Pflege

Land fordert bessere Rahmenbedingungen für pflegende Angehörige

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Gruppenfoto der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder sowie des Staatssekretärs des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 8. Juni 2017 in Weimar (Foto: Jens Meyer)

Bei der Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz am 7. und 8. Juni in Weimar ist ein Antrag Baden-Württembergs mit sehr großer Mehrheit angenommen worden, der sich für eine bessere Anrechnung von Pflegezeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung ausspricht.

Bei der Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK) am 7. und 8. Juni in Weimar ist ein Antrag Baden-Württembergs mit sehr großer Mehrheit angenommen worden, der sich für eine bessere Anrechnung von Pflegezeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung ausspricht.

„Drei Viertel der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Ohne die Leistung der pflegenden Angehörigen wäre das deutsche Pflegesystem gar nicht denkbar. Diese Zeiten der Pflegetätigkeit sollten deshalb in vergleichbarer Weise wie Kindererziehungszeiten bei der Rente berücksichtigt werden. Ich freue mich, dass eine so große Mehrheit der Länder unseren Antrag unterstützt“, sagte Bärbl Mielich, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales und Integration, in Weimar.

Leistung der Pflegenden gesellschaftlich wertschätzen

Bei den geforderten Neuregelungen im Rentenrecht gehe es nicht nur um bessere Rahmenbedingungen, sondern auch darum, die Leistung der Pflegenden gesellschaftlich mehr wertzuschätzen, so Mielich. Sie gehe davon aus, dass der Bund sich des Themas vor dem Hintergrund des breiten Ländervotums zeitnah annehme.

Konkret fordert der Antrag die Bundesregierung auf, folgende Punkte zu prüfen:

  • Die Pflegezeiten im Rentenrecht sollen künftig unabhängig vom Erwerbsstatus der pflegenden Person angerechnet werden. Bisher gilt die Voraussetzung, dass die eigene Erwerbstätigkeit auf 30 Stunden pro Woche reduziert werden muss.
  • Pflegende können auch dann eine Rentenanwartschaft erwerben, wenn sie bereits eine Vollrente wegen Alters nach Erreichen der Regelaltersgrenze beziehen.
  • Pflegezeiten sollen in gleicher Weise honoriert werden wie Kindererziehungszeiten.

Weitere Informationen

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland, die im Jahr 1995 noch bei 1,7 Millionen lag, ist im Jahr 2015 auf knapp 2,9 Millionen Menschen angestiegen. Fast drei Viertel (73 Prozent beziehungsweise 2,08 Millionen) der Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt. Davon erhielten rund 1,4 Millionen Pflegebedürftige ausschließlich Pflegegeld, das bedeutet sie wurden in der Regel zu Hause allein durch Angehörige gepflegt. Mit der demografischen Alterung wird das Potenzial an Pflegepersonen perspektivisch zurückgehen. Diese Tendenz wird verstärkt durch veränderte Familienstrukturen, die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Frauen sowie Forderungen nach Flexibilität im Arbeitsleben.

Auch die Enquetekommission „Pflege“ des Landtages von Baden-Württemberg hat in der letzten Legislaturperiode eine den Kindererziehungszeiten vergleichbare Anerkennung der Pflege in der Rentenversicherung empfohlen.

Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz

Weitere Meldungen

Kisten mit Gemüse und Obst.
Ernährung

Sechster Förderaufruf für regionale Bio-Produkte

Eine Frau bedient die Smartphone-App eines Onlinehändlers. (Foto: © dpa)
Marktüberwachung

Mehr Schutz bei Online-Einkäufen

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert

Schmeck den Süden
Ernährung

Genussführer 2026 vorgestellt

Tasten einer beleuchteten Tastatur. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Justiz

Bund und Länder vereinbaren bundeseinheitliche Justizcloud

Eine Hand hält ein Leerrohrbündel mit Glasfaserkabeln eines Breitband-Versorgers. (Foto: © dpa)
Digitalisierung

Neuer Rekord in der Breitbandförderung

Ein Silvesterböller wird mit einem Feuerzeug gezündet. (Foto: © dpa)
Silvester

Mit kleinem Feuerwerk sicher ins neue Jahr

Eine Pflegerin legt der Bewohnerin einer Seniorenresidenz im Rahmen einer elektronischen Visite ein EKG-Gerät an, das die Daten an einen Tablet-Computer und von dort aus zum Arzt überträgt.
Pflege

Land investiert 1,6 Millionen Euro in Televisiten

Abgelehnte Asylbewerber steigen in ein Flugzeug. (Foto: © dpa)
Bundesrat

Weitere Schritte zur „Migrationswende“

Baden-Württemberg, Seebach: Fichten und eine Buche stehen im Nationalpark Schwarzwald im Nebel.
Bundesrat

Hauk fordert Entlastung für land- und forstwirtschaftliche Betriebe

Zahlreiche im Stau stehende Fahrzeuge sind durch den Außenspiegel eines Autos auf der A81 bei Sindelfingen zu sehen.
Bundesrat

Geplante Sanktionierung des Punktehandels im Straßenverkehr

Eine Drohne fliegt bei Sonnenuntergang über eine Wiese. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Bundesrat

Land unterstützt Änderung des Luftsicherheitsgesetzes

Ein Kinderarzt untersucht einen Jungen mit einem Stethoskop.
Gesundheit

Land stärkt kinder- und jugendärztliche Versorgung

Touristen sitzen im Aussenbereich von Restaurants.
Bundesrat

Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie im Bundesrat

Eine Sozialarbeiterin misst die Blutdruckwerte eines Probanden und übermittelt diese drahtlos per Smartphone an einen Arzt.
Medizinwirtschaft

Meilenstein zur Verbesserung der Patientenversorgung