Städtebau

Razavi fordert vom Bund Bürokratieentlastung für Kommunen

Angesichts steigender Bundesmittel bei der Städtebauförderung fordert Ministerin Nicole Razavi bürokratische Entlastungen seitens des Bundes für die Kommunen.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Nicole Razavi

Wenige Tage vor ihrer Städtebaureise vom 4. bis 6. August 2025 warnt die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi, vor einer Überforderung der Städte und Gemeinden im Land. Angesichts steigender Bundesmittel bei der Städtebauförderung fordert sie bürokratische Entlastungen seitens des Bundes für die Kommunen. „Dass die Bundesregierung die Mittel für die Städtebauförderung erhöhen wird, ist ein wichtiges Signal für die Kommunen. Allerdings müssen wir sicherstellen, dass diese das Geld dann auch investieren können. Wir müssen unseren Städten und Gemeinden den Rücken stärken“, sodie Ministerin Nicole Razavi.

Städtebauförderung soll perspektivisch verdoppelt werden

Die Bundesregierung hatte angekündigt, die Mittel für die Städtebauförderung schrittweise zu erhöhen, mit dem Ziel, diese im Laufe der Legislaturperiode zu verdoppeln. In diesem Jahr stehen insgesamt rund 247,52 Millionen Euro für 307 städtebauliche Erneuerungsmaßnahmen in 275 Städten und Gemeinden Baden-Württembergs bereit. Davon stammen knapp 70 Prozent (rund 170,78 Millionen Euro) aus dem Haushalt des Landes.

Schon im laufenden Jahr habe es Kommunen gegeben, die aufgrund einer Haushaltssperre keine Städtebaumittel beantragt und damit wichtige städtebauliche Projekte verschoben hätten, so Razavi. „Wenn die Fördermittel steigen, dürfen nicht auch die bürokratischen Anforderungen an die Kommunen steigen“, sagte die Ministerin. Deshalb sollten die Mittel bestenfalls in den bestehenden Programmen erhöht und keine neuen Programme extra aufgelegt werden, so die Ministerin. Insgesamt bestehe im Bereich der Bereitstellung der Finanzhilfen durch den Bund Beschleunigungspotenzial. Auch bei den Dokumentationspflichten, die der Bund den Ländern und Kommunen auferlegt, könnten Entlastungen erzielt werden.

Programm für Städte und Gemeinden noch besser machen

„Auch im Land prüfen wir kontinuierlich, wie wir unser Programm für die Städte und Gemeinden noch besser machen können“, sagte die Ministerin. So solle die Förderung von Kinderbetreuungseinrichtungen künftig noch flexibler gestaltet werden. Zudem sollen die Kommunen die Förderung zukünftig vollständig digital beantragen können.

Bei ihrer diesjährigen Städtebaureise vom 4. bis 6. August will sich die Ministerin einerseits über gelungene städtebauliche Projekte informieren und andererseits auf die angespannte Lage der Kommunen aufmerksam machen. Die Reise führt sie am ersten Tag nach Baindt im Landkreis Ravensburg, Dietenheim im Alb-Donau-Kreis und Pfullingen im Landkreis Reutlingen. Die Stationen des zweiten Tages sind Baiersbronn im Kreis Freudenstadt und Zell am Harmersbach im Ortenaukreis. Den Abschluss der Reise bilden Besuche in Herrenberg, Altdorf (beide Kreis Böblingen) und Leinfelden-Echterdingen im Kreis Esslingen.

Städtebauförderung

Seit 1971 ist die Städtebauförderung als gemeinschaftliche Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen ein erfolgreiches Instrument der städtischen Erneuerung. Sie unterstützt die Kommunen dabei, ihre Städte an wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Veränderungen anzupassen. So werden zum Beispiel die Errichtung von Schulen, Kindergärten und Spielplätzen, die Schaffung von Grünanlagen sowie barrierearmen Zugängen oder die Sanierung auf den aktuellen Stand der Technik gefördert. Mit Hilfe der Städtebauförderung konnten in Baden-Württemberg bereits mehr als 900 Kommunen in über 3.400 Sanierungs- und Entwicklungsgebieten ihre städtebauliche Entwicklung voranbringen, Missstände beseitigen und Orte der Begegnung schaffen. Mehr als neun Milliarden Euro Bundes- und Landesfinanzhilfen wurden den Kommunen dafür in den vergangenen Jahrzehnten zur Verfügung gestellt.

Weitere Meldungen

Visualisierung vom Anbau der Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen Ansicht West
Vermögen und Bau

Frauenklinik am Universitäts­klinikum Tübingen wird erweitert

Eine Frau bedient das Portal ELSTER der deutschen Steuerverwaltungen zur Abwicklung der Steuererklärungen und Steueranmeldungen über das Internet.
Steuern

Digitale Steuererklärung wird deutlich einfacher

Verkehrsunfallbilanz 2025
Verkehrsunfallbilanz 2025

Straßenverkehr in Baden-Württemberg wird immer sicherer

Eine muslimische Einwanderin sitzt mit anderen Personen am Tisch und schaut sich während des Englischunterrichts Blätter mit Grammatikaufgaben an.
Integration

Lucha kritisiert Zulassungsstopp bei Integrationskursen

Stuttgart Neckarpark
Wohnraumoffensive

Land unterstützt Kommunen mit Bau-Turbo

Gruppenbild anlässlich der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und der ukrainischen Region Lwiw
Absichtserklärung

Baden-Württemberg und Lwiw vertiefen wirtschaftliche Zusammenarbeit

Visualisierung Campus St. Alban
Innovationspreis

Zehn Preise für kirchliche Wohnprojekte

Forscher im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Innovation

Land fördert Digitales Innovationszentrum am Uniklinikum Freiburg

Justizministerin Marion Gentges (Vierte von links) mit dem Team des Projekts „DIE MUTMACHER“
Justiz

Begleithunde unterstützen in Strafprozessen

Ein Windrad ist auf der Holzschlägermatte bei Freiburg zu sehen.
Erneuerbare Energien

Mehr Windkraft für Baden-Württemberg

PV-Anlage auf dem Landtag in Stuttgart
Erneuerbare Energien

Photovoltaik-Ziel bereits vorab erreicht

Ein Clown der Narrenzunft Rottenburg läuft beim großen Umzug des Weißnarrentreffens in Villingen-Schwenningen durch die Innenstadt (Quelle: dpa).
Verbraucherschutz

Produktkontrollen für ein unbe­schwertes Feiern des Faschings

GNSS-Empfänger mit Sonnenaufgang
Digitale Infrastruktur

Satellitenpositionierungsdienst SAPOS® stark genutzt

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Dritter von rechts) und der Antisemitismusbeauftragte Dr. Michael Blume (Vierter von links) mit den Vorständen der Israelitischen Religionsgemeinschaften Württembergs und Baden
Religion

Kretschmann trifft Vorstände der jüdischen Gemeinschaften

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 10. Februar 2026