windenergie

Land setzt sich für Ausbau der Windenergie ein

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen.
Ländlicher Raum

Entwicklungsprogramm Länd­licher Raum 2027 ausgeschrieben

Neu gebaute Häuser stehen hinter einer noch unbebauten Fläche eines Neubaugebiets.
Bauen

Fristen für Förderaufrufe verlängert

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
Flurneuordnung

Bescheidübergaben in drei Flurneuordnungsverfahren

Hunde im Tierheim. (Bild: Norbert Försterling / dpa)
Tierschutz

Land fördert Tierheim Dreherhof im Ostalbkreis

Ministerin für den Ländlichen Raum, Marion Gentges MdL
Verwaltung

Amtsübergabe im Ministerium Ländlicher Raum

Broschüre Kulturdenkmale und Photovoltaikanlagen
Denkmalpflege

Neue Broschüre zu Photovoltaik auf Kulturdenkmalen

Holzbau
Forst

Fünfter Fachkongress Holzbau

Biosphärengebiet Schwäbische Alb - Blick von Teck
Naturschutz

Erfolgsmodell Biosphärengebiet Schwäbische Alb wächst