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Neuer Studiengang Hebammenwissenschaft eröffnet

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Eine Studentin der Hebammenwissenschaft hat während einer Übung in einer Vorlesung im Ausbildungszentrum DocLab des Universitätsklinikums Tübingen ein Kleidungsstück unter ihr Oberteil gestopft, um eine schwangere Frau darzustellen, damit eine Kommilitonin eine Betreuungsssituation mit ihr üben kann. (Bild: © dpa)

Der neue, bundesweit einzigartige Studiengang „Hebammenwissenschaft“ hat auf dem Gesundheitscampus Tübingen-Esslingen eröffnet. Der Studiengang bereitet die Studierenden erstmals auf die komplexen Veränderungen im Gesundheitswesen in einem Hochschulstudium vor.

Dankbarkeit für die tägliche Arbeit von Hebammen oder Pflegerinnen und Pflegern ist das überwiegende Gefühl von Entbindenden, von Kranken und Pflegebedürftigen und den Angehörigen. Damit diese Berufsgruppen ihre wichtige Aufgabe weiterhin in hoher Qualität erfüllen können, wurden nun die neu geschaffenen primärqualifizierenden Bachelorstudiengänge Hebammenwissenschaft und Pflege auf dem Gesundheitscampus Tübingen-Esslingen eingerichtet. Damit wird auch an internationale Vorgaben angeknüpft.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat gemeinsam mit der Staatssekretärin im Sozial- und Integrationsministerium, Bärbl Mielich, die ersten Studierenden persönlich begrüßt. „Sowohl in der Pflege als auch im Hebammenwesen geht es darum, Menschen in Situationen zu begleiten, in denen sie häufig außergewöhnliche und tiefgreifende Erfahrungen machen. Es sind Momente, in denen Menschen bewusst wird, dass es Situationen gibt, in denen man sich auf andere verlassen muss. Dass sie dabei auf hoch qualifiziertes Personal vertrauen können, dafür hat das Land mit der Einrichtung dieser beiden Studiengänge Sorge getragen“, sagt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Schon in wenigen Jahren werden die Studienanfänger Absolventinnen und Absolventen dieser neuen Studiengänge sein und dann für die Menschen in Baden-Württemberg da sein, betonte sie.

Wichtige Impulse für die Pflege- und der Hebammenwissenschaft

Staatssekretärin Bärbl Mielich: „Ich freue mich, dass wir heute den Startschuss für zwei Modellstudiengänge geben, für deren Etablierung ich mich seit Jahren stark mache. Es war kein einfacher Prozess bis zur Genehmigung der beiden Studiengänge. Wir mussten sozusagen zwei Paradigmen miteinander versöhnen: die universitäre Freiheit der Lehre und das eher ordnungsrechtlich ausgerichtete Beruferecht in der Kranken- und der Entbindungspflege. Alle Beteiligten haben intensiv in einem konstruktiven und engen Austausch um die beste Lösung gerungen. Wir haben nun zwei innovative akademische Ausbildungen für die Pflegeberufe und für die Entbindungspflege entwickelt, die Vorbildcharakter haben. Ich bin mir sicher: von Tübingen aus werden wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Pflege- und der Hebammenwissenschaft ausgehen.“

Die Anforderungen an unser Gesundheitswesen sind zusehends hoch komplex. Neue Erkenntnisse, neue Methoden, neue Behandlungs- und Therapieformen verändern die Arbeit in diesem Bereich unablässig. Die Studierenden auf dem Campus für Gesundheitswissenschaften, der von der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen in Kooperation mit der Hochschule Esslingen und dem Universitätsklinikum Tübingen getragen wird, sind die ersten, die auf diese komplexen Veränderungen nun in einem Studium vorbereitet werden.

„Die beiden beteiligten Hochschulen haben gemeinsam mit dem Land etwas Neues auf den Weg gebracht. Der Gewinn einer wissenschaftlichen Qualifikation für die Gesellschaft wird damit in Bereichen erfahrbar, auf die es wirklich ankommt – am Anfang des Lebens, am Ende und an den Stellen, wo wir unverhofft aus unserer Normalität gerissen werden“, so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer weiter.

Baden-Württemberg ist mit neuen Studiengängen Vorreiter

Mit diesen neuen Studiengängen ist Baden-Württemberg Vorreiter einer Entwicklung, die vom Wissenschaftsrat, Fachverbänden und Sachverständigen eingefordert wird. „Wir benötigen in der Pflege und in der Geburtshilfe Fachkräfte, die gelernt haben, ihr Handeln immer wieder zu hinterfragen, wissenschaftliches Wissen aufzunehmen und ihre Arbeit an neue Anforderungen anzupassen. Die neuen Studienangebote sind ein wichtiger Beitrag dazu, Pflege und Geburtshilfe im Land leistungsstark zu halten“, so Ministerin Bauer abschließend.

Dem pflichteten die beiden Hochschulvertreter zu. „Die Etablierung unterschiedlicher Zugänge zu den Gesundheitsfachberufen war überfällig. Ergänzend zu den bisherigen Ausbildungswegen an Schulen eröffnen die Bachelorstudiengänge Pflege und Hebammenwissenschaft jungen Menschen eine Kombination aus wissenschaftlicher Qualifikation und praktischer Ausbildung in einem wichtigen Zukunftsfeld. Unser Gesundheitssystem braucht Mitarbeiter mit besonderer Expertise und Kernkompetenzen in beiden Feldern. Die Medizin der Zukunft ist interprofessionell“, sagte Prof. Dr. med. Ingo B. Autenrieth, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen:

Prof. Dr. Christian Maercker, Rektor der Hochschule Esslingen, verwies darauf, dass die Hochschule Esslingen zum ersten Mal einen primärqualifizierenden Studiengang in den Pflegewissenschaften anböte. „Dadurch können wir Studierenden gleich nach dem Abitur auf höchstem akademischen Niveau theoretische und praktische Inhalte vermitteln. Noch wichtiger ist mir jedoch, dass wir an der international ausgewiesenen Kompetenz der Medizinischen Fakultät der Exzellenzuniversität Tübingen teilhaben. Die Pflege und die Medizin wachsen dadurch in einer Weise zusammen, dass nicht nur Lehrende und Studierende profitieren, sondern auch neue, zukunftsweisende Lösungsansätze entwickelt werden, mit denen den großen Herausforderungen der Gesundheitsversorgung in der Zukunft begegnet werden kann“, betonte Maercker.

Akademisierung der Gesundheitsfachberufe

Heute schon fehlen in Pflege und Geburtshilfe oft qualifizierte Fachkräfte. Mit den neuen Studienangeboten können ambitionierte und einsatzfreudige junge Menschen für die Arbeit im Gesundheitsbereich gewonnen werden.

Die Studiengänge sind primärqualifizierend und schließen mit einem Doppelabschluss ab: Akademischer Grad Bachelor of Science (B.Sc.) und gleichzeitig staatliche Berufszulassung. Beide Studiengänge sind Teil des Programms „Akademisierung der Gesundheitsfachberufe“, mit dem insgesamt 775 Studienanfängerplätze gefördert werden. Hierfür investiert das Land seit 2015 jährlich zehn Millionen Euro. In dieses Programm sind alle Hochschularten einbezogen: Universitäten, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW). Neben den 685 Bachelor-Anfängerplätzen gibt es auch 90 Master-Anfängerplätze.

Im Bereich Pflege werden insgesamt 460 Bachelor-Studienanfängerplätze gefördert, davon entfallen 60 auf den Campus für Gesundheitswissenschaften Tübingen-Esslingen. Im Bereich Hebammenwesen werden 105 Bachelorstudienangebote gefördert, 30 davon entfallen auf den Studiengang an der Uni Tübingen. Im Masterbereich werden am Campus für Gesundheitswissenschaften Tübingen-Esslingen künftig noch ein Studiengang „Population Based Medicine“ und ein Studiengang „Pflege/Nursing Science“ angeboten.

Universität Tübingen: Bachelor-Studiengang Hebammenwissenschaft 

Universität Tübingen: Bachelor-Studiengang Pflege

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