Erneuerbare Energien

Land bringt Projektierer und Netzbetreiber zusammen

Das Projekt zur Synchronisation von Netz und Erneuerbaren Ausbauten schafft die Voraussetzungen für eine optimale Zusammenarbeit zwischen Projektierern von Wind- und Solarparks sowie Netzbetreibern.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Strommasten stehen bei Hüfingen im Abendrot. (Bild: dpa)
Symbolbild

Mit dem Projekt SyNEA (Synchronisation von Netz und Erneuerbaren Ausbauten) schafft das Land Baden-Württemberg die Voraussetzungen für eine optimale Zusammenarbeit zwischen Projektierern von Wind- und Solarparks sowie Netzbetreibern.

SyNEA sorgt für bessere Abstimmung von Erneuerbaren-Ausbau und Netzinfrastruktur

„Wir werden den Ausbau der erneuerbaren Energien noch besser mit dem ohnehin dringend erforderlichen Ausbau der Netze verzahnen. Neue Wind- und Solarparks sollen günstigen Strom unmittelbar einspeisen können. Erneuerbare Energien sind eine Boombranche. Damit die Synchronisation vom Bau einer Anlage mit dem Anschluss an ein Netz reibungslos klappt, werden wir diese Paarbeziehung mit dem Projekt SyNEA unterstützen und verbessern“, sagt Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft über das Projekt.

Durch den erfolgreichen Hochlauf der Wind- und Solarenergie im Südwesten stoßen neue Projekte zunehmend auf physikalische und infrastrukturelle Grenzen. Netzverknüpfungspunkte für EE-Anlagen sind knapp und stark reguliert – ihre Planung, Errichtung und Nutzung müssen effizienter und kooperativer gestaltet werden. SyNEA setzt genau hier an.

Das Projekt schafft die Grundlage für eine bessere Abstimmung zwischen dem Bau von Wind- und Solarparks und dem dringend erforderlichen Ausbau des Stromnetzes im Land. Projektierer sollen künftig in die Lage versetzt werden, Einspeiseumspannwerke eigenverantwortlich zu planen, zu errichten und zu betreiben. Das bedeutet einen Kompetenz- und Verantwortungszuwachs, der zugleich die Netzbetreiber entlastet und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt.

Eine zentrale Herausforderung besteht darin, dass Wind- und Solarprojekte ab einer Leistung von etwa 10 bis 15 Megawatt einen Anschluss an das 110-kV-Hochspannungsnetz benötigen. Geeignete Standorte mit entsprechenden Netzverknüpfungspunkten sind jedoch knapp und teilweise schwer zu erschließen.

Expertise wird gebündelt

SyNEA verfolgt das Ziel, Netzverknüpfungspunkte künftig systematisch sowohl für Wind- als auch für Solarstrom nutzbar zu machen. Diese sogenannte „Überbauung“ ermöglicht eine effizientere Nutzung vorhandener Infrastruktur und minimiert zusätzlichen Flächenbedarf. „Die Kommunikation zwischen Projektierern und Netzbetreibern muss gestärkt werden“, so Jürgen Scheurer, Geschäftsführer der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg. „Nur mit einem konstruktiven Dialogprozess, können die Probleme benannt werden und über die regulierten Schnittstellen hinaus gemeinsame Lösungen gefunden werden“, so Scheurer weiter.

Auch für den Verband für Energie- und Wasserwirtschaft Baden-Württemberg e.V. (VfEW) als zweiter Projektpartner ist das Projekt eine „Konkrete Umsetzung der landespolitischen Zielsetzungen im Bereich Klimaschutz, Energiewende, Netzausbau und Sektorenkopplung“, so Torsten Höck, Geschäftsführer des VfEWs. „Das ermöglicht es allen beteiligten Akteuren, von der Genehmigungsbehörde, bis zu den Netzbetreibern und den Projektierern, Projekte schneller als bisher umzusetzen“, erwartet Höck vom Projekt.

Task Force Erneuerbare Energien war der Beginn

Bereits im Rahmen der Task Force zur Beschleunigung des Ausbaus der erneuerbaren Energien wurden die Themen Netzanschluss von EE-Anlagen und Ausbau Netzinfrastruktur in den Fokus gerückt. Als Ergebnis der Task Force haben sich die zentralen Akteure auf grundlegende Maßnahmen verständigt, um die Prozesse des Netzanschlusses von EE-Anlagen sowie den Ausbau der Netzinfrastruktur zu beschleunigen und besser zu verzahnen.

Innerhalb des Memorandum of Understanding zur Netzintegration erneuerbarer Energien in Baden-Württemberg und der Erklärung zur Unterstützung des Ausbaus der Stromverteilnetze in Baden-Württemberg wurden diese Maßnahmen zusammengefasst.

SyNEA steht für einen Paradigmenwechsel: Weg vom isolierten Denken einzelner Projekte hin zu einer strategischen Gesamtbetrachtung von Standortwahl, Netzplanung und gemeinsamer Infrastrukturentwicklung. Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sind gleichermaßen gefordert, den Netzausbau als Rückgrat der Energiewende anzuerkennen und mitzugestalten.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird vom Umweltministerium mit 508.000 Euro gefördert und teilfinanziert.

Zentrale Herausforderungen

  • Großflächige Wind- und Solarprojekte benötigen ab 10 bis 15 MW Anschluss an das 110-kV-Hochspannungsnetz – geeignete Standorte sind rar.
  • Projektierer sollen künftig in die Lage versetzt werden, Einspeiseumspannwerke eigenverantwortlich zu entwickeln, zu bauen und zu betreiben.
  • Netzverknüpfungspunkte müssen künftig systematisch für beide Technologien – Wind und Solar – nutzbar gemacht werden.

Das leistet SyNEA

  • Förderung des Dialogs zwischen Projektierern und Netzbetreibern über die engen regulatorischen Vorgaben hinaus.
  • Umsetzung zentraler Inhalte des Memorandum of Understanding und der Ergebnisse des Netzausbaugipfels.
  • Konkretisierung und Umsetzung der landesrechtlichen Vorgaben zum Klimaschutz, zur Energiewende und zur Sektorenkopplung.
  • Fortführung der Arbeit der Task Force Erneuerbare Energien.

Weitere Meldungen

Ein Thermometer zeigt 36 Grad Celsius an.
Gesundheit

Hitzeschutz wird zur Daueraufgabe

Ministerin Razavi überreicht den Förderbescheid.
Elektromobilität

Startschuss für Lkw-Ladenetz

Zwei Straßenwärter knien auf dem Boden und verlegen Steine.
Straße

44 neue Straßenwärter für Baden-Württemberg

Ein Ausbilder im Garten- und Landschaftsbau (r.) erklärt einem angehenden Gärtner (l.) das Einpflanzen einer Dachbegrünung. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Meisterbriefe für Floristen und Gärtner

Flurneuordnung Hildrizhausen
Ländlicher Raum

7,5 Millionen Euro für Zukunftsforum Oberkochen

Umweltpreis für Unternehmen 2026: Preisgegenstand ohne die Aufschrift „Die Preisträger“
Umweltschutz

17 Unternehmen für den Umweltpreis 2026 nominiert

Verkehrsministerin Razavi steht neben Autos mit einem Handy in der Hand.
Verkehr

VerkehrsInfo BW mit neuen Funktionen und mehr Übersicht

Landwirtschaft
Ländlicher Raum

Vereinbarkeit von Ernährungssicherung und Naturschutz

Eine Gruppe aus verschiedenen Politikerinnen und Politikern schneiden auf einer Brücke ein Band durch.
Straße

Große Pflugfelder Brücke vorzeitig fertig

Eine junge Frau forscht im Life Science Center der Universität Hohenheim an Pflanzen in Klimakammern (Symbolbild: © dpa).
Wissenschaft und Forschung

99 Projekte für eine postfossile Zukunft

Symbolbild: Beim Urban Gardening (städtischer Gartenbau) werden durch die gärtnerische Nutzung auf innerstädtischen Flächen z.B. Blumen, Gemüse, Kräuter und Obstbäume angebaut.
Bildung

Festival zur nachhaltigen Entwicklung

Kinder sind auf einer Straße mit dem Fahrrad unterwegs zur Schule. (Foto: © dpa)
Polizei

Vierte Aktionswoche der Verkehrssicherheit startet

Elzbach im Odennwald
Landwirtschaft

Prekäre Lage in den Gewässern Baden-Württembergs

Bauarbeiter erneuern den Fahrbahnbelag auf einer Straße (Bild: © dpa).
Straße

Ortseingang von Gingen an der Fils wird sicherer und moderner

Die Hand einer jungen Frau hält eine Energiesparlampe, darin ist eine kleine Pflanze.
GreenTech

Mit Innovationen Zukunft gestalten