Atomenergie

Endlagersuche in der Schweiz

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Die Schweiz plant ein Endlager für radioaktive Abfälle nahe der Grenze zu Baden-Württemberg. Das Land hat die Schweiz im weiteren Suchverfahren um eine intensivere Beteiligung als bisher gebeten.

Die Schweiz plant ein Endlager für radioaktive Abfälle nahe der Grenze zu Baden-Württemberg. Zum Ergebnisbericht der Etappe zwei des Suchverfahrens hat das Umweltministerium eine Stellungnahme an das schweizerische Bundesamt für Energie (BFE) abgegeben.

Baden-Württemberg wünscht intensivere Einbindung

Die notwendige Akzeptanz könne solch ein Hochsicherheitsprojekt nur erlangen, wenn die in der betroffenen Region lebenden Menschen sich in das Verfahren einbringen können und hierzu von den zuständigen Behörden umfassend und transparent informiert werden, sagte Umweltminister Franz Untersteller. „Daher haben wir die Schweiz gebeten, im weiteren Suchverfahren auch die betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie die Gebietskörperschaften auf baden-württembergischer Seite intensiver als bisher einzubinden.“ Entsprechende Forderungen der deutschen „Expertengruppe-Schweizer-Tiefenlager“ sowie der Landkreise Konstanz, Lörrach, Schwarzwald-Baar-Kreis und Waldshut unterstütze das Land ausdrücklich, so der Umweltminister.

Untersteller betonte, dass seit Beginn des Partizipationsverfahrens vor sieben Jahren die möglichen Standorte eines Tiefenlagers deutlich näher und die Oberflächenanlagen sogar sehr nahe an die Grenze zu Baden-Württemberg herangerückt seien. „Die Betroffenheit der südbadischen Grenzregion ist daher heute stärker als damals. Deswegen erwarten wir, dass die deutschen Gemeinden, die in unmittelbarer Nähe liegen, zum Teil sogar in geringerer Entfernung als die nächste Schweizer Gemeinde, in der anstehenden Etappe drei des Suchverfahrens die gleichen Mitwirkungsrechte und den gleichen Status erhalten wie die betroffenen Gemeinden in der Schweiz.“

Der Umweltminister kritisierte die zu geringe Zahl der Sitze der deutschen Seite in den sogenannten Regionalkonferenzen: „Das verhindert, dass die baden-württembergischen Kommunen den Prozess auf Augenhöhe mitgestalten können.“ Nur so lasse es sich erklären, wieso die Oberflächenanlagen inklusive „heißer Zelle“ zur Behandlung hochradioaktiver Abfälle sehr nahe an der Grenze platziert werden sollen. „Fachlich ist das nicht nachvollziehbar, denn solche Anlagen könnten fast überall sicher gebaut werden, auch in größerer Entfernung zur Grenze.“ Auch in den „Abgeltungsverhandlungen“, in denen Maßnahmen zur Abgeltung oder Kompensation der nachteiligen Auswirkungen des Tiefenlagers festgelegt werden, müsse die deutsche Seite gestärkt und die Teilnahme eines Vertreters des Landes oder der Kreise ermöglicht werden, so Franz Untersteller.

„Das Primat der Sicherheit ist unantastbar“

„Das Primat der Sicherheit ist unantastbar“, sagte der Minister weiter. Ein Endlager für radioaktive Abfälle verlange ein Höchstmaß an Sicherheit für kaum vorstellbar lange Zeiträume. „Es muss daher der sicherste und am besten geeignetste Standort gefunden werden, der auch den Schutz der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg gewährleistet.“

Umweltministerium: Stellungnahme an das schweizerische Bundesamt für Energie (PDF)

Weitere Meldungen

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Masterplan Wasserversorgung

Beirat für sichere Wasserversorgung gegründet

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 in Stuttgart verliehen

Ein Mitarbeiter montiert im Porsche Werk in Stuttgart-Zuffenhausen eine Vorderachse mit Elektromotor. (Foto: © dpa)
Automobilindustrie

Anpassungen bei EU-CO₂-Regulierung gefordert

Einsatzkräfte der Feuerwehr errichten am Nonnenbach in Bad Saulgau im Ortsteil Moosheim einen Damm mit Sandsäcken gegen das Hochwasser.
Klimawandel

Land rüstet sich für Extremwasserereignisse

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Bodenverunreinigungen

1,2 Millionen Euro für PFAS-Forschung

German Expo Pavilion / Hotaka Matsumura - German Pavilion - to download, click on "high-res download"
Kreislaufwirtschaft

Expo-Ausstellung aus Osaka kommt nach Stuttgart

Windräder
Windenergie

Land setzt sich für Ausbau der Windenergie ein

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen.
Ländlicher Raum

Entwicklungsprogramm Länd­licher Raum 2027 ausgeschrieben

Neu gebaute Häuser stehen hinter einer noch unbebauten Fläche eines Neubaugebiets.
Bauen

Fristen für Förderaufrufe verlängert

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
Flurneuordnung

Bescheidübergaben in drei Flurneuordnungsverfahren

Hunde im Tierheim. (Bild: Norbert Försterling / dpa)
Tierschutz

Land fördert Tierheim Dreherhof im Ostalbkreis

Ministerin für den Ländlichen Raum, Marion Gentges MdL
Verwaltung

Amtsübergabe im Ministerium Ländlicher Raum

Broschüre Kulturdenkmale und Photovoltaikanlagen
Denkmalpflege

Neue Broschüre zu Photovoltaik auf Kulturdenkmalen

Holzbau
Forst

Fünfter Fachkongress Holzbau

Biosphärengebiet Schwäbische Alb - Blick von Teck
Naturschutz

Erfolgsmodell Biosphärengebiet Schwäbische Alb wächst