Europa

Hauk zu Vorschlägen für Mehrjährigen Finanzrahmen

Minister Peter Hauk fordert mit Blick auf den Mehrjährigen Finanzrahmen der EU-Kommission ein verlässliches, auskömmliches und zukunftsstarkes Agrarbudget im EU-Haushalt.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Mähdrescher erntet in Langenenslingen-Andelfingen ein Getreidefeld mit Wintergerste ab. (Bild: picture alliance/Thomas Warnack/dpa)
Symbolbild

„Was unsere Landwirtinnen und Landwirte benötigen ist Vertrauen und Planungssicherheit. Dazu gehört auch Verlässlichkeit bei Förderprogrammen sowie stabile Rahmenbedingungen ohne bürokratische Hürden. Die EU-Kommission trägt hierfür im Rahmen des neuen EU-Haushalts eine besondere Verantwortung und hat die Bedeutung der Landwirtschaft in der Zukunft nicht erkannt. Eine zukunfts- und wettbewerbsfähige Landwirtschaft sowie starke Ländliche Räume brauchen auch ausreichende Mittel aus Brüssel. Dies darf mit dem künftigen EU-Haushalt nicht gefährdet werden. Die von der EU-Kommission nun angekündigten Pläne zum mehrjährigen Finanzrahmen beinhalten jedoch nicht nur eine deutliche Umverteilung und Umstrukturierung der Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik, sondern auch eine erhebliche Kürzung. Dies ist nicht hinnehmbar. Uns ist bewusst, dass die Situation in der EU aufgrund veränderter Aufgaben und geopolitischer Rahmenbedingungen nicht einfach ist. Aber wenn aufgrund neuer Aufgaben der EU Budgetkürzungen im Raum stehen, kann das nicht einseitig zu Lasten der Landwirtschaft gehen, das tragen wir nicht mit. Weniger Geld aus Brüssel muss auf jeden Fall weniger Auflagen und Vorgaben nach sich ziehen. Das heißt: Brüssel muss weiteren bürokratischen Aufwand und verschärfte Auflagen unterlassen und zurückdrehen. So müssen beispielsweise die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) oder die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (NRL) gestoppt werden. Weniger Geld und zur gleichen Zeit mehr Auflagen, das werden wir auf gar keinen Fall hinnehmen“, forderte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, am 17. Juli 2025 mit Blick auf die von der EU-Kommission vorgestellten Vorschläge zum Mehrjährigen Finanzrahmen und die Auswirkungen auf die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP).

„Positiv zu erwähnen ist, dass die Kommission wohl den Mitgliedsstaaten wieder mehr Gestaltungsspielräume gewähren möchte. Hier werden wir allerdings genau hinsehen, inwieweit diese Freiräume auch wirklich eingeräumt werden. Agrarkommissar Christophe Hansen danke ich für seinen Einsatz hinsichtlich der Sicherung der Einkommensstützung. Dass die Kommission die einkommenswirksamen Zahlungen für unsere landwirtschaftlichen Familienbetriebe beibehält ist ein wichtiges und positives Zeichen. Die Basisprämie der Ersten Säule ist unverzichtbar, um die Wirtschaftskraft und Stabilität unserer Betriebe zu sichern. Gleichzeitig muss die Förderung alle Betriebsgrößen und -formen einbeziehen, niemand darf ausgeschlossen werden. Wer Familienbetriebe will, muss sie auch unterstützen. Das fordern wir“, so Minister Hauk.

Sichere und verlässliche Finanzierung für Gemeinsame Agrarpolitik

„Dass die Gemeinsame Agrarpolitik künftig in einen breiteren, neuen Fonds eingebettet werden soll, der auch für andere Zwecke genutzt werden kann und die Kommission kein eigenständiges Budget für die zweite Säule der Agrarpolitik vorsieht, ist grundlegend falsch. Die GAP braucht eine sichere und verlässliche Finanzierung. Kürzungen und Umschichtungen sind angesichts der Herausforderungen, vor welchen sich die Landwirtschaft befindet, fehl am Platz. Ein solches Vorgehen gefährdet erfolgreiche und bewährte Strukturen. Die GAP muss wie bislang dort unterstützen, wo in der Landwirtschaft Arbeitsplätze gesichert und hochwertige Lebensmittel erzeugt werden. Dabei darf die Förderung von Landwirtschaft und die Förderung von strukturschwachen Regionen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Gemeinsam mit meinen Agrarministerkolleginnen und -kollegen habe ich erst jüngst ausdrücklich für den Erhalt der bewährten Zweisäulenstruktur als Rückgrat einer zukunftssicheren Landwirtschaft und leistungsfähiger ländlicher Räume plädiert“, betonte Minister Hauk.

„Die GAP muss aufgrund der verschiedenen Herausforderungen, wie zum Beispiel Struktur- und Klimawandel, geopolitische Weltlage, Ernährungssicherung, europaweit faire und leistungsorientierte Wettbewerbsbedingungen etc. eine Weiterentwicklung erfahren, die sie effizienter, einfacher, nachhaltiger und praxisnäher ausgestaltet. Dafür erwarte ich vor allem Bürokratieabbau, mehr finanzielle Verlässlichkeit und mehr unternehmerische Freiheit für unsere Landwirtinnen und Landwirten. Ein verlässliches, auskömmliches und zukunftsstarkes Agrarbudget im EU-Haushalt ist unverzichtbar, um die besonderen anstehenden Herausforderungen im Agrarbereich gezielt angehen zu können“, so Minister Hauk.

Pressemitteilung vom 17. Juli 2025: Vorschlag der EU-Kommission für Mehrjährigen Finanzrahmen

Pressemitteilung vom 18. Juli 2025: Hoffmeister-Kraut zum Mehrjährigen Finanzrahmen

Weitere Meldungen

Ehrenamtskarte Baden-Württemberg
Bürgerengagement

Neue Angebote bei Ehrenamtskarte

Gefärbte Eier stehen in einer Palette (Foto: © dpa)
Verbraucherschutz

Unbeschwertem Ostergenuss steht nichts im Weg

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Neue Fördermaßnahme „Rotationsbrache im Weinbau“ ab 2027

Gruppenbild bei Agrarministerkonferenz in Bad Reichenhall
Landwirtschaft

Frühjahrs-Agrarministerkonferenz 2026 in Bad Reichenhall

Wasserrückhalt im Wald
Forst

Wälder speichern Wasser und schützen vor Erosion

Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald und beobachtet die Umgebung.
Tiergesundheit

Früherkennungsprogramm „Afrikanische Schweinepest“ startet

Eine Hand hält am 18.04.2016 an einer Tankstelle in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Tankstutzen.
Verbraucherschutz

Hauk fordert schnelle Entlastungen bei Energiepreisen

Eine Frau sammelt in einem Wald Bärlauchblätter ein, die den Waldboden fast komplett bedecken. (Bild: dpa)
Verbraucherschutz

Wichtige Tipps zum Start der Bärlauch-Saison

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
Wolfsmanagement

Ausnahmegenehmigung zum Wolfsabschuss wird nicht verlängert

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
Wolfsmanagement

Auffälliger Wolf im Nordschwarzwald: Fragen und Antworten

Europa, Deutschland, Schwarzwald
Landlicher Raum

Starke Perspektiven für den Ländlichen Raum

Der Luchs wird eingefangen, um ihn zu besendern
Forst

Luchs im Landkreis Rastatt mit Halsbandsender ausgestattet

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 3. März 2026

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Ein Landwirt pflügt ein Feld. Luftaufnahme mit einer Drohne. (Foto: Patrick Pleul / dpa)
Landwirtschaft

FIONA-Antragssaison 2026 startet