Bundesrat

Hauk fordert Korrekturen bei Tierschutz-Nutztier­haltungsverordnung

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Säue schauen durch die Absperrung eines Stalles auf einem Bauernhof. (Bild: © dpa)

Landwirtschaftsminister Peter Hauk fordert Korrekturen der vom Bundesrat beschlossenen Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Der Kompromiss trage eindeutig die Handschrift hin zu mehr Massentierhaltung.

„Die Sauen haltenden Familienbetriebe haben den heutigen Tag und die Entscheidung im Bundesrat mit Spannung erwartet. Wir haben uns in dem langwierigen Verfahren immer für einen tragfähigen Kompromiss eingesetzt, der den Tierschutz im Blick behält und den Tierhaltern die hierzu dringend notwendige Planungssicherheit gibt. Die jetzt durch die Mehrheit im Bundesrat herbeigeführte Entscheidung ist teils mit heißer Nadel gestrickt und aus meiner Sicht fachlich alles andere als ideal. Verbessert hat der Kompromiss die Lage nicht, im Gegenteil. Der Kompromiss trägt eindeutig die Handschrift hin zu mehr Massentierhaltung, hin zu mehr Agroindustrie und dafür habe ich kein Verständnis. Die Übergangszeit muss jetzt für eine Korrektur in diesem Bereich genutzt werden. Dieser Beschluss wird Umbaukosten für unsere Betriebe in einer dreistelligen Millionenhöhe mit sich bringen“, sagte der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk als Reaktion auf die heutige Abstimmung der Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung im Bundesrat. Die Behandlung im Bundesrat war im Februar und Juni bereits zweimal kurzfristig vertagt worden.

In der heutigen Abstimmung sei es nicht mehr um die Diskussion zu Kastenständen und Übergangszeiten gegangen. Hierfür hatte man einen Kompromiss gefunden, der hart aber mittragbar gewesen sei. „Die genannte Änderung in Bezug auf die Flächenanforderungen für Sauen im Deckzentrum von nun fünf, anstatt wie ursprünglich vorgesehen vier Quadratmetern, hat eine rote Linie für die konventionelle und ökologische Landwirtschaft überschritten“, erklärte Hauk.

Kritik an Vorgabe zur Vergrößerung der Bodenfläche

Sehr kritisch sieht Hauk die am Ende in die Verordnung gedrückte Vorgabe, dass für Sauen im Zeitraum nach dem Absetzen der Ferkel bis zur Besamung in einem neu zu schaffenden Bereich eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche von mindestens fünf Quadratmetern eingeräumt werden müsse.

„Diese Entscheidung erfolgte ohne vertiefte fachliche Diskussion mit der Praxis und wird hauptsächlich die süddeutschen kleineren Familienbetriebe, und zwar die ökologischen und konventionellen, vor sehr große Herausforderungen stellen, da die nun benötigte Fläche, die in vielen Fällen nicht zur Verfügung steht, umfangreiche Umbaumaßnahmen notwendig werden lässt. Diese nun beschlossenen fünf Quadratmeter übersteigen sogar die Flächenanforderung in der Bioschweinehaltung deutlich. Mit der nun beschlossenen Verordnung muss klar sein, dass Erleichterungen bei der Erteilung von Genehmigungen von Baumaßnahmen hin zu mehr Tierwohl im Bau-, Naturschutz- und Immissionsschutzrecht sowie eine angepasste Förderung einhergehen müssen. Ansonsten stehen die meisten Schweinhalter im Land vor dem Aus, das darf nicht das Ergebnis der heutigen Abstimmung sein“, betonte Minister Hauk.

Weitere Meldungen

Die Staufermedaille ist eine besondere, persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten für Verdienste um das Land Baden-Württemberg.
Auszeichnung

Staufermedaille an Hubertus Nimsch

Zitterpappel
Forst

Zitterpappel bereichert Wald und Bioökonomie

Neubau Kollegiengebäude 1, Pädagogische Hochschule Freiburg, Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, Stuttgart
Holzbau

Klimafreundlich Bauen mit Holz

Streuobstwiese
Streuobst

20. landesweiter Streuobsttag in Hohenheim

Jugendliche halten ein Banner mit der Aufschrift «Ehrenamt» in den Händen.
Ländlicher Raum

Jugendliche fürs Ehrenamt begeistern

Drohne mit Auslegearm zum Einölen der Eier beim Anflug an einen Baum mit Kormorannestern
Fischerei

Drohnen-Testflug zum Kormoranmanagement am Bodensee

Asiatische Hornisse
Artenmanagement

Königinnen und Nester der Asiatischen Hornisse melden

Logo "Turmwärts"
Ländlicher Raum

Kreative Nachnutzung von Trafo­türmen im Ländlichen Raum

Wengenviertel in Ulm
Städtebau

Städtebauförderprogramm 2027 startet

Erläuterungen für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) und Umweltministerin Thekla Walker (rechts)
Nationalpark

Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald

Weg im ländlichen Raum
Ländlicher Raum

Land unterstützt Modernisierung Ländlicher Wege

In einer braunen Biomülltonne liegen Lebensmittel.
Ernährung

Zweite Runde der Lebensmittelretter-Challenge startet

Blick über Hohenlohe
Landwirtschaft

Hauk kritistiert EU-Wiederherstellungsverordnung

Eine Hand hält am 18.04.2016 an einer Tankstelle in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Tankstutzen.
Verbraucherschutz

Hauk kritisiert deutsche Spritpreise

Wanderer gehen bei Reichelsheim durch den herbstlichen Odenwald (Hessen).
Forst

KI unterstützt Waldmanagement im Klimawandel