Kernenergie

Letzte Abbaugenehmigung für Kernraftwerk Obrigheim überreicht

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Kernkraftwerk Obrigheim (Foto: dpa)

Umweltminister Franz Untersteller hat dem Geschäftsführer der Kernkraftsparte der EnBW, Jörg Michels, die vierte und damit letzte Abbaugenehmigung für das Kernkraftwerk in Obrigheim überreicht. Dadurch ist ein weiterer Meilenstein für den Ausstieg aus der Atomkraft in Baden-Württemberg erreicht.

Umweltminister Franz Untersteller hat in Obrigheim dem Geschäftsführer der Kernkraftsparte der EnBW, Jörg Michels, die 4. Abbaugenehmigung für das Kernraftwerk Obrigheim (KWO) überreicht.

„Dies ist die letzte atomrechtliche Genehmigung, die für den Abbau des Kernkraftwerks nötig ist“, sagte der Umweltminister. Sie ermögliche die Demontage der Anlagenteile, Systeme und Komponenten, deren Abbau noch nicht mit den vorherigen drei Genehmigungen gestattet gewesen war. “Zudem werden nach dem im vergangenen Jahr erfolgten Transport von abgebrannten Brennelementen von KWO ins Zwischenlager des Kernkraftwerks Neckarwestheim auch die Anlagenteile und Systeme zur Überwachung und Kontrolle der Brennelemente nicht mehr benötigt. Daher können diese nun ebenfalls abgebaut werden“, so der Minister. Den Abbau anderer zentraler Anlagenteile wie des Reaktorbeckens oder des Biologischen Schilds hatte die Atomaufsicht der EnBW bereits im April 2013 mit der 3. Abbaugenehmigung gestattet.

Räumung des Zwischenlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle

„Die heutige Genehmigung, fast ein halbes Jahrhundert nach der Aufnahme des kommerziellen Leistungsbetriebs im Jahr 1969, stellt einen weiteren Meilenstein dar auf dem Weg, den Standort Obrigheim wieder kernkraftfrei zu machen“, betonte Untersteller. „Damit wir den Standort aber vollständig aus der atomrechtlichen Überwachung entlassen können, muss auch noch das vorhandene Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle geräumt werden.“ Da ab dem Jahr 2020 die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) das Zwischenlager betreiben werde, werde er sich beim Bund dafür einsetzen, diese Abfälle zeitnah nach Ende der Abbauarbeiten in ein anderes Zwischenlager der BGZ umzulagern, so der Minister. Nach aktueller Planung der EnBW soll der Abbau des Atomkraftwerks spätestens bis zum Jahr 2025 abgeschlossen sein. 

Andere Kernkraftstandorte in Baden-Württemberg

„Auch an den anderen Kernkraftstandorten im Land zeigt sich, dass der Ausstieg aus der Atomkraft in Baden-Württemberg Schritt um Schritt vorankommt“, sagte Umweltminister Untersteller weiter.

So befinden sich die beiden Anlagen Philippsburg 1 (KKP 1) und Neckarwestheim I (GKN I) seit dem Jahr 2017 im Abbau, nach aktuellen Plänen könnte dieser Anfang der 2030er Jahre abgeschlossen sein.

Am 31. Dezember 2019 endet die Berechtigung zum Leistungsbetrieb des Kernkraftwerks Philippsburg 2, für den Block Neckarwestheim II wird dies Ende 2022 der Fall sein. Die Anträge für die jeweilige Stilllegungs- und Abbaugenehmigung dieser Anlagen liegen dem Umweltministerium seit Mitte 2016 vor. Den aktuellen Planungen zufolge soll der Abbau spätestens Mitte der 2030er Jahre abgeschlossen sein.

Die Beteiligung der Öffentlichkeit in den beiden Verfahren zu KKP 2 und GKN II soll möglichst noch im Jahr 2018 erfolgen, für KKP 2 liegen die Unterlagen bereits seit 9. April öffentlich aus. „Wir wollen die betroffenen Bürgerinnen und Bürger umfassend informieren und ihnen die Möglichkeit geben, sich in die Verfahren einzubringen“, betonte Untersteller. „Alle Interessierten sollen sich ein Bild davon machen können, dass das Thema Sicherheit für uns nach wie vor höchste Priorität genießt und der Schutz der Bürgerinnen und Bürger auch beim weiteren Voranschreiten des Atomausstiegs jederzeit gewährleistet ist.“

Auf dem Gelände des KIT Karlsruher Institut für Technologie, Campus Nord, werden stillgelegte kerntechnische Versuchs- und Prototypanlagen abgebaut. Zum Beispiel befindet sich die ehemalige Wiederaufbereitungsanlage (WAK) im fünften von insgesamt sechs Abbauschritten, die bis Ende der 2020er Jahre umgesetzt sein sollen. Für den Abbau des Mehrzweckforschungsreaktors (MZFR) liegen die notwendigen Genehmigungen vor, der Abriss des Reaktorgebäudes soll Ende 2019 beginnen, alle ehemals nuklear genutzten Gebäude sollen bis zum Jahr 2021 beseitigt sein.

Umweltministerium: Kerntechnische Anlagen in Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

Während der Redaktionssitzung einer Schülerzeitung liegen auf dem Redaktionstisch Blöcke, Stifte, Scheren und Kleber und andere Utensilien. (Foto: © dpa)
Schülerzeitschriftenwettbewerb

14 Schülerzeitungen ausgezeichnet

Blick in den Tagungsraum anlässlich der Sitzung der Europaministerkonferenz in der Landesvertretung in Brüssel
Europaministerkonferenz

Außenhandel der EU stärken und Regulierungen vereinfachen

Das Logo von Invest BW
Invest BW

Mobilität stärken, Wandel prägen, Zukunft sichern

Logo Start-up BW
Start-up BW

Neue Start-ups für das Frühphasenförderprogramm ausgewählt

Richter im Landgericht Stuttgart
Justiz

Neues KI-Tool für die Justiz

Eine junge Frau mit gelbem Pullover hält ein Smartphone in der Hand.
Digitalisierung

Ausweis auf dem Handy ab 2. Januar 2027

Weg im ländlichen Raum
Flurneuordnung

Ländliche Wege in zwölf Kommunen modernisiert

Fachliteratur zum Thema „Recht“ ist an einem Stand beim Deutschen Anwaltstag in Stuttgart zu sehen. (Bild: dpa)
Studium

Jura-Bachelor an allen Universitäten im Land möglich

Ein Hauskaninchen wartet in seinem Stall in einem Gartengeschäft auf einen neuen Besitzer.
Tierschutz

Tierschutz in der Vorweihnachtszeit

Dr. Julia Mahamid (links) und Professor Dr. Klaus Blaum (rechts)
Forschung

Zwei Leibniz-Preise gehen nach Baden-Württemberg

Übergabe eines symbolischen Förderschecks an die Projektverantwortlichen der Fraunhofer-Gesellschaft für das Projekt „Stuttgart Climate Tech Hub“
Wirtschaft

Startschuss für Stuttgart Climate Tech Hub

Die Schüler Johannes (l.) und Felix (r.), ein Junge mit Down-Syndrom, sitzen in der Gemeinschaftsschule Gebhardschule in Konstanz an einem Klassentisch beim Malen. (Foto: © dpa)
Inklusion

Land fördert Inklusionsprojekte für Kinder und Jugendliche

Frisches Fleisch, darunter Rehkeule, Rehrücken und Wildschweingulasch liegen in der Auslage einer Metzgerei.
Forstwirtschaft

Festtage mit heimischen Wildbret genießen

Eine ausländische Schülerin füllt während eines Deutschkurses ein Arbeitsblatt aus. (Foto: © dpa)
Schule

Sprachbildung an Schulen wird intensiviert und verbindlich

Eine muslimische Einwanderin sitzt mit anderen Personen am Tisch und schaut sich während des Englischunterrichts Blätter mit Grammatikaufgaben an.
Integration

Baden-Württemberg erneuert Pakt für Integration