Forst

Handbuch für Kur- und Heilwälder veröffentlicht

Das neue Handbuch für Kur- und Heilwälder unterstützt Kommunen und Fachakteure mit einem praxisnahen Leitfaden bei der Entwicklung gesundheitsfördernder Waldangebote.

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„Ein Spaziergang im Wald tut uns Menschen gut. Er senkt die Herzfrequenz und den Blutdruck, baut Stresshormone ab und sorgt für Wohlbefinden. Wir wollen die Lust auf Gesundheit und Erholung im Wald unterstützen. Hierfür haben wir ein Handbuch entwickelt, um Kur - und Heilwaldprojekte landesweit zu stärken sowie gesundheitsfördernde und therapeutische Angebote im Wald praxistauglich und wissenschaftlich fundiert zu unterstützen“, sagte die Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges, am 2. Juli 2026 anlässlich der Veröffentlichung des Handbuchs (PDF) im Rahmen der Sommersitzung des Dialogforums „Miteinander Wald Erleben“ in Schömberg (Landkreis Calw).

Das neue Handbuch für Kur- und Heilwaldprojekte bündelt Fachwissen aus der Forstwirtschaft, Medizin, Public Health und Tourismus und macht dieses Wissen für die Praxis nutzbar. Der neue Leitfaden bietet von der Idee über die Umsetzung bis hin zum laufenden Betrieb vielfältige Informationen und Hilfestellungen.

„Über die gemeinsame Arbeit am Handbuch sind neue Partnerschaften entstanden, die die Kreativität und das Engagement wichtiger Zukunftsbranchen des Landes bündeln,“ freute sich Prof. Dr. Ulrich Schraml, Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg, die den Entstehungsprozess wissenschaftlich begleitet und koordiniert hat. „Dass Gesundheitswirtschaft, Tourismus und Forstwirtschaft hier gemeinsam antreten und am gleichen Strang ziehen, ist ein starkes Signal und setzt auch wirtschaftlich Impulse. Gerade waldbesitzenden Kommunen bietet sich in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten mit den Kur- und Heilwäldern eine attraktive Entwicklungschance.“

Kur- und Heilwälder stärken Gesundheitsressourcen

„Mit dem Konzept von Kur- und Heilwäldern wollen wir die gesundheitlichen Wirkungen von Waldaufenthalten systematisch erschließen“, betonte Ministerin Gentges. Entsprechend ausgewiesene Waldgebiete halten neben ihren waldspezifischen Eigenschaften infrastrukturelle Elemente bereit, die im Zusammenspiel mit anerkannten Methoden der gesundheitlichen Prävention und Therapie dienen.

Während Kurwälder auf Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung ausgerichtet sind, liegt der Fokus in Heilwäldern auf der therapeutischen Behandlung von definierten Krankheitsbildern. Beide Ansätze eint das Ziel, die positiven Wirkungen von Waldaufenthalten systematisch für die menschliche Gesundheit zu nutzen. In der Praxis werden die Ansätze daher häufig kombiniert. „Mit dem Angebot von Kur- und Heilwäldern leisten wir einen nachhaltigen Beitrag, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen zu stärken. Beim Thema Wald und Gesundheit geht es nicht nur um Freizeitgestaltung, sondern auch um gesundheitspolitische Infrastruktur und nachhaltige Regionalentwicklung“, betonte Ministerin Marion Gentges.

Kur- und Heilwälder fördern Austausch und Kooperationen

Das neue Handbuch verbinde und stärke die Expertise aus Tourismus, Medizin und Forstwirtschaft. „Das Handbuch ist ein hervorragendes Beispiel gelungener Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis und soll Anreiz geben, genau dieses Miteinander in die Fläche zu tragen. Das Handbuch soll dazu ermutigen Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Erholung, Kultur, Gesundheit und Naturschutz noch enger zusammen zu denken und gemeinsam weiterzuentwickeln. Hierfür schafft unsere Waldstrategie 2050 einen guten Rahmen“, sagte Ministerin Gentges.

Erste Kur- und Heilwald-Pilotprojekte im Land zeigen bereits, wie die Zusammenarbeit verschiedener Bereiche und Institutionen in der Praxis funktioniert. In Schömberg wurde bereits ein Kur- und Heilwaldprojekt erfolgreich umgesetzt. „Ich bin überzeugt, dass die Verknüpfung der Themen Wald und Gesundheit in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnt.

Schömberg zeigt uns dies beispielhaft, insbesondere dass Naherholung, Gesundheitstourismus und in medizinische Behandlungskonzepte zielgerichtet integriert werden können“, betonte Ministerin Gentges. Das neue Handbuch sei ein Impulsgeber für Kommunen, Kliniken, Reha- und Kureinrichtungen, Waldbesitzer, Forstbetriebe sowie Tourismus- und Gesundheitsakteure.

Waldstrategie BW

Die Waldstrategie Baden-Württemberg 2050 zielt als langfristiger Handlungsrahmen darauf ab, die verschiedenen gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Ansprüche an den Wald bestmöglich miteinander in Einklang zu bringen. Dabei ist auch das Dialogforum „Miteinander Wald Erleben“ als eine landesweite Austausch- und Vernetzungsplattform entstanden. In einer Arbeitsgruppe zum Thema „Gesundheitsangebote im Wald“ wurde das wachsende Interesse am Konzept der Kur- und Heilwälder und der damit verbundene Wunsch nach einem gemeinsamen Orientierungsrahmen für Baden-Württemberg behandelt. Das neu geschaffene „Handbuch für Kur- und Heilwälder in Baden-Württemberg“ (PDF) steht ab sofort als digitale Publikation kostenfrei auf der Internetseite der FVA zum Download zur Verfügung.

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