NACHHALTIGE MOBILITÄT

Landeskirche setzt auf Mobilitätsmanagement

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Ein Personenzug „Regio DB Südbahn“ steht in einem Bahnhof.

Die Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg beginnt mit dem Aufbau eines Mobilitätsmanagements. In den nächsten drei Jahren werden die Zentrale sowie zehn Schulen und Internate systematisch auf eine nachhaltigere Mobilität umgestellt. Unterstützung bekommen sie hierfür vom Verkehrsministerium.

Mittels Mobilitätsmanagement gelingt es, die Verkehrsströme von Unternehmen und Behörden umweltverträglicher und effizienter zu gestalten. Das Landesförderprogramm „B2MM“ (Behördliches und Betriebliches Mobilitätsmanagement) unterstützt Betriebe sowie Behörden bei ihren Anstrengungen. Die Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg profitiert nun von diesem Maßnahmenpaket. Rund 160.000 Euro stehen dafür bereit. Zugute kommt die Neuausrichtung der Mobilität den 2.500 Schülerinnen und Schülern sowie den 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Damit fördert das Land bereits das zweite Projekt dieser Art. Mit „ARIN – Agile Raum- und Infrastrukturnutzung“ hat sich zu Jahresbeginn die AOK Baden-Württemberg mit Unterstützung des Landes auf den Weg hin zu einer nachhaltigeren betrieblichen Mobilität gemacht. 

Landes- und Eigenmittel für neues Mobilitätskonzept

Verkehrsminister Winfried Hermann erläuterte die Aufgaben des Projekts: „Wie können Verkehre vermieden werden? Wie können Beschäftigte und Schüler motiviert werden, öffentliche Verkehrsmittel für ihren Weg zur Arbeit oder zur Schule zu nutzen? Was braucht es, um auf das Rad umzusatteln? Diese und viele weitere Fragen gilt es nun zu beantworten. Die Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche unterstützen wir sehr gerne dabei. Ich freue mich besonders, mit der Evangelischen Landeskirche bereits den zweiten starken Partner an unserer Seite zu haben, der sich für nachhaltige Mobilität im beruflichen Alltag einsetzt.“

Die Förderung des Landes für das Projekt „Nachhaltiges Mobilitätsmanagement an evangelischen Schulen“ ergänzt die Eigenmittel der Schulstiftung, die in den nächsten drei Jahren 320.150 Euro aufwenden wird. Die Schulstiftung wird nun ein umfassendes Konzept erarbeiten und aufzeigen, welche Maßnahmen im Rahmen des Mobilitätsmanagements konkret umgesetzt werden sollen. 

Zum geplanten Projekt der Evangelischen Landeskirche erklärte der Vorsitzende der Schulstiftung, Oberkirchenrat Dr. Norbert Lurz: „Wir leben auch im Schulalltag christliche Werte – und dazu gehört die Achtung vor der Schöpfung mit dem Auftrag, sie zu bewahren.“ Verantwortung für ihre Umwelt und für die Nachwelt zu übernehmen sei eine Kernbotschaft, die den Schülerinnen und Schülern in den verschiedensten Bezügen vermittelt werde. „Nach unserem Selbstverständnis bewegen wir uns als Geschöpfe Gottes in einer Gemeinschaft mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt. Und ‚bewegen‘ nehmen wir dabei gern wörtlich“, sagte Lurz. 

Alternativen zum „Eltern-Taxi“

Im Schuljahr 2017/18 entwickelte die Schulstiftung mithilfe einer Bundesförderung ein Klimaschutzkonzept und leitete daraus vielfältige Ideen und Maßnahmen ab. „Jetzt wollen wir dranbleiben, umsetzen und dafür unsere Kapazitäten verstärken“, erläuterte Geschäftsführer und Projektkoordinator Daniel Wágner und benannte zwei Beispiele für einen konkreten Handlungsbedarf: „Auch bei uns fährt noch zu häufig das ‚Eltern-Taxi‘ zur Schule. Und unser eigener Fuhrpark läuft bisher vollständig auf Dieseltechnologie.“ Die Förderung des Verkehrsministeriums ermögliche nun, eine tragfähige Projektorganisation aufzubauen, die Verkehre von und zu den Schulstandorten zu analysieren und auf Verlagerungspotenzial zu prüfen sowie passende Maßnahmen des Mobilitätsmanagements auszuwählen und umzusetzen. Geplant seien auch verschiedene Aktionen, die sich an Schüler, Lehrer und Eltern richteten. Weiterhin ist geplant, Themen der nachhaltigen Mobilität in den Lehrplan aufzunehmen.  

Vorreiter bei der nachhaltigen Mobilität

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat das Programm im Oktober 2018 aufgelegt. Baden-Württemberg ist das erste Bundesland, das ein solches Förderprogramm anbietet. Das Programm unterstützt Unternehmen und Landesdienststellen dabei, eine nachhaltigere Mobilität für sich und ihre Beschäftigten zu verwirklichen. Gefördert werden Projekte, die in einer der 24 Kommunen im Land gelegen sind, in denen die Grenzwerte von 40 qg/m³ Stickstoffdioxid überschritten werden. 

Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

Die Schulstiftung ist gemäß des Privatschulgesetzes Baden-Württemberg Trägerin von zehn staatlich anerkannten Ersatzschulen – , von der Gemeinschaftsschule über Realschule und Aufbaugymnasium bis hin zum Gymnasium, darunter auch zwei Internate. 2.500 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schulen, 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten dort. 

Ministerium für Verkehr: Informationen zum Mobilitätsmanagement

Ministerium für Verkehr: Förderprogramm Betriebliches und Behördliches Mobilitätsmanagement (B²MM)

Flyer Mobilitätsmanagement: Betriebliches Mobilitätsmanagement – ein Gewinn für alle!

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