Erneuerbare Energien

Wald (Hohenzollern) wird 84. Bioenergiedorf in Baden-Württemberg

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Luftbild der Gemeinde Wald (Hohenzollern) (Bild: CC BY-SA, Hansueli Krapf/wikimedia commons).

Umweltminister Franz Untersteller kürt mit der Gemeinde Wald im Landkreis Sigmaringen das 84 Bioenergiedorf in Baden-Württemberg. Die Gemeinde Wald versorgt kommunale Liegenschaften und 50 Haushalte über ein neues Netz mit Wärme aus einer Biogasanlage. Sechs weitere Bioenergiedörfer befinden sich derzeit im Bau.

„Baden-Württemberg nimmt bundesweit eine Spitzenstellung bei Bioenergiedörfern ein“, erklärte der Umweltminister dazu. „Es ist effizient und ökologisch die Abwärme aus Biogasanlagen zu nutzen, um Gebäude zu heizen. Das ist die nach wie vor moderne Idee eines Bioenergiedorfes, wie hier in Wald.“ Nach wie vor, so der Umweltminister gebe es ein großes Ausbaupotenzial, da nur rund ein Drittel der Biogasanlagen im Land eine gute Wärmenutzung vorweisen könnten.

Die Wärme im neuen Bioenergiedorf Wald kommt fast komplett aus einer etwa zwei Kilometer entfernten Biogasanlage, deren Wärme bislang kaum genutzt wurde. An das zum Transport der Wärme gebaute Leitungsnetz in einer Gesamtlänge von sieben Kilometern sind alle kommunalen Liegenschaften angeschlossen, über 50 Wohngebäude sowie als Hauptabnehmer das dortige Kloster. Alleine der Anschluss des Klosters bedeutet eine Reduzierung von 500 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr. „Mit dem neuen Wärmenetz erhöht sich der Wirkungsgrad der Biogasanlage, neben regenerativem Strom wird jetzt auch erneuerbare Wärme entsprechend von rund 400.000 Liter Heizöl genutzt. Beides zusammen ist ein nennenswerter Beitrag zum Klimaschutz“, sagte Minister Untersteller.

Die Erzeugung und Nutzung von Wärme, ergänzte Untersteller, sei ein immer noch zu wenig beachtetes Feld der Energiewende. Es werde viel über Strom und Strompreise gesprochen, ganz wesentlich für den Erfolg der Energiewende sei aber der Wärmesektor: „Ohne Wärmewende werden wir die Energiewende nicht schaffen, und ohne Wärmewende kann Klimaschutz nicht gelingen. Wir müssen besser werden bei der Nutzung von industrieller Abwärme, beim Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung, bei der Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung und bei der Sanierung von alten Gebäuden, in denen Wärmeenergie häufig ungenutzt verschwendet wird.“

Der Auf- und Ausbau von Wärmenetzen sei deshalb ein erklärtes energiepolitisches Ziel der Landesregierung. Das Umweltministerium fördere den Bau von Wärmenetzen über das Förderprogramm „Energieeffiziente Wärmenetze“, sagte Untersteller.

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: „Energieeffiziente Wärmenetze”

Weitere Meldungen

Die NECOC-Versuchsanlage am KIT produziert festen Kohlenstoff aus klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid.
Wirtschaft

Land fördert innovatives Verfahren für klimaneutrale Produktion

Ein Reh springt bei Bodnegg (Baden-Württemberg) über eine Wiese, auf der Löwenzahn blüht. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Forst

Forstliches Gutachten 2024 Baden-Württemberg

Gruppenbild bei Agrarministerkonferenz in Bad Reichenhall
Landwirtschaft

Frühjahrs-Agrarministerkonferenz 2026 in Bad Reichenhall

Siegerehrung Start-up BW Elevator Pitch Vorentscheid Rems-Murr
Start-up BW

Fibryx GmbH im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch"

Wasserrückhalt im Wald
Forst

Wälder speichern Wasser und schützen vor Erosion

Kernkraftwerk Philippsburg ohne Türme (Aufnahme vom 03.06.2020)
Kernkraft

Leckage im Kernkraftwerk Philippsburg

Das Flügelrad für Radioaktivität ist auf einer sogenannte Ringleitung für hochkonzentriertes Radon zu sehen.
Strahlenschutz

Ergebnisse des Radon-Messprogramms

Straßenverkehr in Stuttgart
Bundesrat

Gegen erneute Verbote für Automobilbranche

Eine Hand hält am 18.04.2016 an einer Tankstelle in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Tankstutzen.
Verbraucherschutz

Hauk fordert schnelle Entlastungen bei Energiepreisen

Im Energiepark Mainz ist der verdichtete grüne Wasserstoff aus einem Elektrolyseur in Tanks gelagert.
Wasserstoff

Bundesweite Abfrage des Strom- und Wasserstoffbedarfs

Bundesrat
Bundesrat

Strobl setzt sich für Schutz der Kritischen Infrastruktur ein

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Klimawandel

2025 deutlich zu warm und mit ausgeprägter Hitzephase

Eine Fernwärme-Anlage im Keller eines Gebäudes.
Energieversorgung

Länder fordern entschlossenes Handeln für bezahlbare Energie

Stuttgart, 03.03.2026: Staatssekretär Andre Baumann (zweiter von links) mit den Gründern des Ombudsverein Erdwärme e. V. (von links): Dr. Herbert Pohl (Geschäftsführer, Deutsche ErdWärme GmbH), Staatssekretär Dr. Andre Baumann, Dr. Horst Kreuter (Vulcan Energie Ressourcen GmbH), Andreas Mühlig (Leiter GE Erzeugung Betrieb EnBW Energie Baden-Württemberg AG), Dr. Hansjörg Roll (Mitglied des Vorstands, MVV Energie AG), Klaus Preiser (Geschäftsführung, badenova Wärmeplus GmbH & Co. KG), Jürgen Scheurer (Geschäftsführer, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.), Jörg Dürr-Pucher, (Vorsitzender, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.)
Energiewende

Ombudsverein Erdwärme für schnelle Schlichtungen gegründet

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Mehr Förderung und Flexibilität für den Weinbau