Migration

Landkreis Karlsruhe erfolgreich bei Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete

Der Landkreis Karlsruhe zeigt bei der Umsetzung von Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete ein besonderes Engagement.

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Eine Sozialarbeiterin führt in der Landeserstaufnahme für Asylbewerber in Karlsruhe eine Beratung mit einem Flüchtling durch.
Symbolbild

Der Landkreis Karlsruhe ist besonders erfolgreich bei der Umsetzung von Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete. Menschen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, sind nach dem Gesetz verpflichtet, gemeinnützige Tätigkeiten zu übernehmen – etwa auf Bauhöfen, Grünanlagen oder in sozialen Einrichtungen. Sie erhalten dafür eine kleine Entschädigung. Die Arbeit soll keine regulären Jobs ersetzen, sondern helfen, den Alltag zu strukturieren, Beschäftigung zu fördern und Teilhabe zu ermöglichen. Seit Anfang 2024 wirbt das Landratsamt bei Kommunen und gemeinnützigen Trägern aktiv für die Schaffung solcher Arbeitsgelegenheiten. In Bürgermeisterrunden, Kommunalgesprächen und Informationsveranstaltungen wurde das Thema vorgestellt, um Partner vor Ort zu gewinnen. Eine Handreichung informiert über rechtliche Grundlagen, Ziele und organisatorische Abläufe. Eine zentrale Ansprechpartnerin im Landratsamt begleitet interessierte Kommunen, koordiniert die Besetzung der Stellen und steht für Rückfragen zur Verfügung.

Besonderes Engagement bei der Integration

„Die untere Aufnahmebehörde Karlsruhe zeigt bei der Umsetzung von Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete ein besonderes Engagement, das ich sehr begrüße. Es macht deutlich, was hier möglich und auch praktisch umsetzbar ist“, sagte die Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges. „Der Landkreis Karlsruhe zeigt, dass Integration beziehungsweise der Erhalt der Integrationsfähigkeit dann am besten gelingt, wenn sie mit praktischen Möglichkeiten zur Teilhabe verbunden ist. Arbeitsgelegenheiten schaffen sinnvolle Strukturen, fördern Eigeninitiative und geben Geflüchteten die Chance, Verantwortung zu übernehmen und Kontakte in die Gesellschaft zu knüpfen“, so Landrat Dr. Christoph Schnaudigel.

Sechs Städte – Bruchsal, Philippsburg, Stutensee, Bretten, Östringen und Oberderdingen – haben bereits entsprechende Arbeitsgelegenheiten eingerichtet, weitere Kommunen und gemeinnützige Träger bereiten sich darauf vor beziehungsweise stehen in den Startlöchern. Die Rückmeldungen der Kommunen sind durchweg positiv, viele Stellen konnten bereits mehrfach nachbesetzt werden. Gleichzeitig arbeitet der Landkreis mit der BEQUA gGmbH zusammen, der gemeinnützigen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft in Mitträgerschaft des Landkreises Karlsruhe. Dort nehmen im Schnitt zehn Geflüchtete pro Monat an Arbeitsgelegenheiten teil, etwa in der Kleiderkammer, im Möbellager, in der Grüngruppe oder in der Reinigung. Ergänzend erhalten sie bei Bedarf Sozialberatung oder ein Jobcoaching, um den Übergang in den ersten Arbeitsmarkt zu fördern und zu erleichtern.

Monatliche Informationsveranstaltungen

Seit September 2024 werden vor Beginn der Arbeitsgelegenheiten monatlich Informationsveranstaltungen bei der BEQUA gGmbH angeboten. Insgesamt wurden bisher 368 Geflüchtete eingeladen, um Motivation und Eignung zu prüfen. Nur 59 Personen haben eine Tätigkeit ohne Grund abgelehnt oder abgebrochen, und mussten daraufhin eine Kürzung der Leistungen hinnehmen.

„Die Bilanz zeigt, dass sich Arbeitsgelegenheiten außerhalb der Unterkünfte besonders für Menschen in der Anschlussunterbringung bewähren. Sie verbinden das Prinzip fördern und fordern, stärken Eigenverantwortung und erleichtern Integration. Der Landkreis Karlsruhe möchte diese Erfolgsgeschichte fortschreiben und noch mehr Kommunen für die Teilnahme gewinnen“, so die Leiterin des Amtes für Integration im Landratsamt Karlsruhe Kathrin Haas.

Hinweisschreiben des Ministeriums der Justiz und für Migration zu den Arbeitsgelegenheiten vom 5. März 2024 (PDF)

Erfahrungsberichte aus Kommunen des Landkreises Karlsruhe

Quelle:

Ministerium der Justiz und für Migration Baden-Württemberg / Landkreis Karlsruhe

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