Forschung

Dokumentationsstelle Rechtsextremismus macht Fortschritte

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Mitarbeiter des Generallandesarchivs Karlsruhe nimmt eine Akte aus einem Regal.

Die Dokumentationsstelle für Rechtsextremismus im Landesarchiv liefert Fakten für den öffentlichen Diskurs und leistet damit einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zahlreiche Anfragen belegen das große Interesse an der Nutzung der Dokumente.

Die Arbeit der Dokumentationsstelle für Rechtsextremismus, die im Landesarchiv Baden-Württemberg am Standort Generallandesarchiv Karlsruhe angesiedelt ist, macht wichtige Fortschritte. Dank der großzügigen Spende des Journalisten Anton Maegerle entsteht in Karlsruhe seit Juli 2020 eines der größten Archive zu rechtsextremistischen Dokumenten. Mit rund 2.500 Ordnern, einer umfangreichen Datenbank und einer großen Zahl von Publikationen und Zeitschriften aus dem rechten politischen Spektrum gilt dessen Sammlung als die größte Sammlung ihrer Art in Deutschland.

Rechtsextremismus ist größte Bedrohung für die offene Gesellschaft

„Der Rechtsextremismus ist die größte Bedrohung für unsere offene Gesellschaft und Demokratie. Dabei geht es auch um Konsensverschiebungen im öffentlichen Diskurs und die Verrohung der Sprache. Um die Gesellschaft zusammenzuhalten braucht es einen wachen Blick und fundierte Argumente für den Diskurs über Gefährdungen unserer demokratischen Werte. Dazu leistet die Dokumentationsstelle einen wertvollen Beitrag, indem sie die beeindruckende Sammlung Anton Maegerles weiterführt, Informationen über rechtsextremistische Strukturen und Netzwerke sammelt und dieses Wissen der Zivilgesellschaft und Forschung zugänglich macht“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. In die Sammlung aufgegriffen würden auch neue Formen rechten Denkens und Agierens.

Im Januar 2021 war die Dokumentationsstelle in einer Auftakttagung mit renommierten Rechtsextremismus-Experten und -Expertinnen aus der ganzen Bundesrepublik erstmals an die Öffentlichkeit getreten. „Seitdem haben uns zahlreiche Anfragen aus der Forschung erreicht, die das große Interesse an der Nutzung der Dokumente belegen“, sagte Prof. Dr. Gerald Maier, Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg. Über die Bereitstellung der Unterlagen im Generallandesarchiv hinaus hat die Dokumentationsstelle als besonderen Service daher themenbezogene Dossiers bereitgestellt.

Erarbeitung von Publikationsformaten

Aktuell erarbeitet die Dokumentationsstelle Publikationsformate, mit der sie über die laufende inhaltliche Erschließung der größten Sammlung zu rechts­extremen und rechtsterroristischen Personen, Organisationen und Gesinnungen in Deutschland kompakt informiert und die Ergebnisse in die Öffentlichkeit vermittelt. Eine erste Veröffentlichung wird sich inhaltlich mit dem verschwörungsmythischen Geflecht aus selbsternannten „Reichsbürgern“, Corona-Leugnern und vermeintlichen „Querdenkern“ befassen. Schwerpunkt des neuen, regelmäßig erscheinenden Informationsbulletins wird die Berichterstattung über rechtsextreme und rechtspopulistische Bestrebungen in Baden-Württemberg sein. Oberste Maxime ist Aufklärung durch fundierte Information. Diese Dienstleistung soll allen Gemeinden zugänglich gemacht werden. Im Oktober wird die Dokumentationsstelle weitere Arbeitsergebnisse präsentieren.

Die neue Einrichtung musste zunächst den rechtlichen Rahmen für die Benutzung der sensiblen Unterlagen festlegen. Die digitalen Datensätze aus der umfangreichen Sammlung Anton Maegerles werden in einer neuen IT-Architektur technisch gesichert.

Youtube-Kanal des Landesarchivs Baden-Württemberg: Tagung „Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland“ (Tag 1)

Youtube-Kanal des Landesarchivs Baden-Württemberg: Tagung „Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland“ (Tag 2)

Weitere Meldungen

Start-up BW Local
Gründungsförderung

Auszeichnung für 23 Kommunen und Kommunalverbünde

Ein Basketball liegt auf dem Boden einer Turnhalle.
Schulsport

Erfolgreiche Schulsportmannschaften geehrt

Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
Sportministerkonferenz

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Ein Prüfstandshandwerker begutachtet am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ein Raketen-Triebwerk
Förderung

9,7 Millionen Euro für Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Forschende im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Bundesrat

Bundesrat ändert Wissenschaftsfreiheitsgesetz

Eröffnung der Wanderausstellung der IBA'27 in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin
Städtebau

IBA’27-Ausstellung in Berlin eröffnet

Eine neue Asphaltdecke wird auf einer Straße aufgebracht. (Bild: Patrick Seeger / dpa)
Straßenverkehr

Fahrbahnsanierung auf B 462 abgeschlossen

Schülerinnen mit Smartphones
Internet

Junge Menschen im Umgang mit Gefahren im Netz stärken

Eine Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem Finger und sticht zu.
Gesundheitsschutz

Kein erhöhtes Risiko wegen West-Nil-Virus

In einer Wohngemeinschaft sitzen Studierende um den Küchentisch und unterhalten sich (Bild: © dpa).
Wohnraumförderung

Land fördert im Neubau bundesweit die meisten Wohnheimplätze

Logo des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“
Ländlicher Raum

29. Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gestartet

Ein Ausbilder erklärt in einem Techniklabor jugendlichen Auszubildenden etwas.
Bildung

Mit MINT- und Begabtenförderung das Land zukunftsfest machen

Ausbilderin mit Lehrling
Berufliche Ausbildung

Land baut Förderprogramm zur Ausbildungsqualität weiter aus

Porträt Prof. Dr. Thomas Riecke-Baulecke
Schule

ZSL-Präsident geht in Ruhestand

von links nach rechts: Prof. Peter Middendorf (Rektor der Universität Stuttgart), Ministerpräsident Cem Özdemir, Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Jan Hesthaven (Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT))
Sicherheit

Innovationen für Sicherheit, Verteidigung und Resilienz