Abwasser

Klärwerk-Erweiterung soll den Neckar entlasten

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Das Nachklärbecken der Kläranlage in Stuttgart-Mühlhausen. (Bild: Marcus Führer / dpa)

Eine Erweiterung des Hauptklärwerkes Stuttgart-Mühlhausen soll die größte Kläranlage des Landes auf den neusten Stand der Technik bringen. Baden-Württemberg nimmt im Bereich der technischen Standards der Abwasserreinigung eine Spitzenposition im nationalen und internationalen Vergleich ein.

Die größte Kläranlage im Land, das Hauptklärwerk in Stuttgart-Mühlhausen, wird in den nächsten Jahren um eine vierte Reinigungsstufe erweitert. Aufgrund ihrer Komplexität und der erheblichen Investitionen ist die Maßnahme in drei Funktionsabschnitte aufgeteilt. Zunächst werden Pulveraktivkohle-Silos und Dosierstationen an der Biologie Nord und Süd sowie eine Energiezentrale errichtet. Das Land unterstützt diese Vorhaben mit knapp drei Millionen Euro. Den Förderbescheid hat Umweltminister Franz Untersteller Oberbürgermeister Fritz Kuhn übergeben.

„Stuttgart hat als eine der ersten Städte in Deutschland eine Kläranlage betrieben. Das war 1916. Mittlerweile umfasst das Kanalnetz eine Gesamtlänge von über 1700 Kilometer. Über mehrstufige biologische und chemische Verfahren werden täglich 220 Millionen Liter Abwasser gereinigt“, berichtete Untersteller. „Mit dem Einbau einer vierten Reinigungsstufe bringt die Stadt ihre Kläranlage auf den neuesten Stand der Technik und leistet damit einen ganz erheblichen Beitrag für den Gewässerschutz im Land.“ Die Maßnahme komme sowohl den Bürgerinnen und Bürgern zugute, die das Wasser nutzen. Aber auch die Tier- und Pflanzenwelt am Neckar werde davon profitieren.

Entlastung für den Neckar

„Täglich landen in den Stuttgarter Abwässern auch höchst problematische Stoffe. Arzneimittelrückstände zum Beispiel, Pflanzenschutzmittel oder Chemikalien. Mit der neuen vierten Reinigungsstufe im Stuttgarter Klärwerk in Mühlhausen werden sie künftig herausgefiltert“, ergänzte Oberbürgermeister Fritz Kuhn. „Die Stadt investiert hierfür bis 2028 rund 85 Millionen Euro. Die Investition ist eine bedeutende umweltpolitische Maßnahme. Die Qualität des Abwassers wird so verbessert und damit der Neckar entlastet. Wir danken dem Land herzlich, dass es den Ausbau finanziell unterstützt. Den Förderbescheid über zunächst 2,9 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt nehmen wir gern entgegen. Wir hoffen, dass uns das Land auch in den nächsten Jahren großzügig unterstützt.“

Land ist führend bei Spurenstoffelimination

Das Maßnahmenpaket im Hauptklärwerk in Stuttgart-Mühlhausen unterstreiche die führende Rolle des Landes im Bereich der Spurenstoffelimination, betonte der Umweltminister. „Baden-Württemberg nimmt, was die technischen Standards in der Abwasserreinigung angeht, sowohl deutschlandweit als auch im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein.“ Damit das so bleibe, stelle die Landesregierung den Städten und Gemeinden dieses Jahr insgesamt fast 75 Millionen Euro für die Modernisierung ihrer Abwasseranlagen zur Verfügung.

Die Inbetriebnahme der ersten Silos und Dosierstationen auf dem Stuttgarter Klärwerk ist für das Frühjahr 2021 vorgesehen. Die Gesamtanlage zur Spurenstoffelimination soll bis 2028 fertiggestellt sein. Das Umweltministerium bietet weitere Informationen zu den Themengebieten Abwasserreinigung und Spurenstoffen an.

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