Podcast

„Einfach Inklusion“ Folge 4: Leben mit einer 24-Stunden-Assistenz

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Simone Fischer spricht in ihrem Podcast „Beteiligung schafft Gesellschaft. Einfach Inklusion“ mit Nora Welsch, die einen persönlichen Einblick in ihren Alltag mit persönlicher 24-Stunden-Assistenz gibt. Zudem geht es um ihren Job als Beauftragte für die Belange der Menschen mit Behinderungen der Stadt Baden-Baden.

Die Beauftragte der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Simone Fischer, spricht in der vierten Folge ihres Podcast „Beteiligung schafft Gesellschaft. Einfach Inklusion“ mit Nora Welsch über das Leben als Frau mit Behinderung und ihren Alltag.

Nora Welsch ist Kommunikationswissenschaftlerin mit Master-Abschluss und Beauftragte für die Belange der Menschen mit Behinderungen der Stadt Baden-Baden. Seit über zehn Jahren organisiert sie ihren Alltag selbstbestimmt im Rahmen des Persönlichen Budgets. Dies bedeutet, dass sie aufgrund ihrer Behinderung nahezu 24 Stunden am Tag Assistenzpersonen um sich hat, die sich in ihrem privatesten Bereich bewegen.

Neben ihrem eigentlichen Beruf ist sie durch dieses Modell zusätzlich Arbeitgeberin der Assistenzkräfte. Sie trägt damit Verantwortung für die Menschen, die wiederum Assistenz für sie übernehmen.

Persönlicher Einblick in das Leben mit 24-Stunden-Assistenz

Simone Fischer sagt: „Beim Wohnen, der Arbeit und im Alltag selbst festlegen zu können, welche Personen mich begleiten, wann ich einkaufen gehe, mein Abendessen einnehme, meine Körperpflege durchführe oder welche Aktivitäten ich unternehme, ist die reinste Form von Selbstbestimmung und gleichberechtigter Teilhabe. Das Persönliche Budget bietet auch Menschen mit schwerer Behinderung Freiheit und Individualität. Gleichzeitig bedeutet es noch zu viel Aufwand und Bürokratie, die es unbedingt abzubauen gilt. Mit dem Persönlichen Budget können viel mehr Menschen erreicht werden, aber es erschreckt jene, die nicht so viel Kraft oder Fachwissen haben.“

Nora Welsch gibt im Podcast einen sehr persönlichen Einblick. Sie berichtet, welche Bedeutung diese Freiheit und Verantwortung für sie haben, was ihr Herz hüpfen lässt und was sie frustriert, wo im System der Eingliederungshilfe noch zu viel Bürokratie den Alltag der Menschen herausfordert und was hinsichtlich der Organisation des Persönlichen Budgets angepasst werden muss.

Außerdem verrät Nora Welsch, welche Ziele sie als Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Baden-Baden verfolgt, was sie antreibt und ihre Arbeit grundlegend prägt. Sie fordert, dass mehr Menschen mit Behinderung in verantwortliche Positionen gelangen: „Es gibt sehr viele Menschen mit Behinderungen mit viel Potenzial, die viel zu sagen haben. Sie kommen im Diskurs zusehends mehr, aber immer noch zu wenig vor. Da wünsche ich mir, dass Menschen mit Behinderung eine breitere Plattform haben. Ich finde wichtig, dass Menschen ohne Behinderungen Verbündete werden und sich für Menschen mit Behinderungen einsetzen.“

Nora Welsch hat kluge Ideen und setzt vor Ort wichtige Vorhaben um. Eines ihrer neuen Herzensprojekte ist die inklusive Redaktion in Baden-Baden, auch von dieser berichtet sie.

Der Podcast „Beteiligung schafft Gesellschaft. Einfach Inklusion“ ist auf allen gängigen Plattformen wie Spotify oder Deezer zu finden. Auf YouTube sind eine Übersetzung in Gebärdensprache sowie Untertitel vorhanden.

Das Persönliche Budget

Nach § 29 9. Sozialgesetzbuch (SGB IX) kann jeder Mensch mit Behinderung, der einen Anspruch auf eine Leistung zur Teilhabe hat, einen Antrag auf ein Persönliches Budget stellen. Auch Eltern von Kindern mit Behinderungen können den Antrag für ihr Kind stellen. Ziel ist es, in eigener Verantwortung ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Alle Teilhabeleistungen können also nicht nur als Sachleistungen, sondern auch als Geldleistungen, das sogenannte Persönliche Budget ausgezahlt werden. Für die Organisation und Verwaltung des Persönlichen Budgets kann eine Budgetassistenz eingesetzt werden.

Sozialministerium Baden-Württemberg: Persönliches Budget

Familienratgeber: Persönliches Budget für Menschen mit Behinderung

Weitere Meldungen

Visualisierung vom Anbau der Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen Ansicht West
Vermögen und Bau

Frauenklinik am Universitäts­klinikum Tübingen wird erweitert

Eine Frau bedient das Portal ELSTER der deutschen Steuerverwaltungen zur Abwicklung der Steuererklärungen und Steueranmeldungen über das Internet.
Steuern

Digitale Steuererklärung wird deutlich einfacher

Verkehrsunfallbilanz 2025
Verkehrsunfallbilanz 2025

Straßenverkehr in Baden-Württemberg wird immer sicherer

Stuttgart Neckarpark
Wohnraumoffensive

Land unterstützt Kommunen mit Bau-Turbo

Gruppenbild anlässlich der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und der ukrainischen Region Lwiw
Absichtserklärung

Baden-Württemberg und Lwiw vertiefen wirtschaftliche Zusammenarbeit

Visualisierung Campus St. Alban
Innovationspreis

Zehn Preise für kirchliche Wohnprojekte

Forscher im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Innovation

Land fördert Digitales Innovationszentrum am Uniklinikum Freiburg

Justizministerin Marion Gentges (Vierte von links) mit dem Team des Projekts „DIE MUTMACHER“
Justiz

Begleithunde unterstützen in Strafprozessen

PV-Anlage auf dem Landtag in Stuttgart
Erneuerbare Energien

Photovoltaik-Ziel bereits vorab erreicht

Ein Clown der Narrenzunft Rottenburg läuft beim großen Umzug des Weißnarrentreffens in Villingen-Schwenningen durch die Innenstadt (Quelle: dpa).
Verbraucherschutz

Produktkontrollen für ein unbe­schwertes Feiern des Faschings

GNSS-Empfänger mit Sonnenaufgang
Digitale Infrastruktur

Satellitenpositionierungsdienst SAPOS® stark genutzt

Flur in einem Krankenhaus
Gesundheit

248 Millionen Euro für Investitionen an 20 Kliniken

Eine Frau greift nach einem Apfel aus dem Obst- und Gemüseregal eines Reformhauses. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Land mit vielfältiger Bio-Qualität auf BIOFACH präsent

Ein Mann hält ein Ringbuch mit Bauplänen, mit dem Zeigefinger deutet er auf ein Baufeld
Flächenmanagement

„Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ wird gestärkt

Wirtschaftsministerin Dr, Nicole Hoffmeister-Kraut (Zweite von rechts) überreicht Adolf Klek (Mitte) die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg.
Auszeichnung

Adolf Klek mit Staufermedaille geehrt