LUFTREINHALTUNG

Land bittet Gericht um Aufschub bei weiteren Verkehrsbeschränkungen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Verwaltungsgericht Stuttgart (Bild: © dpa)

Das Land hat das Verwaltungsgericht Stuttgart um einen Aufschub hinsichtlich möglicher zonaler Verkehrsbeschränkungen in der Landeshauptstadt gebeten. Hintergrund sind die gesunkenen Werte der Luftschadstoffe in Stuttgart sowie die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Verkehr.

Angesichts gesunkener Werte der Luftschadstoffe in Stuttgart hat das Land durch seine Anwälte in einem Schriftsatz an das Verwaltungsgericht Stuttgart um einen Aufschub hinsichtlich möglicher zonaler Verkehrsbeschränkungen für Dieselfahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 5 und schlechter gebeten. Darin sind folgende Punkte enthalten:

  1. Bei der Luftqualität in Stuttgart gab es 2019 und 2020 deutliche Verbesserungen. Die ergriffenen Maßnahmen wirken, vor allem an den Hotspots im Talkessel (Neckartor, Hauptstätter Straße, Arnulf-Klett-Platz und Hohenheimer Straße). Wir sind nicht mehr weit von unserem Ziel entfernt. Zwei Hotspots an Tal- und Pragstraße brauchen aber weiter unsere Aufmerksamkeit.
  2. Die Corona-Krise zwingt zum Umdenken und erfordert neue Prioritäten. Belastbare Daten fehlen noch. Wir beobachten aber einen Rückgang des Verkehrs von Kraftfahrzeugen seit Einführung der Kontaktbeschränkungen auf Hauptverkehrsachsen werktags um ein Drittel und eine Verbesserung der Stickstoffdioxid-Messwerte um bis zu zehn Mikrogramm. Dies rechtfertigt eine Atempause bei der Luftreinhaltung.
  3. Daher haben wir das Gericht gebeten, für die Zeit der Kontaktbeschränkungen einen Aufschub zu akzeptieren. Dies betrifft die ursprünglich für April vorgesehenen Entscheidung um das Verkehrsverbot. Sobald die Kontaktbeschränkungen aufgehoben sind, wird das Regierungspräsidium anhand der Messwerte über die Notwendigkeit von Verkehrsverboten entscheiden können und diese könnten dann – sofern erforderlich – zeitnah in Kraft treten. Daher bitten wir das Gericht darum, die Entscheidung zu vertagen.

Mobilitätswende beschleunigen, Verkehrsverbote verhindern

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte: „Wir wollen die Mobilitätswende beschleunigen und die Verkehrsverbote verhindern. Dazu werden wir mit der Stadt Stuttgart kurzfristig neue der Situation angemessene Maßnahmen entwickeln. Dazu könnte unter anderem die temporäre Freigabe von Fahrspuren für den Radverkehr auf Hauptverkehrsstraßen gehören. Der von Autos freigewordene Platz nützt damit der Gesundheit der Radfahrerinnen und Radfahrer. Auch die Hardware-Nachrüstung steht zur Verfügung und muss jetzt endlich stärker genutzt werden.

Ich hoffe, dass das Gericht diese Überlegungen nachvollziehen und unseren Vorschlag akzeptieren kann. In diesen Zeiten, in denen sich so vieles verändert, gerade im Verkehr, müssen wir umdenken und der Situation entsprechend verantwortungsvoll handeln. Der Gesundheitsschutz bleibt im Zentrum unserer Politik.“

Aktuelle Informationen zum Coronavirus in Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

Wasserrückhalt im Wald
Forst

Wälder speichern Wasser und schützen vor Erosion

Ein Mann geht mit Kinderwagen und Hund auf einem Gehweg in Heidelberg.
Fußverkehr

Land startet Modellprojekt für barrierefreie und sichere Gehwege

Das Flügelrad für Radioaktivität ist auf einer sogenannte Ringleitung für hochkonzentriertes Radon zu sehen.
Strahlenschutz

Ergebnisse des Radon-Messprogramms

Straßenverkehr in Stuttgart
Bundesrat

Gegen erneute Verbote für Automobilbranche

Eine Hand hält am 18.04.2016 an einer Tankstelle in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Tankstutzen.
Verbraucherschutz

Hauk fordert schnelle Entlastungen bei Energiepreisen

Verkehrsminister Winfried Hermann
Online-Dialog

Online-Dialog mit Verkehrsminister Winfried Hermann

Im Energiepark Mainz ist der verdichtete grüne Wasserstoff aus einem Elektrolyseur in Tanks gelagert.
Wasserstoff

Bundesweite Abfrage des Strom- und Wasserstoffbedarfs

Bundesrat
Bundesrat

Strobl setzt sich für Schutz der Kritischen Infrastruktur ein

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Klimawandel

2025 deutlich zu warm und mit ausgeprägter Hitzephase

Eine Fernwärme-Anlage im Keller eines Gebäudes.
Energieversorgung

Länder fordern entschlossenes Handeln für bezahlbare Energie

Stuttgart, 03.03.2026: Staatssekretär Andre Baumann (zweiter von links) mit den Gründern des Ombudsverein Erdwärme e. V. (von links): Dr. Herbert Pohl (Geschäftsführer, Deutsche ErdWärme GmbH), Staatssekretär Dr. Andre Baumann, Dr. Horst Kreuter (Vulcan Energie Ressourcen GmbH), Andreas Mühlig (Leiter GE Erzeugung Betrieb EnBW Energie Baden-Württemberg AG), Dr. Hansjörg Roll (Mitglied des Vorstands, MVV Energie AG), Klaus Preiser (Geschäftsführung, badenova Wärmeplus GmbH & Co. KG), Jürgen Scheurer (Geschäftsführer, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.), Jörg Dürr-Pucher, (Vorsitzender, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.)
Energiewende

Ombudsverein Erdwärme für schnelle Schlichtungen gegründet

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Mehr Förderung und Flexibilität für den Weinbau

Ein Brennstoffzellen-Hybridbus der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) steht in Stuttgart an einer Bushaltestelle.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Kommunale Wärmeversorgung mit Biogas in Weikersheim