Soziales

Landesweite Aktionswoche „Armut bedroht alle“

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Mehrere Kinder stehen nebeneinander in einem Kindergarten. (Bild: © Christian Charisius/dpa)

Vom 14. bis 20. Oktober 2019 findet die landesweite Aktionswoche „Armut bedroht alle“ statt. Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha ist vor allem die Bekämpfung der Kinderarmut ein wichtiges Anliegen.

Anlässlich der landesweiten Aktionswoche „Armut bedroht alle“, die gemeinsam von der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg und der Landesarmutskonferenz des Landes am Montag (14. Oktober) gestartet wurde, äußert sich Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha wie folgt: 

„Armut gibt es auch in unserem vergleichsweise reichen Land. Dass die Armutsgefährdungsquote in Baden-Württemberg niedriger ist als in anderen Bundesländern, macht es für den einzelnen Betroffenen nicht besser. Ich begrüße es sehr, dass die Landesarmutskonferenz und die Liga der freien Wohlfahrtspflege wie in jedem Jahr mit der landesweiten Aktionswoche ,Armut bedroht alle‘ auf diesen Umstand aufmerksam machen. 

Dieses Jahr lautet das Thema ,Der Mensch ist mehr als eine Zahl‘. Dies trifft zu. Trotzdem müssen für wirkungsvolle Maßnahmen in der Armutsbekämpfung die wichtigsten Datengrundlagen stets aktuell zur Verfügung stehen. Deshalb hat das Land die wichtigsten Zahlen und Daten zum Thema Armut und Reichtum im Gesellschaftsmonitoring Baden-Württemberg veröffentlicht, wo sie jährlich fortgeschrieben werden.

Bei den Zahlen allein bleiben wir aber nicht stehen. Das Ministerium für Soziales und Integration veröffentlicht jährlich Projektausschreibungen. Dieses Jahr haben sie den thematischen Schwerpunkt ,Politische und gesellschaftliche Teilhabechancen trotz Armutsgefährdung‘. Wir wissen inzwischen, dass sich regelmäßige soziale Kontakte positiv auf die politische oder zivilgesellschaftliche Beteiligung von armutsgefährdeten Menschen auswirken. Hier setzen die zur Förderung eingereichten Projekte an.

Vor allem die Bekämpfung der Kinderarmut ist mir ein wichtiges Anliegen. Kinder in Armut können nicht ausreichend am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Schon in der Schule haben sie schlechtere Chancen und können sich als Erwachsene nur noch schwer aus der Armut lösen. Deshalb werden wir das Jahr 2020 als Jahr gegen Kinderarmut gestalten. Hierzu wird gerade eine eigene Website mit wichtigen Informationen unter anderem zu Zuschüssen für Veranstaltungen vorbereitet. Den Landesbeirat zur Armutsbekämpfung und Prävention habe ich zur Mitwirkung an unserer Strategie gegen Kinderarmut ,Starke Kinder – Chancenreich‘ eingeladen.

Einer der ersten Bausteine der Strategie ist der Förderaufruf ,Starke Kinder‘ zur Einreichung von Projektanträgen gegen Kinderarmut im Rahmen des Europäischen Sozialfonds, der im August veröffentlicht wurde. Dieses Förderprogramm richtet sich vorrangig an benachteiligte Kinder und Jugendliche ab der 5. Klasse, die von gesellschaftlicher Marginalisierung und Armut bedroht sind.

Besonders erfolgreich und deshalb auch unterstützenswert sind für mich Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut vor Ort, die den Familien niedrigschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Verfügung stellen, die in der Art einer Präventionskette aufgebaut sind, an den Lebenswelten der Kinder ansetzen und bei denen die wichtigsten Akteure zusammenarbeiten. Derzeit werden sechs Präventionsnetzwerke im Rahmen des Förderaufrufs ,Aktiv und gemeinsam gegen Kinderarmut und für Kindergesundheit‘ gefördert. Standorte sind Ravensburg, Ulm, Singen, Schorndorf, Stuttgart und Ortenaukreis. Den erfolgreichen Ansatz der Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut wollen wir im Land ausbauen und auch weiterhin Initiativen vor Ort unterstützen.

Langfristig ist unser Ziel, zur Bekämpfung von Kinderarmut eine Kindergrundsicherung einzuführen. Sie muss den Mindestbedarf jedes Kindes decken, sich daran orientieren, was Kinder und Jugendliche zu einem guten Aufwachsen brauchen und so Teilhabe für alle Kinder garantieren. Das Ministerium für Soziales und Integration arbeitet deshalb in einer Länderarbeitsgruppe mit, die hier ein umfassendes Konzept erarbeitet.“

Aktionswoche „Armut bedroht alle“

Weitere Meldungen

Bundesrat
Bundesrat

Strobl setzt sich für Schutz der Kritischen Infrastruktur ein

Eine Mitarbeiterin der Parasitologie der Universität Hohenheim zeigt in einem Labor eine Buntzecke.
Gesundheit

Start der Zecken-Saison

Europa, Deutschland, Schwarzwald
Landlicher Raum

Starke Perspektiven für den Ländlichen Raum

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Studium

Land finanziert KI-Plattform für sehbeeinträchtigte Studierende

Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur.
Gesundheit

Landesregierung beschließt neuen Krankenhausplan

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 3. März 2026

Schriftzug „MEDI:CUS“ auf einer Bühne
Gesundheit

Gesundheitscloud MEDI:CUS wird verstetigt

Eine Sozialarbeiterin misst die Blutdruckwerte eines Probanden und übermittelt diese drahtlos per Smartphone an einen Arzt.
Medizintechnik

Land setzt sich für Reformen in der Medizintechnikbranche ein

Businessfrau sitzt an einem PC
Arbeit

Karriere-Tipps für junge Frauen

Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Auszeichnung

Kurt Josef Lacher erhält Bundesverdienstmedaille

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Lage am Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Eine Professorin steht beim Unterricht vor Studentinnen und Studenten.
Gleichstellung

Land beim Professorinnenprogramm vorn

Logo Öffentlicher Gesundheitsdienst. Die Abkürzung "ÖGD" ist in dicken Buchstaben dargestellt. Darunter steht in "Öffentlicher Gesundheitsdienst - Schützt. Hilft. Klärt auf."
Studium

Neue Vorabquote fürs Medizinstudium

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen.
Ländlicher Raum

Land stärkt Ländlichen Raum mit 112,4 Millionen Euro

Stethoskop vor farbig eingefärbtem Kartenumriss von Baden-Württemberg mit Schriftzug: The Ländarzt - Werde Hausärztin oder Hausarzt in Baden-Württemberg
Gesundheitsberufe

Bis 31. März 2026 für die Landarztquote bewerben