Gesundheit

Land fördert „Zentrum für sexuelle Gesundheit“ der AIDS-Hilfe Freiburg

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Ein Arzt nimmt an dem Finger eines jungen Mannes Blut ab.

Das Land wird das Zentrum für sexuelle Gesundheit der AIDS-Hilfe Freiburg ab Januar 2019 für drei Jahre mit insgesamt 232.240 Euro fördern. Ziel der Förderung ist die Prävention, Diagnostik und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit HIV und sexuell übertragbaren Infektionen.

Ab Januar 2019 wird das Pilotprojekt „Zentrum für sexuelle Gesundheit“ der AIDS-Hilfe Freiburg drei Jahre lang vom Ministerium für Soziales und Integration mit insgesamt 232.240 Euro gefördert. Das Projekt verfolgt das ambitionierte Ziel, Prävention, Diagnostik und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit HIV und sexuell übertragbaren Infektionen (STI) durch die enge Verzahnung der beteiligten Sektoren an einem Ort in einer multiprofessionell ausgerichteten Einrichtung zu erproben und übertragbare Konzepte zu entwickeln. Wissenschaftlich begleitet wird das Pilotprojekt durch das Bundesministerium für Gesundheit.

Richtungsweisend beim Ausbau sektorenübergreifender Versorgung

Für Baden-Württemberg sei das Freiburger „Zentrum für sexuelle Gesundheit“ ein Leuchtturm und richtungsweisend, was den Ausbau der sektorenübergreifenden Versorgung im Land angehe, sagte der Minister für Soziales und Integration, Manne Lucha: „Prävention, Beratung, Testung und bei Bedarf medizinische Versorgung werden dabei nicht mehr getrennt, sondern klug zusammengedacht und an einem Ort angeboten. Dass die Betroffenen hier eine Anlaufstelle vorfinden, die sie niedrigschwellig und ohne Sektorenbarrieren besuchen können, ist gerade aufgrund der bei HIV und sexuell übertragbaren Infektionen (STI) sehr vielfältigen Zielgruppe wichtig.“ Lucha hatte den „Checkpoint“ der AIDS-Hilfe Freiburg bereits im Jahr 2017 besucht und sich vor Ort über die dortige Arbeit informiert.

Wegweisend und übertragbar auf andere Regionen in Baden-Württemberg

Der Minister lobte die sektorenübergreifende Zusammenarbeit von AIDS-Hilfe, Gesundheitsamt, niedergelassener HIV-Schwerpunktpraxis und Uni-Klinik, aber auch von geschulten Ehrenamtlichen und zusätzlich mitarbeitenden Ärzten als vorbildlich. „Prävention, Diagnostik und ambulante Behandlung von HIV/STI werden an einem Ort zusammengefasst.“ Die stationäre Behandlung, die insbesondere bei HIV-infizierten Patienten, die erst bei weit fortgeschrittener Immundefizienz die Diagnose erhalten haben (Late Presenter), notwendig werden kann, werde zudem durch eine enge Verzahnung mit der Uni-Klinik in Freiburg gewährleistet. „Durch die Etablierung des Pilotprojektes in einer mittelgroßen Stadt wie Freiburg mit bereits bewährten Teilstrukturen kann das Projekt wegweisend und übertragbar auf andere Regionen in Baden-Württemberg sein“, so Minister Lucha. Prävention und Versorgung aus einer Hand sei das richtige Rezept, um die Anzahl der HIV-Neudiagnosen sowie von STI (z.B. Syphilis, Chlamydien oder Tripper) in Baden-Württemberg zu senken.

Peers mit medizinisch einschlägigen Sprachkenntnissen

„Wir sind sehr glücklich darüber, dass mit der finanziellen und ideellen Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg unser Modellprojekt weiterentwickelt und erprobt werden kann“, zeigte sich Ulrike Hoffmeister, Geschäftsführerin der AIDS-Hilfe Freiburg, hocherfreut. Durch das konzentrierte Angebot an einem Ort erhöhe sich die Chance, zum Beispiel auch Menschen mit Migrationshintergrund optimal zu versorgen, die sonst innerhalb der Kette Prävention/Diagnostik/Therapie „verloren gehen“ könnten. „Dieser Aspekt ist auch für die Prävention von großer Bedeutung, da die Unterbrechung von Infektionsketten und im Falle von HIV das Absenken der Viruslast durch Therapie sonst nicht erreicht werden kann“, so Hoffmeister. Das Pilotprojekt bietet darüber hinaus Männern, die Sex mit Männern haben, Beratung durch zur Community gehörende Personen an, für Menschen aus anderen Ländern stehen ausgebildete Peers mit den erforderlichen auch medizinisch einschlägigen Sprachkenntnissen zur Verfügung.

Minister Lucha wies darauf hin, dass die frühe Diagnose und Behandlung einer HIV-Infektion Betroffenen eine annähernd normale Lebenserwartung ermögliche. „Da das Übertragungsrisiko bei sexuellen Kontakten mit HIV-positiven Menschen, die erfolgreich behandelt werden, nahe Null geht, sorgen HIV-positive Menschen, die sich testen und behandeln lassen, nicht nur für ihre eigene Lebensqualität, vielmehr schützen sie auch ihre Sexualpartner vor der HIV-Infektion“, sagte der Minister.

Unter dem Label „Checkpoint“ bieten die AIDS-Hilfen in ganz Baden-Württemberg neben den Gesundheitsämtern anonyme Tests nicht nur auf HIV, sondern auch auf andere sexuell übertragbare Infektionen an. Die Tests finden niedrigschwellig, unter hohen hygienischen Bedingungen und immer in Anwesenheit von Ärzten und Ärztinnen statt.

Checkpoint Freiburg

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