Forstwirtschaft

Startschuss für Projekt mit internationaler Bedeutung

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum (Bild: © dpa)

„Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eine der großen Aufgaben unserer Zeit, die wir gemeinsam lösen werden. Der Verbund von Lebensräumen wird dabei eine entscheidende Rolle spielen, und die dicht besiedelte und ökologisch hochwertige Region Hochrhein nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Wir wollen zeigen, wie Biotopverbund grenzüberschreitend und gemeinsam mit den Landnutzern funktioniert“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, in Bad Säckingen (Landkreis Waldshut). Der Schutz der Arten sei kein Selbstzweck. Biologische Vielfalt sei wichtig für stabile Ökosysteme und somit für eine leistungsfähige Land- und Forstwirtschaft, so Hauk.

„Eine gesunde und artenreiche Tier- und Pflanzenwelt ist auf einen Austausch der Genreserven angewiesen. Vielfach steht dem die Zersiedelung der Landschaft entgegen. Oftmals sind Straßen oder Eisenbahnlinien vor allem für kleinere und weniger mobile Arten unüberwindbare Hindernisse. Ökologische Trittsteine und Wildtier-Korridore schaffen Abhilfe“, erklärte der Minister. Mit seiner zentralen Lage in Europa und seinen vielfältigen Landschaften trage Baden-Württemberg besondere Verantwortung für den Biotopverbund. In der Region Hochrhein, zwischen Schwarzwald und Schweizer Jura, zeige sich dies deutlich.

Grundsätzliche Überlegungen zum Biotopverbund seien im Generalwildwegeplan des Landes festgelegt, der sowohl im Jagd- und Wildtiermanagementgesetz, als auch im Koalitionsvertrag der Landesregierung Niederschlag gefunden hätte. „Der Generalwildwegeplan gibt uns die grobe Marschrichtung vor. Unser Projekt füllt den politischen Auftrag mit Leben“, erklärte der Minister. Ziel des Landes sei dabei, die Entscheidungsträger aus Land- und Forstwirtschaft von Anfang an einzubinden und mitzunehmen. Dies trage dazu bei, Nutzungskonflikte bereits im Vorfeld bestmöglich auszuräumen.

International aufgestellt, vor Ort verankert, wissenschaftlich fundiert

„Die Zusammenarbeit mit der Schweiz zeigt die Tragweite des Projekts“, betonte Peter Hauk. Auf der schweizerischen Seite seien am Hochrhein in den letzten Jahren schon einige Projekte zur Stärkung der Lebensraumvernetzung beschlossen und umgesetzt worden. Die dort gewonnenen Erfahrungen könnten nun auf der anderen Rheinseite genutzt werden.

Besonders hervorzuheben sei die Verankerung des Projekts vor Ort. „Der Naturpark Südschwarzwald als Projektträger ist in der Region verwurzelt und wird von den Menschen dort getragen. Der Naturpark-Gedanke sieht den wirtschaftenden Menschen im Mittelpunkt, der den Schutz der Natur als Grundlage allen Lebens fest im Blick hat“, sagte der Minister. Mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt seien ausgewiesene Experten auf nahezu allen für das Projekt relevanten Fachgebieten eingebunden.

Hintergrundinformationen:

Der Naturpark Südschwarzwald führt in Zusammenarbeit mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA) ein Entwicklungs- und Erprobungsprojekt zur Wiedervernetzung am Hochrhein durch. Dieses wird mit Fördergeldern des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) unterstützt und bindet auch die Schweiz als angrenzenden Staat mit ein.

Die Region am Hochrhein ist einerseits durch eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung („Hotspot der Biodiversität“) gekennzeichnet, andererseits durch einen zunehmenden Ausbau der Infrastruktur. Weitere Besonderheit ist die Grenzlage, die eine internationale Kooperation mit der Schweiz hinsichtlich der großräumigen Vernetzung der Wildtierlebensräume nahelegt. Dies gilt umso mehr, da auf dem angrenzenden Gebiet der Schweiz in den letzten Jahren schon viele Projekte zur Stärkung der Lebensraumvernetzung beschlossen und umgesetzt wurden.

In einer zweijährigen Vorstudie soll ein Konzept für Wiedervernetzungsmaßnahmen beziehungsweise den Erhalt der bestehenden Wildtierkorridore in einem partizipativen Prozess ausgearbeitet werden. Eine wesentliche Grundlage hierfür stellt der Generalwildwegeplan, der mittlerweile auch im Jagd- und Wildtiermanagementgesetz verankert ist, dar. Nach Bewilligung eines Folgeprojekts soll dieses Konzept als Grundlage für ein grenzüberschreitendes Umsetzungsprojekt mit bundesweiter Bedeutung zur Förderung der biologischen Vielfalt dienen. Ein direktes Ziel ist unter anderem die Wiederherstellung eines ehemals vollständig intakten Wildtierkorridors. Damit soll die landschaftsökologische Anbindung des Schwarzwaldes an den Hochrhein sowie zum Schweizer Jura und Alpenraum für Wildtiere nutzbar gemacht werden.

Der Generalwildwegeplan, stellt eine verbindliche Raumkulisse für den landesweiten Verbund aller waldassoziierten Arten einschließlich dar. Er steht als Masterplan und Beurteilungsgrundlage für Infrastrukturprojekte zur Verfügung und ist fachlich dem Geschäftsbereich des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zugeordnet.

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Landwirtschaft

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Waldwirtschaft

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Jagd

Weitere Meldungen

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit bleibt trotz leichtem Rückgang auf höherem Niveau

Labor-Utensilien bei einem Drug-Checking-Projekt
Suchthilfe

Land bereitet Drug-Checking-Verordnung vor

Alexander Föhr spricht im Deutschen Bundestag.
Regierungspräsidien

Wechsel an der Spitze des Regierungspräsidiums Karlsruhe

Eine Frau und ein Mann bei der Weinlese.
Weinbau

Förderprogramm für den Weinbau gestartet

Logo der Wirtschaftsministerkonferenz der Länder
Wirtschaftsministerkonferenz

Wirtschaftsminister der Länder tagen in Konstanz

Logo von Start up BW
Start-up BW

energieleser im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Bescheidübergabe Digitalisierungszentrum Ulm | Alb-Donau | Biberach | Neu-Ulm
Wirtschaft

Digitalisierungszentrum mit rund 500.000 Euro gefördert

A 6 über das Kochertal. Quelle: Regionalverband Heilbronn-Franken
Mobilitätspakt

Verkehrsmanagement in der Region Heilbronn-Neckarsulm

Sojabohnenernte in Umkirch
Landwirtschaft

Ernte auf gentechnisch veränderte Organismen untersucht

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Mitte) mit dem Gewinnerteam „Cover Curtains“ des „Start-up BW Young Talents 2026“-Wettbewerbs.
Start-up BW

Schülerteam „Cover Curtains“ gewinnt „Start-up BW Young Talents“

BW blüht
Biodiversität

Vorbildliche Projekte für Artenvielfalt ausgezeichnet

Auf durchsichtigem Grund steht Rrealschulpreis NANU?!", dahinter ist verschwommen ein Gebäude zu sehen.
Schule

Landessieger des NANU?!-Wettbewerbs 2026 gekürt

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Hitzeschutz

Vereine und Verbände sollen Wettbewerbe absagen

Firma WMB Ventilatoren GmbH in Obersontheim
Ländlicher Raum

Vier Millionen Euro für innovative Unternehmen

Eine Hand hält einen in augmented Reality illustrierten Kopf.
Wirtschaft

500.000 Euro für Digital Hub Region Stuttgart