Kernenergie

Tätigkeitsbericht 2018 der Atomaufsicht veröffentlicht

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Das Atomkraftwerk Neckarwestheim. (Bild: Patrick Seeger / dpa)

Das Umweltministerium hat den Tätigkeitsbericht 2018 zur Kernenergieüberwachung und zum Strahlenschutz in Baden-Württemberg veröffentlicht. Die Sicherheit kerntechnischer Anlagen steht nach wie vor im Zentrum der Überwachungsaufgaben der Atomaufsicht.

Das Umweltministerium hat den Tätigkeitsbericht 2018 der Atomaufsicht in Baden-Württemberg veröffentlicht. Mit diesem Bericht informiert das Ministerium die Öffentlichkeit über die Themen- und Tätigkeitsschwerpunkte bei der Kernenergieüberwachung und im Strahlenschutz des vorausgegangenen Jahres.

„Mit diesem Bericht bekommen die Menschen alljährlich einen transparenten Einblick in die wichtige Arbeit der baden-württembergischen Atomaufsicht“, sagte Umweltminister Franz Untersteller anlässlich der Veröffentlichung des Tätigkeitsbericht 2018 der Atomaufsicht in Baden-Württemberg. „Hohe Achtsamkeit und umfassende Überwachung sind die Basis für den Schutz vor Radioaktivität. Beides leistet unsere Aufsicht.“ Mit dem Bericht informiert das Umweltministerium über die Themen- und Tätigkeitsschwerpunkte bei der Kernenergieüberwachung und im Strahlenschutz des vorausgegangenen Jahres 2018.

Überwachung der Kernkraftwerke

Nach wie vor stehe die Sicherheit der kerntechnischen Anlagen im Land im Mittelpunkt der Tätigkeiten, so Untersteller. Vor allem die zwei noch betriebenen Atomkraftwerke in Neckarwestheim (GKN II) und Philippsburg (KKP 2) stünden im Fokus, aber auch die beiden Anlagen im Abbau (GKN I und KKP 1) sowie das ehemalige Kernkraftwerk in Obrigheim (KWO), das seit 14 Jahren abgeschaltet sei und sich im Rückbau befinde.

„Das Jahr 2018 war geprägt von wichtigen Schritten in den Genehmigungsverfahren für die Stilllegung der letzten beiden aktiven Reaktorblöcke. Unter anderem gab es die Erörterungstermine im Rahmen der formalen Öffentlichkeitsbeteiligung. Und es wurden technische Anlagen auf dem Gelände in Philippsburg und Neckarwestheim genehmigt, um beim Rückbau anfallende radioaktive Abfälle bearbeiten und lagern zu können. Der Atomausstieg in Baden-Württemberg ist 2018 deutlich vorangekommen.“

Auch im vergangenen Jahr mussten sich die Experten der Atomaufsicht mit meldepflichtigen Ereignissen in den Kernkraftwerken beschäftigen. Insgesamt 14 solcher Ereignisse zeigte der Kraftwerksbetreiber EnBW an, je sieben an beiden Standorten. Alle wurden nach den geltenden Bewertungsskalen der Kategorie N und INES 0 zugeordnet, das heißt, es waren Vorfälle ohne oder nur mit sehr geringer sicherheitstechnischer Bedeutung.

Umweltradioaktivität und Strahlenschutz

Beim Thema Strahlenschutz rückte im vergangenen Jahr das radioaktive Edelgas Radon zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. Unter den natürlichen Strahlenquellen, denen alle Menschen ausgesetzt sind, geht von Radon die größte Strahlenbelastung aus. Seit Anfang 2019 gelten neue Regelungen für den Schutz vor Radon etwa von Beschäftigten am Arbeitsplatz. Landesweit müssen bis Ende 2020 Radonvorsorgegebiete ausgewiesen werden, die als Grundlage für nötige Schutzmaßnahmen dienen. Neben den nötigen Messungen, um die Vorsorgegebiete definieren zu können, macht das Umweltministerium in diesem Jahr auch Informations- und Beratungsangebote zum Thema Radon für Unternehmen und die breite Bevölkerung. Umweltminister Franz Untersteller: „Radon geht jede und jeden etwas an, es ist ein natürlich vorkommendes Gas. Aber man kann sich dagegen schützen, dass es in Gebäude gelangt. Unser Ziel ist die langfristige Verbesserung des Radonschutzes.“

Im Rahmen der standardisierten Überwachung der Umweltradioaktivität und der regelmäßigen Strahlenschutz-Messungen im medizinischen und wissenschaftlichen Bereich gab es 2018 insgesamt 28 besondere Vorkommnisse nach der Strahlenschutz- und Röntgenverordnung. In den meisten Fällen wurden radioaktive Stoffe, wie zum Beispiel eine früher verwendete Leuchtfarbe, unsachgemäß entsorgt.

Der Tätigkeitsbericht 2018 enthält auch Informationen zu den kerntechnischen Einrichtungen auf dem Gelände des Karlsruher Instituts für Technologie, zu Fragen der Entsorgung, zu Transporten radioaktiver Stoffe und zum Notfallschutz.

Tätigkeitsbericht 2018: Kernenergieüberwachung und Strahlenschutz in Baden-Württemberg (PDF)

Weitere Meldungen

Ein Biber, fotografiert an einem Fluss (Quelle: dpa).
Artenschutz

Biberverordnung hilft bei Konfliktfällen

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Grand Est und Baden-Württemberg mobilisieren für Zukunft der Bioökonomie

Illustration eines Zuges. Dieser fährt an einem Schild mit der Aufschrift "Digitaler Knoten Stuttgart" vorbei.
Digitaler Knoten Stuttgart

Digitale Ausrüstung von Schienenfahrzeugen gefördert

Ein Wanderer betrachtet bei Bad Urach den Uracher Wasserfall. (Bild: dpa)
Geodaten

Neue App „BW mobil“ auf der CMT vorgestellt

Ein Wanderer geht beim Naturschutzzentrum Kaltenbronn im Schwarzwald einen Weg entlang. (Bild: © Uli Deck / dpa)
Forst

Appell zur Stärkung des Waldumbaus

Seitenansicht eines Doppelstockzuges
Schienenverkehr

Weitere 26 Doppelstockzüge für Baden-Württemberg

Ein Passagierzug des Typs Lint 54 fährt auf einer Schiene.
Schienenverkehr

Verbesserungen für Fahrgäste dringend notwendig

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert

Freiflächen-Photovoltaik-Anlage im Solarpark Kuchen
Erneuerbare Energien

Photovoltaik-Boom setzt sich auch 2025 fort

bwshuttle
Öffentlicher Nahverkehr

Land fördert fünf neue bwshuttle-Angebote

Icon eines Fahrrads. Darüber der Text "Mein Bike, mein Weg, mein Vorteil mit JobBike BW.
Radverkehr

Fünf Jahre JobBike BW für Landesbedienstete

Ein Bus unterwegs auf einer Landstraße.
Nahverkehr

In 2026: bwregiobus-Netz wächst auf 52 Linien an

Ein Silvesterböller wird mit einem Feuerzeug gezündet. (Foto: © dpa)
Silvester

Mit kleinem Feuerwerk sicher ins neue Jahr

Rauch steigt aus einem Schornstein in einen wolkenlosen sonnigen Himmel auf. (Foto: © dpa)
Klimaschutz

Engmaschig überwachter Testbetrieb mit Solvay vereinbart

Hinter einem Hinweisschild „Kernkraftwerk“ erheben sich die Kühltürme des Kernkraftwerks Philippsburg. (Foto: © dpa)
Meldepflichtiges Ereignis

Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Philippsburg, Block 2