Energiewende

Monitoring-Bericht zur Energiewende veröffentlicht

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim vor einem Strommast. (Bild: Patrick Seeger/dpa)

Mit dem Monitoring-Bericht zur Energiewende 2019 veröffentlicht das Umweltministerium wichtige Informationen über den Stand und die Entwicklung der Energiewende im Land.

Das Umweltministerium hat den aktuellen Monitoring-Bericht zur Energiewende in Baden-Württemberg veröffentlicht. Der Bericht beleuchtet die Entwicklung der erneuerbaren Energien und des konventionellen Kraftwerkparks – auch mit Blick auf die Versorgungssicherheit im Land. Darüber hinaus befasst sich der Bericht mit der Strom- und Gasinfrastruktur, dem Endenergieverbrauch und der Energieeffizienz. Er stellt zudem dar, wie sich die Sektorkopplung, also die Verzahnung der Bereiche Strom, Wärme und Verkehr, sowie die Ausgaben für Energie hierzulande entwickelt haben.

Fundierte Informationen über Stand und Entwicklung der Energiewende im Land

Den Monitoring-Bericht hat das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) im Auftrag des Ministeriums erarbeitet. „Der Status-Bericht des ZSW liefert uns fundierte Informationen über den Stand und die Entwicklung der Energiewende im Land“, sagte Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller. „Das hilft uns, die Auswirkungen des Systemwechsels zu erkennen, möglichen Handlungsbedarf zu identifizieren und geeignete Maßnahmen auf den Weg zu bringen.“

Leider gelinge es nicht immer, solche Maßnahmen auch zeitnah umzusetzen, bedauerte der Minister. „Das sehen wir am besten am Beispiel der Windenergie: Im Jahr 2017 hatten wir mit 120 neuen Anlagen mit einer Gesamtleistung von 390 Megawatt einen Rekordzubau. Momentan ist der Ausbau der Windenergie im Land nahezu zum Erliegen gekommen.“ Vorwärts würde es nur dann wieder gehen, wenn die Standortnachteile in Baden-Württemberg durch einen regionalen Ausgleich in den Ausschreibungen wettgemacht würden, so Untersteller. „Dafür setze ich mich auf Bundesebene schon lange ein. Sehr lange. Zu lange.“

Versorgungssicherheit im Land gewährleistet

Ende des Jahres reduziert sich mit dem Abschalten des Kernkraftwerks Philippsburg 2 die konventionelle Kraftwerkskapazität in Baden-Württemberg. Einfluss auf die Versorgungssicherheit im Land habe das jedoch nicht, betonte der Energieminister. „Baden-Württemberg war schon immer ein Stromimportland und wird es auch weiterhin bleiben. Die im Bericht seitens des ZSW ausgewerteten Studien geben keine Hinweise darauf, dass die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet werden kann.“

Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis stieg im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent auf 29,5 Cent pro Kilowattstunde. „Das liegt im Wesentlichen an den gestiegenen Kosten für Beschaffung und Vertrieb“, erläuterte Minister Untersteller. „In Relation zum Bruttoinlandsprodukt liegen die Ausgaben für den Stromverbrauch mit zwei Prozent aber noch immer unterhalb des Niveaus von 1991.“

Zu einem weiteren wichtigen Themenfeld der Energiewende weist Professor Frithjof Staiß vom ZSW darauf hin, dass mit Blick auf den Wärmebedarf von Gebäuden zwar insgesamt in Baden-Württemberg Fortschritte zu verzeichnen sind. „Die spezifische Verbrauchsminderung in Gebäuden wird jedoch häufig durch größere Wohnflächen kompensiert. Hier gilt es, parallel zu weiteren Effizienzanstrengungen zukünftig verstärkt erneuerbare Energien und Abwärme in der Wärmeversorgung einzusetzen. Mit der seitens der Landesregierung geplanten Einführung einer verbindlichen kommunalen Wärmeplanung für große Kreisstädte und Stadtkreise kann dies maßgeblich unterstützt werden“.

Speziell zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg hat das Umweltministerium vor drei Wochen den Bericht „Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg 2018“ veröffentlicht.

Monitoring-Bericht zur Energiewende in Baden-Württemberg 2019 (PDF)

E! Unser Land. Voller Energie.: Energiewende im Land

Weitere Meldungen

Die Strohgäubahn steht im Bahnhof von Korntal. (Foto: dpa)
Schienenverkehr

Land stärkt kommunale Nebenbahnen

Traktor auf einem Feld
Ökolandbau

Land fördert überregionale Koope­rationen der Bio-Musterregionen

Das Thermostat einer Heizung.
Energie

Energieberatung für einkommens­schwache Haushalte verlängert

Ein Biber, fotografiert an einem Fluss (Quelle: dpa).
Artenschutz

Biberverordnung hilft bei Konfliktfällen

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Grand Est und Land mobilisieren für Zukunft der Bioökonomie

Viele Kinder freuen sich und halten ein Banner hoch.
Fußverkehr

Hermaringer Kinder holen den ersten Platz bei den „Schulwegprofis“

Illustration eines Zuges. Dieser fährt an einem Schild mit der Aufschrift "Digitaler Knoten Stuttgart" vorbei.
Schienenverkehr

340 Millionen Euro für Digitalen Knoten Stuttgart

Ein Wanderer betrachtet bei Bad Urach den Uracher Wasserfall. (Bild: dpa)
Geodaten

Neue App „BW mobil“ auf der CMT vorgestellt

Ein Wanderer geht beim Naturschutzzentrum Kaltenbronn im Schwarzwald einen Weg entlang. (Bild: © Uli Deck / dpa)
Forst

Appell zur Stärkung des Waldumbaus

Seitenansicht eines Doppelstockzuges
Schienenverkehr

Weitere 26 Doppelstockzüge für Baden-Württemberg

Ein Passagierzug des Typs Lint 54 fährt auf einer Schiene.
Schienenverkehr

Verbesserungen für Fahrgäste dringend notwendig

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert

Freiflächen-Photovoltaik-Anlage im Solarpark Kuchen
Erneuerbare Energien

Photovoltaik-Boom setzt sich auch 2025 fort

bwshuttle
Öffentlicher Nahverkehr

Land fördert fünf neue bwshuttle-Angebote

Icon eines Fahrrads. Darüber der Text "Mein Bike, mein Weg, mein Vorteil mit JobBike BW.
Radverkehr

Fünf Jahre JobBike BW für Landesbedienstete