„Der Ländliche Raum in Baden-Württemberg prägt die Identität unseres Landes. Attraktive Städte und Gemeinden, leistungsstarke kleine und mittelständische Unternehmen, ein aktives Vereinsleben sowie eine Kulturlandschaft mit hohem Erholungswert machen ihn zu einem Standort mit besonderen Qualitäten. Die Bereitschaft, sich komplexen Herausforderungen gemeinsam zu stellen, ist ein Markenzeichen des Ländlichen Raums und trägt wesentlich zur hohen Lebensqualität bei. Mit dem Abschlussbericht des Kabinettsausschusses Ländlicher Raum (PDF) unterstreicht die Landesregierung die Bedeutung der ländlichen Regionen als unverzichtbaren Bestandteil eines innovativen, lebenswerten und zukunftsfähigen Baden-Württembergs. Die erarbeiteten Konzepte und Erfahrungen bilden eine tragfähige Grundlage für die Weiterentwicklung der Politik für den Ländlichen Raum in den kommenden Jahren“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, mit Blick auf den Abschlussbericht des Kabinettsausschusses Ländlicher Raum 2021 bis 2026.
In ressortübergreifender Zusammenarbeit der Landesregierung und regionalen Akteuren arbeitete der Kabinettsausschuss Ländlicher Raum intensiv daran, den Ländlichen Raum gezielt zu stärken und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Die Tätigkeitsfelder reichen von der flächendeckenden pflegerischen und gesundheitlichen Versorgung über Konzepte zur Unternehmensnachfolge und Fachkräftesicherung bis hin zur Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements von jungen Menschen. „Der Kabinettsausschuss Ländlicher Raum hat bei seinem Handeln stets die Lebensqualität vor Ort im Blick. In den vergangenen Jahren konnten so praxisnah zukunftsfähige Konzepte und Projekte erarbeitet werden, die den Ländlichen Raum resilienter machen und in seiner Entwicklung fördern“, sagte Minister Hauk.
Konkrete Fortschritte in zentralen Handlungsfeldern
Im Bereich „Pflege und Gesundheit“ lag der Fokus auf der Sicherstellung einer bedarfsgerechten medizinischen und pflegerischen Versorgung. Innovative Ansätze wie genossenschaftliche Hausarztmodelle, hausärztliche Primärversorgungszentren, Standortanalysen zur Ärztegewinnung sowie Projekte zur Stärkung digitaler Gesundheitskompetenz, insbesondere älterer Menschen, setzten wichtige Impulse für die Versorgung im Ländlichen Raum.
Die „Bildung im Ländlichen Raum“ wurde als Schlüssel für langfristige Entwicklung verstanden. Projekte zur Stärkung des Ehrenamts junger Menschen, zur landwirtschaftlichen Bildung von angehenden Lehrkräften, Fachforen der Agrarwissenschaftlichen Gymnasien sowie Bildungsinitiativen wie „Garten³“ machten den Ländlichen Raum als Lern- und Erfahrungsort sichtbar und zukunftsfähig.
Zur Stärkung der Wirtschaft im Ländlichen Raum wurden unter anderem Netzwerke für Unternehmen aufgebaut, innovative Formen der Nahversorgung unterstützt und wissenschaftliche Analysen zu regionalen Wachstumsunterschieden erarbeitet. Ziel war es, regionale Wertschöpfung zu sichern, Fachkräfte zu binden und unternehmerische Innovationskraft zu fördern.
Die Kultur im Ländlichen Raum wurde als wichtiger Faktor für Identität, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt gezielt gestärkt. Projekte zur Dialektpflege an Grundschulen oder zur digitalen Weiterentwicklung von Kulturvereinen trugen dazu bei, kulturelle Vielfalt sichtbar zu machen und neue Zielgruppen zu erreichen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung resilienter ländlicher Räume. Wissenschaftlich fundierte Konzepte zur Resilienz, neue Mobilitätsansätze, Beteiligungsformate sowie Projekte zur Stärkung kommunaler Netzwerke zeigten Wege auf, wie ländliche Regionen Krisen bewältigen und ihre Zukunft aktiv gestalten können.
Nachhaltige Wirkung über die Legislaturperiode hinaus
Der Kabinettsausschuss Ländlicher Raum verfolgte konsequent das Ziel, Maßnahmen nachhaltig auszurichten. Zahlreiche Projekte wurden verstetigt, in bestehende Strukturen überführt oder als übertragbare Modelle für andere Regionen nutzbar gemacht. Auch die Stärkung des Ehrenamts und der Zivilgesellschaft spielte dabei eine zentrale Rolle.
„Gleichwertige Lebensverhältnisse sind ein verfassungsrechtlicher Auftrag und zugleich Ausdruck unseres Verständnisses von Zusammenhalt und Verantwortung“, so Minister Peter Hauk. „Der Kabinettsausschuss Ländlicher Raum hat gezeigt, wie ressortübergreifende Zusammenarbeit konkrete Verbesserungen für die Menschen im Land bewirken kann. Ländliche Regionen sollen nicht nur als Wohn- und Arbeitsorte attraktiv bleiben, sondern auch als Orte gesellschaftlicher Teilhabe, wirtschaftlicher Innovation und kultureller Vielfalt gestärkt werden. Der Kabinettsausschuss Ländlicher Raum ermöglicht eine kluge Strukturpolitik und Lösungen aus einem Guss für einen attraktiven und zukunftsfähigen Ländlichen Raum“, sagte Hauk abschließend.
Kabinettsausschuss Ländlicher Raum
Kabinettsausschüsse sind bedeutende Instrumente der Landesregierung, um zentrale, ressortübergreifende und komplexe Fragestellungen zu bearbeiten. Im Zentrum des Kabinettsausschusses Ländlicher Raum steht das Staatsziel der Förderung von gleichwertigen Lebensverhältnissen, Infrastrukturen und Arbeitsbedingungen im gesamten Land. Dieser Verfassungsauftrag soll mit dem Kabinettsausschuss mit Leben gefüllt werden. Zur Umsetzung dieses Zieles schlägt der Kabinettsausschuss erforderliche Maßnahmen dem Ministerrat vor oder legt diese im Rahmen seines Aufgabenbereiches fest. Hierzu gehören beispielsweise die Vergabe von Modellprojekten, die Entwicklung zukunftsweisender Konzepte, das Anstoßen von Bundesratsinitiativen oder das Einsetzen von interministeriellen Arbeitsgruppen auf Arbeitsebene zur Bearbeitung von Einzelthemen. Der Kabinettsausschuss Ländlicher Raum wurde 2021 erneut von der Landesregierung zur Erarbeitung zukunftsorientierter Zielvorstellungen und konkreter Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der ländlichen Räume eingerichtet. Unter dem Vorsitz des Ministeriums Ländlicher Raum gehören ihm alle Fachministerien an.
Kabinettsausschuss Ländlicher Raum: Abschlussbericht 2021 bis 2026 (PDF)
















