Biodiversität

Internationaler Tag der biologischen Vielfalt

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Junge Eiche

Am 22. Mai ist internationaler Tag der biologischen Vielfalt. Schadflächen im Wald verursacht durch Sturm, Dürre oder Käfer fordern die Waldbewirtschafter heraus. Gleichzeitig bieten sie Chancen für die Artenvielfalt.

„Die Wälder leiden seit 2018 bundesweit unter den Folgen der Trockenheit. Eine Folge der Dürren sind flächenweise abgestorbene Bäume. Gleichzeitig erreicht mehr Licht den Waldboden und setzt neues Leben in Gang. Aus Samen, die Jahrzehnte im Boden überdauern entwickeln sich neue Pflanzen und neue Lebensgemeinschaften beginnen sich zu entwickeln. Ein Forschungsprojekt an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) untersucht diese Vorgänge genauer, um Forstleuten und Waldbesitzern Empfehlungen zu geben, wie sie ihre Waldwirtschaft zur Stärkung der biologischen Vielfalt zukünftig gestalten können“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk am 20. Mai 2022 mit Blick auf den internationalen Tag der Artenvielfalt am kommenden Sonntag, 22. Mai 2022. Das Projekt wird im Rahmen des Sonderprogramms des Landes zur Stärkung der biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg gefördert.

In Waldgebieten mit großen Schadflächen durch Sturm, Dürre oder Schadorganismen stelle sich häufig die Frage, ob und in welchem Umfang abgestorbenes Holz aus dem Wald entnommen werden solle. „Diese Flächen enthalten reichlich Totholz und aufgelichtete Bereiche. Das sind Orte, an denen sich insbesondere naturschutzfachlich relevante Arten wohl fühlen. Mopsfledermäuse richten zum Beispiel unter abgestorbener Fichtenrinde ihre Wochenstuben ein. Wir müssen die Auswirkungen sogenannter Störungsflächen auf die Waldbiodiversität intensiver untersuchen, um unser Waldmanagement weiterhin umfassend nachhaltig gestalten zu können“, hob Minister Hauk hervor.

Waldbiodiversität voranbringen

Bei der Abteilung Waldnaturschutz an der FVA in Freiburg beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit diesem Thema. Dazu erheben sie zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten auf den entsprechenden Flächen das Vorkommen von Gefäßpflanzen, Tagfaltern, Totholzkäfern, Vögeln oder Fledermäusen. Die verschiedenen Arten werden von den Expertinnen und Experten identifiziert und gezählt. Ziel der Untersuchungen ist es, Empfehlungen für Forstleute und Waldbesitzer abzuleiten, wie sie mit den Störungsflächen künftig umgehen können, die durch immer häufiger auftretende klimawandelbedingte Wetterextreme entstehen. Im Sinne der Waldbiodiversität könnte in einzelnen Waldbereichen künftig ein Teil der abgestorbenen Bäume stehen bleiben, sofern die Rahmenbedingungen dafür gegeben sind.

Ein weiteres Projekt wird von der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg im Juli 2022 auf der Schwäbischen Alb an den Start gehen. Lichtliebende Arten wie Widderchen oder Tagfalter profitieren von Auflichtungen durch Störungsereignisse im Wald. Oft ist das Mosaik verschiedener Belichtungen im Wald oder auch der Übergangsbereich vom Wald in das Offenland eine wesentliche Grundlage für das Vorkommen geschützter Arten mit Lichtanspruch in verschiedenen Lebensphasen oder Alltagsaktivitäten. „Es ist wesentlich, die Lebensraumansprüche geschützter Arten zu kennen, um sie fachgerecht in die Maßnahmenplanungen mit einzubeziehen“, sagte Minister Hauk.

Das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg besteht seit 2018 und ist bundesweit einmalig. Mit dem Sonderprogramm werden Projekte der Ministerien für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie für Verkehr umgesetzt, die der Stärkung der biologischen Vielfalt im Land dienen. Ein wissenschaftliches Fachgremium begleitet und berät die Umsetzung des Programms.

Internationaler Tag der biologischen Vielfalt

Der Aktionstag wird seit 2001 begangen und erinnert an das Ziel der Konvention über die biologische Vielfalt, die Artenvielfalt zu erhalten, ihre Bestandteile nachhaltig zu nutzen und die Vorteile, die sich aus der Nutzung der Ressourcen ergeben, ausgewogen und gerecht aufzuteilen.

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