Innovation

Industrienahe Dienstleistungen als Wachstumstreiber

Das Wirtschaftsministerium fördert das neue Zentrum für industrienahe Dienstleistungen mit rund 1,6 Millionen Euro. Es wird gemeinsam mit Unternehmen exemplarisch innovative und wettbewerbsfähige Dienstleistungen entwickeln.

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Eine Mitarbeiterin demonstriert im 3D-Druck-Applikationszentrum des Maschinenbauers Trumpf in Ditzingen die Bedienung einer 3D-Druck-Maschine per Tablet. (Foto: © dpa)
Symbolbild

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg fördert das neue „Zentrum für industrienahe Dienstleistungen“ mit rund 1,6 Millionen Euro in 2026. Hinter der neuen Initiative steht ein etablierter Verbund baden-württembergischer Hochschulen und anwendungsorientierter Forschungseinrichtungen aus der Dienstleistungswissenschaft. Das neue Zentrum, das aus dem Kompetenzzentrum Smart Services hervorgeht, wird gemeinsam mit Unternehmen exemplarisch innovative und wettbewerbsfähige Dienstleistungen entwickeln. Die Entwicklungsprojekte werden so umgesetzt und wissenschaftlich begleitet, dass die gesamte Branche der industrienahen Dienstleistungen von den Ergebnissen profitieren kann.

Innovation, Innovation, Innovation: Das ist unsere Antwort auf die Frage, wie wir den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg weiter stärken.
Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus betont: „Innovation, Innovation, Innovation: Das ist unsere Antwort auf die Frage, wie wir den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg weiter stärken. Industrienahe Dienstleistungen sind das Bindeglied zwischen Forschung und industrieller Wertschöpfung. Wer hier investiert, investiert direkt in Innovation, Produktivität und Wachstum. Ohne Dienstleistungen keine Innovation: Mit dem neuen Zentrum positionieren wir die Industriedienstleister gezielt als eigenständige Innovationstreiber, fördern anwendungsnahe Lösungen für den Mittelstand und sichern die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Baden-Württemberg.“

Die mittelständisch geprägte Dienstleistungswirtschaft verfügt über ein erhebliches Wachstumspotenzial. Gerade industrienahe Dienstleistungen treiben Innovation und Wettbewerbsfähigkeit im Verarbeitenden Gewerbe voran. Mit der Initiative stärken wir die Industriedienstleister als eigenständigen Innovationstreiber in Baden-Württemberg.“

Anwendungsorientierte Forschung für den Mittelstand

Das neue Zentrum wird keine lange Anlaufphase benötigen, da es auf der erfolgreichen Arbeit des Kompetenzzentrums Smart Services aufbauen kann, das in den Jahren 2019 bis 2025 die Digitalisierung und Innovation in der baden-württembergischen Dienstleistungswirtschaft erfolgreich unterstützt hat. Mit mehr als 400 Veranstaltungen sowie 350 Unternehmensprojekten und Praxisbeispielen hatte das Kompetenzzentrum Smart Services insgesamt rund 20.000 Unternehmen in Baden-Württemberg erreicht.

Mit neuen Schwerpunkten richtet sich das „Zentrum für industrienahe Dienstleistungen“ gezielt an mittelständische Industriedienstleister. Im Fokus stehen anwendungsorientierte Forschungs- und Verbundprojekte, in denen Ansätze zur Steigerung der Produktivität, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie Konzepte zum Dienstleistungsexport gemeinsam mit Unternehmen entwickelt, erprobt und evaluiert werden. Die Erkenntnisse aus den Entwicklungsprojekten werden transparent aufbereitet und in Form von Schulungen, Workshops und praxisorientierten Handlungsanleitungen allen interessierten Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Die wissenschaftlichen Partner des Zentrums sind die Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG), die Hochschule Furtwangen, das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart, das Forschungs- und Innovationszentrum Kognitive Dienstleistungssysteme (KODIS) in Heilbronn sowie das itb – Institut für Betriebsführung im DHI e.V. in Karlsruhe.

Interessierte Unternehmen sind herzlich eingeladen, sich aktiv einzubringen: Über die Website des „Zentrums für industrienahe Dienstleistungen“ können sie unkompliziert Kontakt aufnehmen und eigene Ideen sowie Vorschläge für zukunftsweisende Forschungs- und Entwicklungsprojekte einreichen. Auf der Website finden Sie weitere Informationen sowie ein Kontaktformular.

Der Dienstleistungssektor in Baden-Württemberg

Der Dienstleistungssektor hat in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich zur Wertschöpfung und Beschäftigung in Baden-Württemberg beigetragen. Im Jahr 2024 entfielen 61,5 Prozent der gesamten Wertschöpfung sowie 68,9 Prozent der Beschäftigten auf die Dienstleistungswirtschaft. Besonders dynamisch entwickeln sich die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie die Dienstleistungen der Informationstechnologie. Diese Branchen weisen hohe Wachstumsraten auf und sind in Baden-Württemberg im Vergleich zu anderen Bundesländern überdurchschnittlich stark vertreten.

Die technologie- und wissensintensiven Dienstleister sind eng mit der Industrie verzahnt und fungieren häufig als Innovationstreiber. Industrienahe Dienstleister aus Baden-Württemberg nehmen dabei international eine führende Rolle ein und stellen einen wichtigen Standortvorteil für die heimische Industrie dar.

Wachstumspotenziale für den Dienstleistungssektor ergeben sich aus dem stark zunehmenden Export von digitalen Dienstleistungen, der steigenden Nachfrage nach wissensintensiven Dienstleistungen und aus neuen Geschäftsmodellen, etwa im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Eine zentrale Herausforderung bleibt jedoch die im nationalen und internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Entwicklung der Dienstleistungsproduktivität.

Zentrum für industrienahe Dienstleistungen

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