Schienenverkehr

Gemeinsam für die Große Wendlinger Kurve

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Karte zeigt mehrere Bahnschienen und mögliche Planungsvarianten für ein Projekt mit dem Namen Wendlinger Kurve.

Die Große Wendlinger Kurve ist zentral für einen leistungsfähigen, regionalen Schienenverkehr. Das Land und die Region Neckar-Alb haben eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Finanzierung des zweiten Gleises der Wendlinger Kurve unterzeichnet.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann und die Landräte der Landkreise Reutlingen, Tübingen und Zollernalbkreis haben eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Finanzierung des zweiten Gleises der Wendlinger Kurve unterzeichnet. Die Region Neckar-Alb, vertreten durch die drei Landkreise signalisieren damit Ihre Bereitschaft, sich in gleichem Maße wie der Verband Region Stuttgart an der Finanzierung der Kosten des Landes für den Bau des zweiten Gleises im Sinne einer Risikoabdeckung mit einem Viertel, höchstens jedoch bis zu 12,5 Millionen Euro zu beteiligen.

Verkehrsminister Winfried Hermann hält das beabsichtigte Engagement der Region für eine lohnende Zukunftsinvestition: „Denn die große Wendlinger Kurve – der zweigleisige Ausbau – wird eine leistungsfähige Anbindung der Verkehre aus dem Neckartal sicherstellen. Damit wird der ursprünglich geplante eingleisige Engpass vermieden. Die Züge aus dem Neckartal hätten sich vor der Kurve grundsätzlich gestaut. Das haben alle eingesehen. Dies eröffnet auch zusätzliche verkehrliche Perspektiven für die Anbindung der Region Neckar-Alb im Schienenpersonenverkehr an den Knoten Stuttgart. Ich freue mich deshalb sehr, dass sich auch die Region Neckar-Alb bereiterklärt diese wichtige Infrastrukturerweiterung mit zu finanzieren um den Schienenverkehr für die Menschen im Land noch attraktiver zu machen.“

Für die gesamte Region existenziell wichtiges Projekt

Die Landräte der drei beteiligten Landkreise, Thomas Reumann (Reutlingen), Joachim Walter (Tübingen) und Günther-Martin Pauli (Zollernalbkreis) freuen sich, dass das Land die Initiative für dieses für die gesamte Region existenziell wichtige Projekt ergriffen hat.

„Die Große Wendlinger Kurve ist für die verbesserte Anbindung unserer Region an die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm unverzichtbar und zentral für einen leistungsfähigen, regionalen Schienenverkehr. Insgesamt führt der Bau der Großen Wendlinger Kurve zu einer Erweiterung der Kapazitäten auf der Schiene, zu einer Verbesserung der Betriebsstabilität und zu einer erhöhten Flexibilität der künftigen Fahrpläne. Er eröffnet Spielräume für einen besseren Anschluss der Region Neckar-Alb an den Flughafen und an den Hauptbahnhof Stuttgart und erschließt neue Fahrgastpotenziale für den öffentlichen Verkehr“, unterstrichen die Landräte.

„Aufgrund dieser Vorteile für die Schienenanbindung der Region Neckar-Alb beabsichtigen die Landkreise, bis zu einem Viertel der Kosten zu übernehmen, die vom Land aus dem mit der DB Netz AG abgeschlossenen Realisierungs- und Finanzierungsvertrags aufzuwenden sind und die nicht durch die Entlastung abgedeckt werden, die für das Land durch die Erhöhung der Bundesfinanzhilfen im Projekt Stuttgart 21 eintreten“, so die Landräte weiter.

Die Landräte zeigten sich zudem dankbar für die verkehrspolitische Zielsetzung des Landes, nach der Inbetriebnahme des Projekts Stuttgart 21 einen Halt der Linie Stuttgart- Flughafen- Nürtingen- Metzingen- Tübingen (-Albstadt/ Sigmaringen) in Metzingen vorzusehen.

Zuvor hatte bereits im Januar 2019 der Verband Region Stuttgart (ebenfalls mit bis zu 12,5 Millionen Euro) sowie im Juli 2018 das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur seine Bereitschaft zur finanziellen Beteiligung an diesem Projekt bekundet. Damit konnte das Land am 03. Mai 2019 mit der DB Netz AG den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag für das Projekt mit geschätzten Bau- und Planungskosten von 100 Millionen Euro zeichnen. Die DB Netz AG, vertreten durch die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH ist die Vorhabensträgerin für das Projekt.

Kreuzungsfrei einfahren in die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm

Die Große Wendlinger Kurve ist bereits im Projekt Stuttgart 21 optional, jedoch noch ohne bauliche Vorkehrungen vorgesehen. Das zweite Gleis ergänzt nun einen eingleisigen Abschnitt für die Züge zwischen Tübingen/Reutlingen und Stuttgart-Flughafen. Damit können die Züge in Richtung Stuttgart kreuzungsfrei in die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm einfahren. Durch die zweigleisige Anlage der Wendlinger Kurve kann Angebot und Qualität im Schienenpersonenverkehr verbessert werden. Dies wirkt sich positiv auf die weitere Entwicklung des Schienenverkehrs im Knoten Stuttgart aus.

Gebaut werden soll eine parallel zur Kleinen Wendlinger Kurve verlaufende zweite Verbindungskurve. Sie soll am Ortsrand von Oberboihingen aus der Neckartalbahn ausfädeln und dann in einem Tunnel die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm unterqueren. Dazu müssen auch einzelne bereits in Bau befindliche Anlagen der Neubaustrecke und der Kleinen Wendlinger Kurve angepasst werden. Mit der Großen Wendlinger Kurve werden Planungsüberlegungen des Verbandes Region Stuttgart einer S-Bahn-Verlängerung vom Flughafen in Richtung Kirchheim baulich offengehalten.

Die Unterzeichnung der Absichtserklärung fand auf der Baustelle der Deutschen Bahn in Wendlingen statt. Vor Ort konnten sich der Verkehrsminister und die Landräte auch vom Projektfortschritt der unmittelbar angrenzenden Projekte (Neubaustrecke Stuttgart-Ulm mit dem Albvorlandtunnel und der Güterzuganbindungskurve sowie der Kleinen Wendlinger Kurve überzeugen. 

Bahnprojekt bringt großen Sprung in der Leistungsfähigkeit

Manfred Leger, der Vorsitzende der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH sagte: „Das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm wird für den Schienenverkehr im ganzen Land einen großen Sprung in der Leistungsfähigkeit bringen, dies hat bereits der von allen Projektpartnern anerkannte Stresstest gezeigt. Dennoch freue ich mich, dass zusätzlich zu den großen positiven Effekten des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm mit der Realisierung der Großen Wendlinger Kurve noch mehr Verkehr auf die Schiene gebracht werden kann.“

Das Projekt des zweiten Gleises der Wendlinger Kurve wurde aufgrund des Bau- und Planungsfortschritts bei der Neubaustrecke und der Kleinen Wendlinger Kurve in zwei Abschnitte aufgeteilt. Abschnitt 1 umfasst die Einschleifung in die Neubaustrecke und deren Unterquerung. Für diesen Abschnitt liegt mit der Zulassung des Eisenbahnbundesamtes vom 16. April 2019 bereits Baurecht vor und erste Arbeiten werden noch im Sommer 2019 beginnen. Der zweite Abschnitt umfasst den Tunnel von der Neubaustrecke bis zur Ausschleifung aus der Neckartalbahn in Oberboihingen. Hier laufen zurzeit die Entwurfsplanung und die Erkundung des Baugrundes und mit einem Zulassungsantrag ist Ende des Jahres 2019/Anfang 2020 zu rechnen. Im Rahmen dieses Verfahrens erfolgt auch eine formelle umfangreiche Beteiligung der Öffentlichkeit.

Das Betriebskonzept sowie der genaue Fahrplan für die auf der Kleinen und Großen Wendlinger Kurve zukünftig verkehrenden Züge befindet sich aktuell noch in Prüfung und Abstimmung mit der DB Netz AG. 

Projektkennzahlen

  • Kosten: 100 Millionen Euro (Bau- und Planungskosten, Kostenschätzung mit Preisstand 2018 vom November 2018)
  • Streckenlänge (2. Gleis): circa 1,7 Kilometer, davon rund 750m im Tunnel
  • Spätere Nutzung: als Verbindungsgleis für den Regional- und Fernverkehr von der Neckartalbahn in Richtung Stuttgart
  • Entwurfsgeschwindigkeit: 80 Kilometer pro Stunde
  • Geplante Inbetriebnahme: Dezember 2025 (zusammen mit Stuttgart 21)

Zusätzliche Informationen zur Finanzierung der Großen Wendlinger Kurve (PDF)

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