Nach rund anderthalb Jahren Bauzeit steht der Tunnel Albstadt-Laufen auf der Bundesstraße 463 dem Verkehr bald wieder zur Verfügung. Die umfassende Modernisierung sorgt für mehr Sicherheit, bessere Technik und eine nachhaltigere Energieversorgung.
Die Bauarbeiten hatten im Oktober 2024 begonnen, am 30. April dieses Jahres wurde der Abschluss der Bauarbeiten gefeiert. Die Freigabe für den Verkehr soll nach letzten Korrekturen am Sicherheitssystem im Laufe der kommenden Woche stattfinden. Am Festakt nahmen Steffen Müller, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Verkehr, Winfried Hermann, Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, die Oberbürgermeister von Albstadt und Balingen sowie Abteilungspräsident Michael Kittelberger aus dem Regierungspräsidium Tübingen, teil.
Sicherheit und moderne Technik im Fokus
Verkehrsminister Hermann betonte: „Mit der Instandsetzung des Tunnels Albstadt-Laufen sichern wir langfristig die Leistungsfähigkeit dieses wichtigen Verkehrswegs im Zollernalbkreis. Gleichzeitig erhöhen wir durch moderne Sicherheits- und Betriebstechnik den Schutz für alle Verkehrsteilnehmenden deutlich. Mit der installierten Photovoltaikanlage setzen wir zudem ein klares Zeichen für eine klimafreundliche Infrastruktur.“
Michael Kittelberger, Leiter der Abteilung „Mobilität, Verkehr, Straßen“ im Regierungspräsidium Tübingen, sagte: „Die Fertigstellung der Instandsetzungsmaßnahme am Tunnel Albstadt-Laufen markiert einen wichtigen Schritt für die Verkehrsinfrastruktur im Zollernalbkreis. Mit der umfassenden Modernisierung der technischen Anlagen wurde in die Sicherheit und Zukunftsfähigkeit dieses wichtigen Bundesstraßenabschnitts investiert. Dass wir den Tunnel wie ursprünglich geplant nicht schon heute freigeben können, ist ärgerlich. Für uns gilt aber: Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden hat absolute Priorität – dafür haben wir diese Arbeiten überhaupt durchgeführt. Der Dank gilt allen Beteiligten sowie insbesondere den Verkehrsteilnehmenden und Anwohnenden für ihre Geduld während der Bauzeit.“
Mit Blick auf das Ende der Arbeiten erklärt Oberbürgermeister Roland Tralmer: „Die Wiederinbetriebnahme des Tunnels ist ein wichtiger Meilenstein für die Stadt Albstadt, nachdem die Bevölkerung Laufens, der Gesamtstadt und des Umlands in den letzten Monaten erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen mussten. Bei allen Betroffenen bedanke ich mich für die Geduld und das Verständnis. Das Bauwerk ist im Gegenzug jetzt auf dem aktuellen Stand der Zeit, insbesondere auch bei Sicherheitsaspekten. Insoweit lohnt sich das Warten auf die Freigabe in jedem Fall!“
Kontinuierliche Weiterentwicklung der Betriebstechnik
Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Betriebstechnik wurde im Zuge der Baumaßnahme berücksichtigt. Dies bedingte, dass der ursprünglich geplante zeitliche Ablauf angepasst werden musste. Im Rahmen der Tests der neuen Sicherheitstechnik in den vergangenen Tagen stellte sich heraus, dass die Verknüpfung der Sicherheitstechnik im Tunnel mit der Integrierten Leitstelle in Balingen noch nicht einwandfrei funktionierte. Diese Verbindung ist jedoch ein essentieller Baustein für die Verkehrssicherheit, da die Alarmierung der Rettungskräfte im Falle eines Notfalls im Tunnel über die Leitstelle erfolgt. Aus diesem Grund muss die ursprünglich angestrebte Freigabe für den Verkehr nochmals kurzfristig verschoben werden. Die ausführende Firma und das Regierungspräsidium arbeiten mit Hochdruck an den erforderlichen Nachbesserungen, um die volle Einsatzbereitschaft der Technik so schnell wie möglich herzustellen.
Sobald ein ordnungsgemäßer Probebetrieb sichergestellt ist, informiert das Regierungspräsidium über die Freigabe des Tunnels mit einer gesonderten Pressemitteilung.
Was wurde modernisiert?
Im Zuge der Instandsetzung wurde der Tunnel technisch umfassend erneuert und auf den aktuellen Stand der Sicherheits- und Betriebstechnik gebracht. So wurden unter anderem rund 64 Kilometer neue Kabel verlegt und eine moderne, energieeffiziente LED-Beleuchtung installiert. Auch die Sicherheitsausstattung wurde deutlich verbessert: Neue Notrufeinrichtungen, Fluchtwege, Fluchtwegkennzeichnungen sowie Kamera- und Lautsprechersysteme sorgen künftig für mehr Sicherheit im Ernstfall.
Für den Brandfall wurde ein neues Branddetektionssystem eingebaut, das Brände frühzeitig erkennt. Ergänzend dazu steuern vier Strahlventilatoren gezielt die Luftströmung im Tunnel, um Rauch abzuleiten und die Sichtverhältnisse zu verbessern. Einsatzkräfte können zudem auf einen neu installierten Tunnelfunk zurückgreifen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Brandschutz: Hierzu wurde eine neue Löschwasserleitung mit Hydranten sowie eine Druckerhöhungsanlage installiert, um im Ernstfall eine zuverlässige Versorgung sicherzustellen. Zusätzlich wurde ein Havariebecken errichtet, das kontaminiertes Löschwasser auffängt.
Auch im Bereich Nachhaltigkeit wurde nachgerüstet: Auf der Balinger Seite des Tunnels wurde eine Photovoltaikanlage installiert, die zur Energieversorgung beiträgt. Neue Wechselverkehrszeichen vor den Tunnelportalen ermöglichen es zudem, den Verkehr frühzeitig zu lenken und auf Gefahren hinzuweisen.
















