Gesundheit

Breites Bündnis zur Stärkung der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Land

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Gruppenfoto: Mitglieder des Landeskrankenhausausschusses in Sitzungssaal

Ein breites Bündnis aus Politik, Ärztevertretern und Krankenkassen stärkt die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Baden-Württemberg. Mit einer angepassten Bedarfsplanung soll nun die Zahl der benötigten Betten und Plätze neu berechnet werden.

Ein breites Bündnis aus Politik, Ärztevertretern und Krankenkassen stärkt die Kinder- und Jugendpsychiatrie im Land. Darauf haben sich am 15. März 2023 die Mitglieder des Landeskrankenhausausschusses in Stuttgart verständigt. „Das ist eine große Stunde dieses Gremiums: Gemeinsam senden wir das klare Signal an alle betroffenen Kinder und Jugendlichen, an ihre Eltern und an alle, die in den Kliniken und Praxen so engagiert arbeiten: Wir stehen hinter den erkrankten Kindern und Jugendlichen und deren Familien“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha im Anschluss an die Sitzung.

Bedarfsplanung wird neu aufgestellt

Lucha kündigte an, dass das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration die Bedarfsplanung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf den Prüfstand stellen und weitere Kriterien zur Bewertung miteinbeziehen werde. „Teilweise müssen Kinder und Jugendliche bis zu acht Monate auf ihre dringend notwendige Behandlung warten“, erklärte der Minister. „Das können wir nicht hinnehmen. Jeder Tag, an dem seelisch kranke Kinder und Jugendliche nicht behandelt werden, zerstört ein Stück weit ihre Zukunft. Mit einer angepassten Bedarfsplanung möchten wir dem entgegentreten, das heißt, die Zahl der benötigten Betten und Plätze soll neu berechnet werden. Die Pandemie hat die Lage leider verschärft.“

Mit dieser Neuregelung entfristet das Land auch faktisch die 136 zusätzlichen Betten und Plätze, die das Land bereits auf zwei Jahre befristet geschaffen hatte. Es können auch weitere Kliniken, die vom Sonderbedarf nicht profitiert hatten, Anträge einreichen. „Wie hoch der zusätzliche Bedarf am Ende dann sein wird, können wir natürlich noch nicht definitiv sagen. Ich bin jedenfalls allen Fachkräften in den baden-württembergischen Kliniken zutiefst dankbar für ihr riesiges Engagement in dieser schwierigen Situation“, sagte Minister Manne Lucha.

Zustimmung im Gremium

Die Vertreterinnen und Vertreter der Krankenkassen haben dem Verfahren in der Sitzung des Landeskrankenhausausschusses zugestimmt. „Dafür bin ich ihnen ganz besonders dankbar. Die Situation zeigt aber: Wir brauchen diese Betten und Plätze akut und dringend“, betonte Manne Lucha.

Johannes Reimann, Geschäftsbereichsleiter Sektorenübergreifende Versorgungsplanung der AOK Baden-Württemberg, erklärte: „Wir sehen die große Not und unterstützen die Pläne des Landes. Die Zahl der psychischen Erkrankungen im Nachgang der Pandemie ist unverändert hoch. Dem müssen wir alle gemeinsam gerecht werden.“

Landrat Heiner Scheffold, Vorstandsvorsitzender der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft, betonte: „Besonders positiv finden wir, dass das Land die zusätzlichen Betten und Plätze am tatsächlichen Bedarf ausrichten möchte und nicht an theoretischen Berechnungen. Schon länger war unser Wunsch, dass das Personal unbefristet eingestellt werden kann – dem trägt dieser Vorschlag Rechnung. Das steigert die Attraktivität dieses wichtigen Berufsbildes. Unsere Kliniken müssen aktuell eine Situation bewältigen, wie wir sie noch nie erlebt haben. Hierfür brauchen wir dringend die neuen Kapazitäten.“

Agnes Trasselli, Vizepräsidentin der Landesärztekammer Baden-Württemberg, kündigte an, eine Task-Force zur kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung zu gründen – analog zur bereits bestehenden Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendmedizin. „Kinder und Jugendliche mit seelischen Krankheiten leiden, sie sterben, sie sind nicht gut versorgt. Wir müssen uns des Themas insgesamt annehmen und dabei auch überlegen, wie wir mit dem großen Fachkräftebedarf in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Pädagogik, der Psychotherapie und der Pflege umgehen. Alle Beteiligten müssen jetzt im Interesse der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien an einem Strang ziehen.“

Weitere Meldungen

Gruppenfoto auf Bühne: Minister Oliver Hildenbrand mit den Gründungsmitgliedern des Landesbündnis gegen Einsamkeit.
Zusammenhalt

Baden-Württemberg gründet Bündnis gegen Einsamkeit

Ein Mädchen watet durch die überschwemmte Innenstadt von Veringenstadt.
Gesellschaft

Pilotkommunen erproben verbesserte Zusammenarbeit im Krisenfall

Neubau der Kindertagesstätte Wilhelm-Enßle-Straße
Städtebauförderung

Ortsmitte in Geradstetten erfolgreich saniert

Im alten Fabrikensemble der Eisenlohr’schen Werke in Dettingen an der Erms sind mit Hilfe der Städtebauförderung 67 neue Wohnungen entstanden.
Städtebauförderung

Ortskern in Dettingen an der Erms modernisiert

Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
Sportministerkonferenz

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Eröffnung der Wanderausstellung der IBA'27 in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin
Städtebau

IBA’27-Ausstellung in Berlin eröffnet

Eine junge Frau wird geimpft.
Ärztliche Versorgung

Auswahlverfahren zur Landarztquote 2026 abgeschlossen

Eine Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem Finger und sticht zu.
Gesundheitsschutz

Kein erhöhtes Risiko wegen West-Nil-Virus

In einer Wohngemeinschaft sitzen Studierende um den Küchentisch und unterhalten sich (Bild: © dpa).
Wohnraumförderung

Land fördert im Neubau bundesweit die meisten Wohnheimplätze

Vier Jugendliche sitzen auf einer Freitreppe und betrachten etwas auf dem Smartphone
Bürgerbeteiligung

Auswahlprozess für neuen Jugendberaterkreis gestartet

Start-up WOW Challenge
Start-up BW

BLACKPIN.IOT im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Erzieherin und Kind beim Lesen
Literatur

Frederick Tag 2026 gestartet

Vordere Reihe (von links nach rechts): Julia Hellmann, Minister der Justiz und für Migration Moritz Oppelt und Petra Klein  Hintere Reihe (von links nach rechts): Dr. Sarah Straub, Michael Kühn, Anne Stöhr, Panajotis Neuert und Claudia Österle
Justiz

Tag der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer 2026

Gesundes Essen bei der Zubereitung.
Ernährung

Impulse für eine gelungene Seniorenverpflegung

Ministerin Theresa Schopper (rechts) spricht zur Eröffnung der Netzwerkkonferenz Baukultur
Baukultur

Netzwerkkonferenz Baukultur 2026