Landwirtschaft

Artenreiches Grünland schützen

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Umweltverträglicher Pflanzenbau

Im Rahmen des 25. Baden-Württembergischen Grünlandtages in Pfalzgrafenweiler hat Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch die Gewinner des erstmals durchgeführten Grünlandwettbewerbes prämiert. Der Anteil des artenreichen Grünlandes sei auch in Baden-Württemberg rückläufig und müsse deshalb geschützt werden, so Gurr-Hirsch.

„Das Grünland dient zum einen der Landwirtschaft als Futtergrundlage für die Schaf-, Ziegen-, Pferde- und vor allem für die Rinderhaltung, und zum anderen dient es der Gesellschaft ganz allgemein und dem Naturschutz im speziellen aufgrund der hohen Biodiversität und der positiven Auswirkungen auf das Landschaftsbild sowie auf den Erosions- und Wasserschutz“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch, anlässlich des 25. Baden-Württembergischen Grünlandtages in Pfalzgrafenweiler (Landkreis Freudenstadt).

Grünlandwettbewerb „Grasgrün und Kräuterbunt – wir brauchen Beides“

Die Staatssekretärin prämierte im Rahmen des jährlich stattfindenden Grünlandtages die Gewinner des erstmals durchgeführten Grünlandwettbewerbes „Grasgrün und Kräuterbunt – wir brauchen Beides“. Dabei wurden Landwirte sowohl für die erfolgreiche Bewirtschaftung von ertragreichem Grünland als auch für die Pflege und Nutzung artenreichen Grünlandes ausgezeichnet.

„Dies ist ein wertvoller Beitrag für die Wertschätzung der Grünlandbewirtschaftung. Denn die Landwirtschaft – ob im konventionellen oder ökologischen Anbau – benötigt für eine wirtschaftliche Futtererzeugung ertragreiches, intensiv genutztes Grünland mit bester Qualität an Eiweiß und Energie, und wir alle brauchen aber auch die artenreichen extensiv genutzten Wiesen“, betonte die Staatssekretärin.

Anteil des artenreichen Grünlandes ist rückläufig

Baden-Württemberg hat mit 39 Prozent – nach dem Saarland –  den zweithöchsten Grünlandanteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Vergleich aller Flächenbundesländer, und es ist das Bundesland mit dem höchsten Anteil an ökologisch besonders hochwertigem artenreichem Grünland. Aufgrund der wirtschaftlichen und agrarstrukturellen Rahmenbedingungen ist aber in allen Bundesländern, auch in Baden-Württemberg, der Anteil des artenreichen Grünlandes rückläufig.

„Die Bedeutung der Grünlandbewirtschaftung in Baden-Württemberg wird seit nunmehr 25 Jahren durch den Baden-Württembergischen Grünlandtag unterstrichen. Dabei geht es immer um das ertragreiche Grünland, aber auch um die artenreichen Wiesenflächen, von denen viele seit 2003 über die Fauna-Flora-Habitat-Gebietsausweisung (FFH-Gebiete) als sogenannte Flachland- und Bergmähwiesen ausgewiesen und geschützt sind“, so Friedlinde Gurr-Hirsch.

Artenreiches Grünland schützen

Die Staatssekretärin verwies aber auch auf die Problematik extensiv genutzter Wiesen- und Weideflächen, die sich meist auf Standorten mit geringerer Bodengüte befinden. „Hier besteht die Gefahr, dass sich bei einer zu extensiven Nutzung, zum Beispiel keine Düngung, sehr späte Heunutzung, unerwünschte Pflanzenarten ausbreiten. Diese, wie beispielsweise der Klappertopf, haben einen geringen bis keinen Futterwert und verdrängen wertvolle Gräser und Kräuter. Besonders gefürchtet sind insbesondere die stark zunehmende Herbstzeitlose und das Jakobskreuzkraut, da sie als absolute Giftpflanzen den Aufwuchs zu einem unbrauchbaren und unverkäuflichen Futtermittel machen. Der Schutz des artenreichen Grünlandes erfolgt deshalb am besten über eine an den Standort und die Pflanzenarten angepasste Heunutzung, die durchaus eine Nährstoffzufuhr beinhalten kann und oftmals auch muss“, erläuterte Friedlinde Gurr-Hirsch.

Das Land Baden-Württemberg unterstütze die Landwirtschaftsbetriebe seit Jahrzehnten mit seinen Agrarumweltprogrammen, größtenteils mit Beteiligung der EU, beim Erhalt und der Bewirtschaftung der artenreichen Grünlandflächen. Mit diesen Programmen könnten wir einen Ausgleich für die wirtschaftlichen Nachteile extensiver Nutzungen schaffen. Die Staatssekretärin bedankte sich bei allen Akteuren, die zum Gelingen der Jubiläumsveranstaltung beitrugen.

Der Grünlandtag Baden-Württemberg

Der im Jahr 2017 zum 25. Mal stattfindende Grünlandtag Baden-Württemberg bietet eine Plattform für die Bewirtschafter von Grünland, für Beratung und Forschung, genauso wie für den Naturschutz. Er findet in jedem Jahr in einem anderen Regierungsbezirk und Region statt, um so die unterschiedlichen Grünlandstandorte zu würdigen. Organisiert und mitveranstaltet wird er von dem Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg für Rinderhaltung, Grünlandwirtschaft und Milchwirtschaft in Aulendorf (LAZBW).

Das LAZBW beschäftigt sich intensiv mit der Bewirtschaftung aller Grünlandformen und erstellt Hinweise für eine erfolgreiche Nutzung für die Praxis. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auch im Bereich der auftretenden Giftpflanzen im Grünland, die zunehmend in der Praxis Probleme bereiten. Für die Landwirtinnen und Landwirte wurden Maßnahmen zur Vermeidung des Auftretens und zur Zurückdrängung solcher unerwünschter Arten erarbeitet.

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