Weltkatzentag

Umfrage zeigt Bedarf von Katzenschutzverordnungen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Die Silhouette einer Katze, die über einen Weidenzaun klettert, zeichnet sich vor dem bei Sonnenaufgang verfärbten Morgenhimmel ab. (Foto: © dpa)

Eine Umfrage des Landestierschutzverbandes zeigt den Bedarf von Katzenschutzverordnungen in Baden-Württemberg. Ziel der Umfrage war es, die Problematik der frei lebenden Katzen sowie die Kastrations- und Versorgungsarbeit aufzuzeigen.

Der Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V., Dachverband mit mehr als 100 Tierschutzvereinen und ihren angeschlossenen Tierheime in Baden-Württemberg, hat von April bis Mai 2019 eine Umfrage zur Versorgung und Kastration freilebender Katzen bei seinen Mitgliedsvereinen durchgeführt. 114 Tierschutzvereine wurden um Teilnahme an der Umfrage gebeten, die Teilnahmequote lag bei etwa der Hälfte.

Ziel der Umfrage war es, die Problematik der frei lebenden Katzen sowie die Kastrations- und Versorgungsarbeit, die durch die regionalen Tierschutzvereine im Land geleistet wird, aufzuzeigen. „Die Ergebnisse verdeutlichen den dringenden Bedarf an Katzenschutzverordnungen“, so ließen die Landesbeauftragte für Tierschutz, Dr. Julia Stubenbord und der 1. Vorsitzende des Landestierschutzverband BW, Stefan Hitzler, gemeinsam verlauten. Die Umfrage zeigt, dass nicht nur bezüglich der Anzahl der Katzen, sondern auch in finanzieller Hinsicht, eine Unterstützung der Tierschutzvereine zwingend erforderlich ist. Die teilnehmenden Tierschutzvereine haben im Jahr 2018 rund 4.400 freilebende Katzen und Kater kastriert, was im Mittel 75 Tieren pro Verein entspricht. Bei durchschnittlichen Kastrationskosten von circa 90 Euro je Tier ergibt dies eine Summe von insgesamt 393.000 Euro.

Fundierte Argumentationshilfe für Gespräche

„Wir sehen in den Ergebnissen der Umfrage eine fundierte Argumentationshilfe für Gespräche mit Gemeinden und Behörden, wenn es um den Erlass von weiteren Katzenschutzverordnungen in Baden-Württemberg geht“, so Hitzler. Seit dem Jahr 2013 haben Gemeinden in Baden-Württemberg über § 13b des Tierschutzgesetzes die Möglichkeit zum Erlass von Katzenschutzverordnungen zur Verminderung des Katzenleids freilebender Hauskatzen. Halter von Katzen mit Freigang können darüber zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung ihrer Tiere verpflichtet werden. Somit werden erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden bei verwilderten Katzengruppen dauerhaft reduziert, was unbedingt notwendig und sinnvoll ist. Leider hat bisher erst eine Gemeinde (Berglen im Rems-Murr-Kreis) von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Ein entsprechender Entwurf für eine solche Katzenschutzverordnung nebst umfangreichen Zusatzinformationen zum Thema Katzenschutz findet sich auf der Homepage der Landestierschutzbeauftragten. „Wir hoffen, dass die Ergebnisse der Umfrage weiteren Gemeinden den Anstoß geben, eine Katzenschutzverordnung umzusetzen“, so Stubenbord abschließend.

Landestierschutzverband: Katzenkastrations-Umfrage 2019
Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Entwurf Katzenschutzverordnung (PDF)
Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Zugehöriger Fragen-Antworten-Katalog (PDF)
Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Landesbeauftragte für Tierschutz

Kontakt

Weitere Meldungen

Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald und beobachtet die Umgebung.
Tiergesundheit

Früherkennungsprogramm „Afrikanische Schweinepest“ startet

Eine Hand hält am 18.04.2016 an einer Tankstelle in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Tankstutzen.
Verbraucherschutz

Hauk fordert schnelle Entlastungen bei Energiepreisen

Eine Frau sammelt in einem Wald Bärlauchblätter ein, die den Waldboden fast komplett bedecken. (Bild: dpa)
Verbraucherschutz

Wichtige Tipps zum Start der Bärlauch-Saison

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
Wolfsmanagement

Ausnahmegenehmigung zum Wolfsabschuss wird nicht verlängert

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
Wolfsmanagement

Auffälliger Wolf im Nordschwarzwald: Fragen und Antworten

Europa, Deutschland, Schwarzwald
Landlicher Raum

Starke Perspektiven für den Ländlichen Raum

Der Luchs wird eingefangen, um ihn zu besendern
Forst

Luchs im Landkreis Rastatt mit Halsbandsender ausgestattet

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 3. März 2026

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Ein Landwirt pflügt ein Feld. Luftaufnahme mit einer Drohne. (Foto: Patrick Pleul / dpa)
Landwirtschaft

FIONA-Antragssaison 2026 startet

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Mehr Förderung und Flexibilität für den Weinbau

Ein Brennstoffzellen-Hybridbus der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) steht in Stuttgart an einer Bushaltestelle.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Auszeichnung

Kurt Josef Lacher erhält Bundesverdienstmedaille

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Kommunale Wärmeversorgung mit Biogas in Weikersheim

Paradiestal 13.10.2008: auf einer Weide schauen ein Schaf und drei Ziegen neugierig in die Kamera
Naturschutz

Jetzt für Landesnaturschutzpreis 2026 bewerben