Fußverkehr

Baden-Württemberg stärkt das Gehen im Alltag

Die erste landesweite Fußverkehrsstrategie rückt die Lebensqualität in den Ortsmitten und die Sicherheit auf Schulwegen ins Zentrum.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Mann geht mit Kinderwagen und Hund auf einem Gehweg in Heidelberg.
Symbolbild

Los geht’s: Verkehrsminister Winfried Hermann hat am 29. Januar 2026 die erste landesweite Fußverkehrsstrategie vorgestellt. Das Konzept rückt die Lebensqualität in den Ortsmitten und die Sicherheit auf Schulwegen ins Zentrum.

Politischer Rahmen für Fußverkehrsförderung

Seit 2015 fördert das Verkehrsministerium den Fußverkehr als nachhaltige, gesunde und stadtverträgliche Mobilität systematisch. Mit der Fußverkehrsstrategie für Baden-Württemberg (PDF) erhält die Fußverkehrsförderung nun einen politischen Rahmen und neue Impulse. Sie zeigt Wege auf, um Hindernisse für den Fußverkehr abzubauen, wie sie noch zu häufig durch zu schmale und zugestellte Gehwege, Falschparker und lange Ampelwartezeiten entstehen.

Mehr Lebensqualität und Gesundheit für alle

Verkehrsminister Winfried Hermann erklärte: „Gehen ist die natürlichste Form der Fortbewegung. Gehen ist ein wichtiger Beitrag für lebendige Städte und Dörfer. Fußgängerfreundliche Orte laden zum Gehen und Verweilen ein. Unser Ziel ist es, die Bedingungen für den Fußverkehr in Baden-Württemberg landesweit zu verbessern. Auch Fußwege von mehr als 15 Minuten sollen ermöglicht und erleichtert werden. So wie zwei Personen im Auto nebeneinandersitzen können, sollen auch zwei Personen auf ausreichend breiten Wegen nebeneinander gehen können. Mehr Fußverkehr bedeutet mehr selbstständige Mobilität, mehr Bewegung, Gesundheitsfürsorge und mehr Lebensqualität für alle. Die Lebensqualität in den Städten und Dörfern hängt unmittelbar mit der Attraktivität und Sicherheit des öffentlichen Raumes für Fußgängerinnen und Fußgänger zusammen.“

Sichere Schulwege, Ortsmitten und Hauptwege

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der eigenständigen Mobilität der jüngsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Verkehr. Ein Kernziel dabei ist es, die Anzahl der Elterntaxis bis 2030 zu halbieren. Kinder sollen ihren Weg zur Schule wieder sicher und selbstständig meistern können. Neben den Schulwegen fokussiert sich die Strategie auf die Gestaltung lebendiger Ortsmitten und die Schaffung durchgängiger Netze von Hauptfußwegen. Dabei setzt das Land auf spürbare Verbesserungen im öffentlichen Raum:

Gehwege sollen konsequent breit genug gestaltet werden, um Begegnungen ohne Ausweichen zu ermöglichen. Zudem wird das Ziel verfolgt, landesweit deutlich mehr Zebrastreifen für sichere Querungen zu schaffen und die Wartezeiten für Gehende an Ampeln spürbar zu verkürzen. Die Maßnahmen basieren dabei auf dem aktuellen Stand der Technik. Die Strategie führt bereits erfolgreiche Ansätze wie das Landesprogramm MOVERS – Aktiv zur Schule sowie die Beratungen des Landes für Ortsmitten in einem schlüssigen Gesamtkonzept zusammen.

Einladung an Kommunen zum Mitmachen

Das Ministerium für Verkehr nimmt seine Verantwortung wahr, indem es die Rahmenbedingungen für eine fußgängerfreundliche Politik landesweit verbessert und weiterentwickelt, Zuständigkeiten klärt, Förderungen, Beratungsangebote und Strukturen der Fußverkehrsförderung schafft.

Wie fußgängerfreundlich Straßen und Wege sind, entscheidet sich allerdings überwiegend vor Ort. Minister Hermann verweist auf viele gute Beispiele und lädt weitere Städte, Gemeinden und Kreise ausdrücklich zum Mitmachen ein. Das Land unterstützt die Kommunen durch attraktive Förderprogramme bei Planungen und beim Ausbau der Infrastruktur. Zudem wird neues kommunales Fachpersonal finanziell gefördert. Gemeinsam wird so die Mobilität der Zukunft direkt vor der eigenen Haustür gestaltet.

Fußverkehrsstrategie für Baden-Württemberg (PDF)

Weitere Meldungen

Gruppenbild Teilnehmer Podiumsdiskussion
Wissenschaft

Widerstandskraft von Wissenschaft stärken

Landschaft von oben im Neckar-Odenwald-Kreis
Ländlicher Raum

Flurbereinigung in Ravenstein bedeutet Fortschritt und Zukunft

Logo der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg
Wirtschaft

„Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ wird fortgesetzt

Symbolbild: Bewohner des Mehrgenerationenhauses in Überlingen stehen auf Balkonen.
Städtebauförderung

Nichtinvestive Städtebau­förderung 2026 startet

Eine junge Frau forscht im Life Science Center der Universität Hohenheim an Pflanzen in Klimakammern (Symbolbild: © dpa).
Forschung

Land fördert Zukunftstechnolo­gien an Landesuniversitäten

Ein Scan-Auto, das automatisch Parksünder registriert, fährt bei einem Pilotversuch an vor der Universität Hohenheim geparkten Fahrzeugen vorbei.
Parkraumüberwachung

Effizientere Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug in Heidelberg

Kühe grasen auf einer Weide unterhalb der Kopfkrainkapelle in Simonswald.
Naturschutz

Kompensationsverzeichnis des Landes erweitert

Innenminister Thomas Strobl (Mitte) in Begleitung von zwei Gardemädchen
Fastnacht

Empfang für Karnevals- und Fasnachtsvereine

Logo Öffentlicher Gesundheitsdienst. Die Abkürzung "ÖGD" ist in dicken Buchstaben dargestellt. Darunter steht in "Öffentlicher Gesundheitsdienst - Schützt. Hilft. Klärt auf."
Gesundheit

Einheitliche Software-Landschaft für die Gesundheitsämter

Eine Lehrerin in der Grundschule mit Schülerinnen und Schülern.
Öffentlicher Dienst

Tarifabschluss im öffentlichen Dienst

Eine S-Bahn der Deutschen-Bahn fährt Richtung Stuttgart. (Bild: © picture alliance/Tom Weller/dpa)
SPNV

Neuer grenzüberschreitender REX ab Dezember 2026

Luftbild vom Quartier Kanadaring in Lahr
Flächenmanagement

Neue Prämien für Entsiegelung und Flächenmanagement

Der neue Polizeihubschrauber mit fünf Rotorenblättern
Polizei

Jahresbilanz 2025 der Polizeihubschrauberstaffel

Ein Intercity-Express (ICE) der Deutschen Bahn (DB) fährt auf der Rheintalschiene nahe Hügelheim in Richtung Norden.
Schienenverkehr

Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn in Berlin

Visualisierung vom Anbau der Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen Ansicht West
Vermögen und Bau

Frauenklinik am Universitäts­klinikum Tübingen wird erweitert