Rentenkommission

Hoffmeister-Kraut fordert zügige Umsetzung der Rentenreform

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut fordert eine zügige Umsetzung der Vorschläge der Rentenkommission. Um Deutschlands Zukunftsfähigkeit zu sichern, seien jetzt Kompromissfähigkeit und Reformbereitschaft gefragt.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Das Logo der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg ist am Eingang eines Gebäudes der Rentenversicherung angebracht.
Symbolbild

Eine dreizehnköpfige Alterssicherungskommission hat im Auftrag der Bundesregierung seit Jahresbeginn an einer grundlegenden Rentenreform in Deutschland gearbeitet und am 23. Juni 2026 33 Reformvorschläge (PDF) vorgelegt.

„Das Ende der abschlagsfreien Rente mit 63 sowie die Verschärfungen bei der Altersteilzeit sind richtig und tragen perspektivisch zur Stabilisierung der Ausgaben der Rentenversicherung bei. Allerdings wirken die Maßnahmen eher mittel- bis langfristig und können den weiteren Anstieg der Beitragssätze in den kommenden Jahren kaum bremsen. Deshalb sollte beispielsweise die Aussetzung des Nachhaltigkeitsfaktors nicht erst im Jahr 2032 enden, sondern so schnell als möglich“, so Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Dasselbe gilt für die notwendige Anhebung der Regelaltersgrenze. Die Rentenkommission empfiehlt, die Regelaltersgrenze erst nach 2031 bei steigender Lebenserwartung anzuheben – und zwar so, dass sich die Änderungen der Lebenserwartung im Verhältnis zwei zu eins auf die Erwerbs- und Rentenphase aufteilen. Dieser Vorschlag ist richtig und wichtig, sollte allerdings früher wirksam werden und so den ansonsten in den kommenden Jahren drohenden, weiteren Anstieg der Beitragssätze bremsen.

Teile der Beiträge sollen am Kapitalmarkt investiert werden

Trotz zu erwartender zwischenzeitlicher Steigerung der Rentenbeiträge ist es überfällig, dass künftig ein Teil der Beiträge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht mehr direkt in das Umlagesystem fließen, sondern nach schwedischem Vorbild in Aktien investiert werden soll. Dadurch können einerseits die Bürger stärker von den Wertsteigerungen am Kapitalmarkt profitieren und andererseits den Unternehmen mehr Kapital für Investitionen zur Verfügung gestellt werden.

Die seit längerem umstrittenen Mini-Jobs sollen zukünftig ohne Opt-out-Möglichkeit in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) einbezogen und ihren steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus verlieren. Ausnahmen sollen auf Vorschlag der Kommission nur noch für Schülerinnen und Schüler vorgesehen werden.

„Diese Maßnahme setzt einerseits positive Anreize zur Ausweitung der Arbeitszeiten von erwerbstätigen Frauen. Allerdings dürfte die Anzahl der Minijobs beispielsweise in einigen Branchen wie dem Einzelhandel und der Gastronomie aufgrund der deutlich steigenden Kosten insgesamt stark sinken, ohne in vielen Fällen in Vollzeitbeschäftigung zu münden. Deshalb sollten die Ausnahmen auch für Studierende – in vergleichbarer Lebenssituation wie Schülerinnen und Schüler – weiterhin gelten“, so Hoffmeister-Kraut.

„Es ist wichtig, dass dieses Reformpaket nun zügig umgesetzt. Deutschland muss zeigen, dass es kompromiss- und reformfähig ist“, sagte Hoffmeister-Kraut.

Weitere Meldungen

Euro-Banknoten und -Münzen
Haushalt

Ministerrat beschließt Eckpunkte für den Haushalt 2027

Ein Mitarbeiter bei Zeiss in Oberkochen
Konjunkturprognose

Baden-Württemberg wieder auf Wachstumskurs

Ein Demonstrant vor den Houses of Parliament, dem Westminster-Palast, schwenkt eine EU-Flagge und eine britische Flagge. (Bild: © dpa)
Wirtschaft

Zehn Jahre Brexit-Referendum

EU-Schulprogramm
Ernährung

Landesweite Aktionstage zum EU-Schulprogramm

CKT
Kunst und Kultur

24 Amateurmusik-Vereine mit Conradin-Kreutzer-Tafel geehrt

Kränze am Gedenktag
Heimat

Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung

Collage aus zwei Fotos: Teilnehmende der GFMK 2026 stehen als Gruppe auf einer Treppe, Foto von Baden-Württembergs Sozialminister Oliver Hildenbrand mit Abstimmungsschild für Baden-Württemberg in der erhobenen Hand.
Gleichstellung

Land setzt Impulse für Demokratie, Gewaltschutz und Integration

Eine Jugendliche schaut aus dem Fenster.
Zusammenhalt

Land wird Bündnis gegen Einsamkeit gründen

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Arbeit

Hoffmeister-Kraut kritisiert Umsetzung der Arbeitszeitreform

Junge Männer auf einer Schwimmplattform in einem Badesee in Plüderhausen
Gesundheitsschutz

Badeseen im Land überzeugen mit sehr guter Wasserqualität

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Gesundheit

Warnung vor Hitzewelle mit Tropennächten

Europa, Deutschland, Schwarzwald
Ländlicher Raum

Kabinettsausschuss Ländlicher Raum 2026-2031 eingesetzt

Asien-Pazifik Summit 2026 im IHK-Haus in Stuttgart
Außenwirtschaft

Erster Asien-Pazifik Summit in Stuttgart

Ein 13 Jahre alter Schüler arbeitet an einem iPad mit der Lernplattform Moodle.
Start-up BW

Zwei Schülerfirmen aus Baden-Württemberg ausgezeichnet

Flur im Krankenhaus mit Personal und Betten
Gesundheit

Kliniken sichern, Versorgung stärken, Lasten fair verteilen