Verbraucherschutz

Untersuchungsergebnisse zur Acrylamidbelastung von Oliven veröffentlicht

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Oliven

Bei der Untersuchung von Oliven-Konserven wurden bei geschwärzten Oliven überraschend hohe Gehalte an Acrylamid entdeckt. Eine akute Gesundheitsgefahr ist nicht gegeben, jedoch sollen herstellungsbedingte Kontaminationen in Lebensmitteln möglichst gering sein.

„Acrylamidfunde werden üblicherweise mit Lebensmitteln wie Keksen, Kaffee oder Kartoffelchips in Verbindung gebracht. Deshalb hat der hohe Acrylamid-Gehalt in bestimmten Oliven-Konserven überrascht“, sagte Verbraucherschutzminister Peter Hauk. Im Rahmen eines Untersuchungsprogramms hat das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart 74 Proben Oliven in den Jahren 2019 bis 2021 auf ihren Acrylamidgehalt untersucht. Auf dem Markt sind neben unreif geernteten grünen und voll ausgereiften schwarzen Oliven auch geschwärzte Oliven erhältlich.

„In grünen und natürlich gereiften schwarzen Oliven waren nur Acylamid-Spuren enthalten. Dagegen haben die Sachverständigen in den untersuchten geschwärzten Oliven im Extremfall über 1.000 Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg) ermittelt, im Mittel rund 300 µg/kg. Im Vergleich dazu liegt der Euopäische Union(EU)-weit gültige Richtwert für Pommes bei 500 µg/kg“, erklärte Minister Hauk.

Hoher Acrylamidgehalt durch Oxidationsprozess

Geschwärzte Oliven erhalten ihre dunkle Farbe nicht durch natürliche Reifung am Olivenbaum, sondern durch einen absichtlich herbeigeführten Oxidationsprozess im Verlauf der Entbitterung. Die dunkle Farbe muss durch den Zusatz von Eisensalzen (zum Beispiel Eisen(II)lactat E 585 oder Eisen(II)gluconat E 579) stabilisiert werden, da sie andernfalls während der Lagerung verblasst. „Die so behandelten geschwärzten Oliven weisen meistens eine tief schwarze Farbe auf, während natürlich schwarze Oliven eher dunkelbraun bis braun-violett sind,“ erläuterte der Minister.

Für die zum Teil hohen Acrylamidgehalte in geschwärzten Oliven ist vermutlich der Oxidationsprozess während der Herstellung in Kombination mit der anschließenden Hitzeeinwirkung, zum Beispiel bei der Sterilisation der Konservendosen oder -gläsern, verantwortlich. Die Zugabe der Eisensalze hat dagegen keinen bekannten Einfluss auf den Acrylamidgehalt. Geschwärzte Oliven sind durch die Angabe „geschwärzt“ bei nicht vorverpackter Ware oder durch die angegebenen Stabilisatoren im Zutatenverzeichnis von verpackter Ware zu erkennen.

Keine akute Gesundheitgefahr gegeben

„Im Hinblick auf die hohen Acrylamid-Befunde in geschwärzten Oliven lohnt sich somit der Blick auf das Etikett,“ betonte Minister Hauk. Eine akute Gesundheitsgefahr ist durch geschwärzte Oliven nicht gegeben, allerdings sollen herstellungsbedingte Kontaminationen in Lebensmitteln so gering wie möglich enthalten sein. „Das Untersuchungsamt Stuttgart meldet die baden-württembergischen Untersuchungsergebnisse an die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Möglicherweise werden auf dieser Basis Richtwerte festgelegt, wie es bereits bei Pommes frites der Fall ist. Baden-Württemberg leistet somit wieder einen Beitrag für einen verbesserten Verbraucherschutz“, unterstrich Minister Hauk.

Die Früchte des Olivenbaums schmecken extrem bitter und können nicht roh verzehrt werden. Deshalb sind nur verarbeitete und mit verschiedenen Verfahren haltbar gemachte Oliven im Handel. Die enthaltenen Bitterstoffe werden durch verschiedene Verfahren entfernt, zum Beispiel durch Einlegen in Salzlake oder Behandlung mit verdünnter Natronlauge. Die entbitterten Oliven können anschließend in Öl eingelegt, mit Kräutern mariniert oder einfach in Salzlake verpackt werden.

Acrylamid kann Krebsrisiko erhöhen

Acrylamid wird als „wahrscheinlich krebserregend“ für den Menschen eingestuft. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA stellte in ihrem Gutachten von 2015 fest, dass Acrylamid das potentielle Krebsrisiko für Verbraucher aller Altersgruppen erhöht. Der herstellungsbedingte Kontaminant sollte daher in Lebensmitteln nach dem as low as reasonable achievable(ALARA)-Prinzip so gering wie möglich enthalten sein.

Das CVUA Stuttgart hat einen ausführlichen Bericht zum durchgeführten Untersuchungsprogramm, das neben dem Acrylamid- auch den Salzgehalt im Fokus hatte, veröffentlicht.

Weitere Meldungen

Wildwechsel-Verkehrszeichen mit einem Hinweisschild mit der Aufschrift „Wildtierkorridor“ (Foto: © dpa).
Tierschutz

94. Sitzung des Landesbeirats für Tierschutz

Blick über Hohenlohe
Ländlicher Raum

Kulturlandschaftsrat stärkt Landwirtschaft durch Dialog

Gruppenfoto auf Bühne: Minister Oliver Hildenbrand mit den Gründungsmitgliedern des Landesbündnis gegen Einsamkeit.
Zusammenhalt

Baden-Württemberg gründet Bündnis gegen Einsamkeit

Kuhweide mit Kühen
Tierseuche

Impfung gegen Blauzungen­krankheit schützt auch nach Neueinstufung erheblich

Ein Mädchen watet durch die überschwemmte Innenstadt von Veringenstadt.
Gesellschaft

Pilotkommunen erproben verbesserte Zusammenarbeit im Krisenfall

Der Ladestecker eines elektrisch betriebenen Renault ZOE (Bild:© dpa)
Mobilität

Carsharing-Förderung diesmal auch für Hybridfahrzeuge

Neubau der Kindertagesstätte Wilhelm-Enßle-Straße
Städtebauförderung

Ortsmitte in Geradstetten erfolgreich saniert

Im alten Fabrikensemble der Eisenlohr’schen Werke in Dettingen an der Erms sind mit Hilfe der Städtebauförderung 67 neue Wohnungen entstanden.
Städtebauförderung

Ortskern in Dettingen an der Erms modernisiert

Kaiserstuhl
Flurneuordnung

Sonderprojekt „Weinbau Mittelbaden“ abgeschlossen

Mohn- und Kornblumen blühen in einem Getreidefeld (Bild: dpa).
Artenschutz

Projekt „Natur nah dran“ wird verlängert

Tierschutzpreis
Tierschutz

Tierschutzpreis 2027 ausgeschrieben

Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
Sportministerkonferenz

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Eröffnung der Wanderausstellung der IBA'27 in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin
Städtebau

IBA’27-Ausstellung in Berlin eröffnet

Kisten mit Gemüse und Obst.
Welternährungstag

Ernährungssouveränität bedeutet Sicherheit

Eine junge Frau wird geimpft.
Ärztliche Versorgung

Auswahlverfahren zur Landarztquote 2026 abgeschlossen